B L A N K W A F F E N
DAS FORUM FÜR SAMMLER & INTERESSIERTE
unter dem Dach der
Deutschen Gesellschaft für Heereskunde e.V.
 
 

Verstellschlüssel / Excelsior- und Rollgabelschlüssel

original Thema anzeigen

 
20.08.25, 17:53:47

Ulan13

Gratuliere, Ferdinand! So muß es sein, so lernt man! Da soll nochmal einer sagen, Sammeln sei nutzlos... :D

Grüße vom Ulanen
21.08.25, 06:17:16

Zietenhusar

Zitat von stavblue0815:
...frisch ans Werk...gestaltete sich aufwändiger als ich zunächst dachte...schlug fehl...bei Weitem nicht...ein elendes Gefrickel...nochmal zerbrach... hatte es in sich...
Willkommen in meiner Welt, Ferdinand. :D
Vielen Dank für die Vorstellung des Schlüssels und seines Reparaturvorgangs.

Gruß,
Thomas
24.09.25, 19:40:37

stavblue0815

geändert von: stavblue0815 - 25.09.25, 10:39:42

Nach langer Zeit ein 232 mm langer und 353 Gramm schwerer Verstellschlüssel mit einem mir bisher unbekannten und damit neuen Mechanismus. Es gibt besonders in den USA zahlreiche Arten dieser verstellbaren Ringschlüssel, aber einen, mit so einen Mechanismus, habe ich bisher nicht gesehen: Mit Druck auf die Feder schiebt sich das "Zifferblatt" aus den Nasen. Dreht man das Blatt auf die nächste Größe und lässt die Feder los, rastet das Blatt mit einem satten Klick ein und der Schlüssel verstellt sich von selbst auf die nächste Größe. Bei größeren "Sprüngen" muss man mit dem Daumen die Nase auf den richtigen Abstand schieben, bis das Zifferblatt einrastet. Die unterschiedlichen Größen variieren von 9 bis 24, also 16 Größen. Über den Hersteller oder Marke "VARYFIX" habe ich nichts finden können. Aufgrund seiner Markierungen "MADE IN WEST-GERMANY", "IN- UND AUSLANDSPATENTE", sowie seines ähnlichen Designs der Oberflächen mit anderen hier und hier bereits vorgestellten Stücken, vermute ich die frühe Bundesrepublik.

Beste Grüße
Ferdinand
24.09.25, 19:58:51

Zietenhusar

Sehr cool.
Ein schönes und interessantes Werkzeug. :super:
05.10.25, 18:47:44

stavblue0815

Da dachte ich nach diesen witzigen "Varyfix" da läuft mir doch gleich mit 258 mm Länge und 390 Gramm Gewicht noch so einer über den Weg - doch es ist ein "Varifix" also einer mit "i" statt mit "y". Dazu mit einen hochgestellten „R“ im Kreis. Sowas auch, aber mit "U.S.PAT. 4084456" und „Pat-Pend“ markiert, sowie mit den Herstellernamen "AMf" mit dem Zusatz: "W-Germany". 1890 gründete Andreas Meier die sogenannte Schlossfabrik in Fellbach. 1920 begann die Produktion von Schraubenschlüsseln und begann früh die Expansion ins Ausland, was die amerikanischen Markierungen erklärt. Bis heute schreibt die Firma AMf ihre erfolgreiche Firmengeschichte fort.

Dieser Schraubenschlüssel vereinigt mehrere Mechanismen in sich: Er verfügt über zwei Gelenke, die mit zufriedenem Klick in drei Position einrasten, und zwei unterschiedliche sich selbst festziehende Schraubenschlüssel. Die Mechanik ist dermaßen flüssig, dass allein durch ihr Eigengewicht sich beide Schlüssel festziehen können - ein herrliches Spielzeug. Der Vergleich am Ende zunächst allein mit meinen anderen Wessis und zum Schluss noch mit den hinzugelegten Japaner zeigt, dass dieses Stück gelblich hervorsticht – ein Anzeichen dafür, dass dieses Stück vernickelt wurde und die anderen verchromt sind bzw. aus einer Chrom-Legierung bestehen.


Beste Grüße
Ferdinand
05.10.25, 19:44:55

Ulan13

Immer wieder faszinierend, auf welche Ideen diese Werkzeugbauer kommen! Vielen Dank für diese Parade, Ferdinand!

