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Deutschen Gesellschaft für Heereskunde e.V.
 
 

Maul- und Maul-Ringschlüsselkombinationen

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29.12.24, 12:54:24

stavblue0815

geändert von: joehau - 16.10.25, 01:25:49

Hallo zusammen,

heute stelle ich einen alten Mehrfach-Maulschlüssel vor. Es werden noch weitere folgen.
Dieser 13,8 cm lange Maulschraubenschlüssel mit integrierten Ringschlüsseln stammt
wohl aus der Kaiserzeit. Der Hersteller bleibt für mich ein Rätsel - das schon hier
besprochene Logo von Lingenbrugger und Ellermann sah anders aus.


Bild 1: L&E 95

Bild 2: D.R.G.M.

Bild 3 bis 5: Seitenansichten mit erkennbaren Pressspuren

Bild 6: Avantgardistisches Stillleben nach Art meines Helferleins

Beste Grüße

Ferdinand
29.12.24, 14:29:30

Zietenhusar

Sehr schön. Solche und/oder ähnliche Schlüssel waren Standardausrüstung in mitgeführte Werkzeugtaschen an Zweirädern jeglicher Art.

Schönes Stillleben. :)

Gruß,
Thomas
01.01.25, 11:53:33

stavblue0815

geändert von: stavblue0815 - 01.01.25, 11:54:38

Hier ein Maulschlüssel der Aktiengesellschaft Carl Hamel:

Carl Hamel hat laut dieser im Internet abrufbaren Firmengeschichte zusammen mit seinen Bruder 1866 in Chemnitz eine Firma gegründet und zunächst Ersatzteile für Nähmaschinen hergestellt. 1896 verlegte der Sohn von Carl Hamel den Sitz nach Schönau bei Chemnitz und firmierte ab 1904 als Carl Hamel AG. 1933 fusionierte die Firma mit anderen Herstellern zur Textil-Maschinen-Compagnie Chemnitz.

Diesen Angaben folgend fällt der Herstellungszeitraum dieses 15,8 cm langen und 1 cm dicken Stückes zwischen 1904 und 1933.

Beste Grüße

Ferdinand
01.01.25, 12:09:42

Zietenhusar

Hallo Ferdinand,

ich mag diese Teile mit Firmeninschriften sehr. So kann man die Geschichte dahinter nachvollziehen.

Gruß,
Thomas
21.03.25, 15:26:02

stavblue0815

Danke Thomas, ja das könnte gut ein alter Fahrradschlüssel bzw. ein Bordwerkzeug sein. Bei diesem gefällig geformten Stück von Dürkopp bin ich mir relativ sicher, dass das ein alter Fahrradschlüssel sein könnte: Die Gründung des Unternehmens erfolgte bereits 1860 in Bielefeld. Den zukünftigen Namen verlieh der Firma der Nähmaschinenmechaniker Dürkopp mit seinen ersten Nähmaschinenmodell, mit dem die Firma 1867 ihren Erfolgskurs startete.

1880 geriet die Nähmaschinenindustrie in eine größere Krise. Die Firma Dürkopp erkannte die Herstellung von Fahrrädern als neuen Absatzmarkt und konnte daher die Krise gut meistern. Dürkopp verlegte sich sogar auf die Produktion von PKWs und LKWs. Allerdings blieb Dürkopp auch seinem Ursprung als Nähmaschinenhersteller treu und schreibt bis heute unter den Namen Dürkopp Adler seine Firmengeschichte als Spezialist für Nähmaschinentechnik fort.

Der Schlüssel zeigt noch Reste seiner ursprünglichen Verchromung/Vernickelung und besitzt neben den vier Maulschlüsseln auch eine Schraubendreherfunktion. Das Loch sieht nachträglich gebohrt aus.


Nachfolgend die Bilder des 15,4 cm langen und 116 Gramm schweren Stückes:

Bild 1 bis 4: Ansichten des ganzen Stückes

Bild 5: Fokus auf das wohl nachträglich gebohrte Loch

Bild 6: Fokus auf die Schraubendreherfunktion

Bild 7: Fokus auf die Markierung: „DÜRKOPP“


Beste Grüße
Ferdinand

19.07.25, 00:55:15

stavblue0815

geändert von: stavblue0815 - 19.07.25, 01:20:32

Diese kleinen Kerlchen kreuzen regelmäßig den Weg des Flohmarktgängers. Viele ihrer Art verraten nichts über ihre Herkunft,
aber manche haben doch etwas zu erzählen – trägt ein jedes doch auch stolz ein Stücklein Geschichte.

Beste Grüße
Ferdinand
25.07.25, 18:42:51

stavblue0815

geändert von: stavblue0815 - 26.07.25, 00:53:25

Die Historie von Sachs begann 1895 mit der Gründung der Firma „Schweinfurter Präzisionskugellager-Werke Fichtel & Sachs“: Namensgeber waren die beiden Gründer, der Werkzeugmacher Sachs und der Kaufmann und Finanzier Fichtel.
Der begeisterte Radfahrer und Perfektionist Sachs erfand die erste Präzisionsnabe. Er entwickelte als letztes einen leichten Zweitaktmotor, der 1932 in fast allen Kleinkrafträdern aller Hersteller verwendet wurde. Auch nach dem Krieg feierte das Unternehmen mit dem 50-Kubikzentimeter-Motor mit Zweiganggetriebe für Mopeds große Absatzerfolge. 1987 übernahm die Mannesmann AG die Aktienmehrheit. Nach Umbenennungen und weiteren Verschmelzungen firmiert heute die Marke Sachs unter der ZF Friedrichshafen AG und schreibt nach wie vor die Erfolgsgeschichte fort.

Zu welchem Motor dieser 99 Gramm schwere und 150 mm lange Schlüssel gehört, konnte ich nicht ermitteln – man findet diese Stücke noch sehr häufig auf Flohmärkten. Er trägt die Aufschrift: „Sachs – Motor“ und „Made in Germany“. Die Kennzeichnung „Made in Germany“ gibt es übrigens schon sehr lange: Am 23. August 1887 hatte Großbritannien mit dem sogenannten Merchandise Marks Act eine Kennzeichnung ausländischer Produkte festgelegt, um die Briten insbesondere vor den deutschen Billigprodukten zu warnen, welche den britischen Markt überschwemmten. Jahrzehnte später wandelte sich dieser ursprüngliche „Verbraucherwarnhinweis“ zu einem weltweit geschätztem Gütesiegel für hohe Qualität und Präzision.



Beste Grüße
Ferdinand

29.07.25, 17:01:06

stavblue0815

geändert von: stavblue0815 - 29.07.25, 17:30:17

Dieser 78 Gramm schwere und 126 mm lange Fahrradschlüssel aus gefalteten Eisen- oder Stahlblech trägt den Schriftzug "RECORD". Ich habe diesmal länger recherchiert und bin in die Tiefen der Fahrradwelt vorgestoßen, aber wirklich fündig wurde ich nicht. Es gab wohl einen Zulieferer für verschiedene Fahrradhersteller mit den Namen RECORD. Als Marke fand dieser Name wohl Verwendung für viele Modelle unterschiedlichster Hersteller.

Seine starken Nutzungsspuren zeugen einen fleißigen Gebrauch - Reste der mutmaßlichen Vernickelung haben ihn vor der Elektrobürste bewahrt. Sein Design erinnert etwas an die hier vorgestellten Knochen.

Beste Grüße
Ferdinand
11.08.25, 10:16:49

stavblue0815


Der gemeine Doppelmaulschlüssel verrichtet weltweit seinen Einsatz. Als Massenware und einfaches Billigprodukt findet er sich gerne in jeder Werkstatt, Garage, Keller oder Werkzeugkasten. Als unvollständiges Set genießt er geringen praktikablen Wert und wartet oft Jahrzehnte vergeblich auf den nächsten Einsatz. Selbst auf den Flohmärkten sonnt er sich selten auf dem Tisch, sondern muss sich mit einem weniger prestigeträchtigen Platz begnügen – unter dem Tisch, zumeist auf dem Grund einer Kiste von anderem Werkzeug vergraben. Dort darbt er im Dunklen in Schmutz und Rost und hofft im schwachen Zwielicht auf einen gnädigen Käufer.

Diese fünf Vertreter dieser Art hatten Glück – ich habe sie von Schmutz und Rost befreit, jetzt dürfen sie sich wieder in neuem Glanze vorstellen:

Bild 1:
Achtung! Im Gleichschritt - Marsch!

Bild 2:
Der Erste vermutlich älteste Genosse in diesem Bunde trägt bis auf die schönen erhaben gestalteten Größenangaben „1/16 20“ und „3/8 16“ keine Herstellermarkierung, was auf einen deutschen Hersteller schließen lässt.

Bild 3:
Der Zweite trägt neben den erhabenen Größenangaben „14“, „12“ und den geschlagenen Buchstaben „NR“ einen erhabenen sechszackigen Stern mit Punkt in der Mitte als Zeichen: Der sechszackige Stern mit Punkt in der Mitte stellt laut KI ein altes jüdisches und muslimisches Schutzsymbol dar und ist auch als Siegel Salamons bekannt. Auch fand der Stern als Zunftzeichen der Bierbrauer Verwendung, als sogenannter Brauerstern. Einen konkreten Hersteller habe ich aber nicht zuordnen können, so bleibt der Stern weiterhin ein Geheimnis.

Bild 4:
Der dritte Maulschlüssel trägt mit der Markierung: „11 VW 107 VLG 14“ eine der bekanntesten deutschen Marken: VW – Volkswagen. Die Marke mit dem Zahnradkranz fand von 1939 bis 1945 Verwendung. Nach Kriegsende verboten britische Behörden die weitere Verwendung dieses Logos. Der Zahnkranz ähnelte wohl nicht zufällig mit dem Emblem der Deutschen Arbeitsfront des NS. Folglich entwickelte VW nach Kriegsende ein neues Logo – ohne Zahnradkranz. Immerhin durfte Volkswagen noch das Wort „Volk“ weiterverwenden.

Bild 5:
Den vierten Schlüssel mit der Markierung „19 D.R.P. CHROM-VANADIUM“HALTFEST“ D.R.P. 18“ konnte ich Dank holzwerken.de der Firma Ludwig Bönnhoff zuordnen. Auch witzig, dass die Firma bis heute an der Marke „Haltfest“ festhält, haha. Und schön zu sehen, wie Firmen doch den Stürmen des letzten Jahrhunderts trotzen konnten.

Bild 6:
Den fünften Schlüssel zieren neben einem witzig stilisierten Fuchsengesicht die Markierungen: „19 VANADIUM Non plus ultra 17“. Das lustige Fuchslogo, das aus einem Zeichentrick entsprungen sein könnte, gehört zu der heute noch existierenden Firma Schröckenfux, die tatsächlich schon 1540 gegründet wurde. Das österreichische Unternehmen hat schon in seinen mittelalterlichen Ursprüngen Sensen geschmiedet und hat sich bis heute auf Mähmesser spezialisiert.

Bild 7:
Große Verneigung vor dem Werkzeugaltar

Beste Grüße
Ferdinand
11.08.25, 10:53:34

Ulan13

geändert von: Ulan13 - 11.08.25, 11:44:15

Eine klasse Parade! Links schwenkt, Marsch und weggetreten...!

Grüße vom Ulanen
 
 
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