Grüße vom Ulanen
11.10.25, 12:06:16

stavblue0815

geändert von: stavblue0815 - 11.10.25, 12:08:16

Dieser 2828 Gramm schwere und 340 mm lange Franzose trägt die interessanten Markierungen:

„K. E. D. A.“,
„STAT. NEUMÜNSTER“ und
„STAT. HAMBURG“

Die Geschichte der Bahnstrecke Hamburg – Neumünster beginnt 1884 mit der Strecke von Altona nach Kaltenkirchen, welche die Altona-Kaltenkirchner Eisenbahn-Gesellschaft baute und in Betrieb nahm. Die Strecke wurde die folgenden Jahrzehnte kontinuierlich erweitert und 1916 die Strecke bis Neumünster eröffnet.
Die Abkürzung K.E.D.A. habe ich nicht lösen können. Allerdings kenne ich andere Abkürzungen auf solchen Stücken, die auf eine staatliche/behördliche Verwendung bei den Eisenbahnen deuten, so habe ich Beispiele auf Franzosen gesehen wie: „kSStER“: Königlich Sächsische Staatseisenbahn oder „KWStE“: Königlich Württembergischen Staats-Eisenbahnen. Zuletzt ein Gruppenfoto meiner Franzosen ;-)

Beste Grüße
Ferdinand
12.10.25, 15:58:49

Zietenhusar

Ich erweitere die illustre Reihe mit zwei weiteren dieser Gattung.

Der Erste hat lediglich die Inschrift PATENT unterm Verstellrädchen.

Er geht zu Zerlegen, allerdings habe ich den drehbaren Teil mit der Rändelmutter nicht heraus bekommen. Da dieses auch nicht notwendig erschien, wandte ich keine destruktiven Mittel an.
12.10.25, 16:03:11

Zietenhusar

geändert von: Zietenhusar - 13.10.25, 04:37:30

Der Zweite meines gestrigen Flohmarktfunds wurde ordentlich benutzt. Auch hier war ein Zerlegen nicht notwendig, so dass ich es beim leichten Abbürsten und Einölen belassen konnte.

Spannweite des Mauls sind 34.8 mm.

Der Hersteller muss noch ermittelt werden, Die Auflösung schreibe ich hier dann rein.

Allen einen schönen Restsonntag.

Gruß,
Thomas

Nachklapp, am 13.10.2025:
Das Herstellerzeichen ist ein A über eine Art Anker, wobei der Anker nicht über diese charakteristischen spitzen Enden verfügt und sich eine Linie quer durchzieht. Es könnte sich auch um ein auf dem "Bauch" liegendes B handeln.
Jedenfalls erhielt ich an anderer Stelle diesbezüglich Hilfe. Es handelt sich hierbei um die Firma

Vereinigte Beckersche Werkzeugfabriken G.m.b.H.
Remscheid-Vieringhs

Vielen Dank an Bastian Ottmann, für die Hilfe zur Identifikation.
13.10.25, 14:52:14

stavblue0815

geändert von: stavblue0815 - 13.10.25, 16:08:40

Dann hast Du mit Hilfe das Herstellerzeichen lösen können - das hat mich auch interessiert - sehr schön!

Es mag überraschend wirken, aber Mauserschlüssel mit einfacher Funktion, ohne Schnellverstellmöglichkeit - wie dieser mit 813 Gramm Gewicht und 270 mm Länge - gehören zu den Selteneren ihrer „Mauserart“. Zumindest sind mir bisher auf dem Markt erst zwei Ihrer Art begegnet und in meine Sammlung gewandert. Irgendwie auch logisch, dass Mauser die Produktion dieser „primitiven“ Stücke wohl früh eingestellt hat. Diese Schlüssel zeichnet auch eine markante Schnauzenform aus:

Bei den Kleineren (200 mm und 374 Gramm) kann man das aufgrund von Fräsungen am Maul nicht mehr erkennen, aber bei dem großen Stück schon. Ich habe auch ein Bild mit meinen Kleinsten mit typischer Mauser-Schnauzenform zum Vergleich angefertigt. Die vielen Markierungen auf dem großen Stück haben mich erst verwirrt, aber im Vergleich mit dem Kleineren dieser Serie - dieser hat zweimal die Nummer 71 - konnte ich das Zahlengewirr etwas einordnen: Die von Mauser vergebene Seriennummer befindet sich auf dem Rücken der Stücke dieser Serie – bei dem Großen hat es auf dem Kopf wohl durch harte Schläge als missbrauchter Hammer die 3 von der 31 zerdemmelt. Die zweimal eingeschlagene Ziffer 23 könnte die Inventarnummer der eingeschlagenen Firma KL & Co gewesen sein. Die große schwache 0 auf der Stirn bleibt ein Rätsel.

Beste Grüße
Ferdinand
 
 
Powered by: phpMyForum 4.2.1 © Christoph Roeder