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Gunto Typ 32 (Otsu) für Unteroffiziere der Infanterie, Transportsoldaten und Militärpolizei

original Thema anzeigen

 
19.01.17, 21:11:58

Koppel1944

geändert von: joehau - 27.04.19, 18:59:26

Hallo zusammen,

will mal meinen Neuerwerb zeigen!

Ein nicht nummerngleiches Armeeschwert M1899 für Unteroffiziers Dienstgrade.
Die Klinge hat eine Länge von 77,2 cm und eine Schmiedemarke "Stern" auf der Klingenangel, kennt das jemand?
Auf der Fehlschärfe ist keine Abnahme!
Der Scheidenschlepper mit Resten einer alten Nummer!
Der Hersteller am Griffbügel schlecht geschlagen, aber auf dem Foto doch gut erkennbar, wie ist der Hersteller?
Am Griffkopf noch die Nummer 5 geschlagen!?

Der Griff mit lederner Fingerschlaufe, deshalb vermute ich ein Verwendung
bei der Artillerie oder der berittenen Militärpolizei, oder das Stück
wurde irgendwann überholt und bekam da einen Korb mit Schlaufe!?
Wie kann man den zeitlich einordnen?

Danke und Grüße
K$$
19.01.17, 21:13:14

Koppel1944

geändert von: Koppel1944 - 19.01.17, 21:14:44

Anbei noch Details der Klinge!
Die stärker verbeulte Scheide lässt auf eine lange Tragezeit schließen.
20.01.17, 04:02:36

Zietenhusar

geändert von: joehau - 30.04.19, 02:49:43

Zitat von VaJo:
... von den Europäern übernommen. Da ist leider überhaupt nix an japanischer Kultur enthalten.
Wenn man es nur oberflächlich betrachtet, dann vielleicht. Klingenform und
Griffdesign sind aber für Japan eigen. Die Blankwaffen dieser Zeit weichen von den
vorher üblichen ab, bleiben aber ein typisches Stück der japanischen Zeitgeschichte.

Über den Tellerrand geschaut:
Ab dem 18. Jahrhundert wichen in Europa sämtliche Blankwaffen in Aufbau und
der Handhabung von den zuvor üblichen Schwertern und Degen ab. Japan hinkte
halt lange hinterher. Hier von einem Kulturverlust zu reden ist übertrieben.

Schöner Säbel, Koppel. :)

Gruß,
Thomas
20.01.17, 09:41:13

Koppel1944

Danke euch!
Gab es die Ausführung für Transportsoldaten auch mit lederner Fingerschlaufe?
Ist anhand der Nummer eine zeitliche Einordnung möglich?
20.01.17, 22:23:55

Zietenhusar

geändert von: joehau - 30.04.19, 02:51:32

Zitat von VaJo:
Kulturhistorisch gesehen, wenn man den Säbel so betrachten möchte,
ist es ein Bruch mit allem was Japan verkörperte.

Kulturhistorisch ein Desaster, stimmt. Militärhistorisch ein Meilenstein. ;)
Zitat von Koppel1944:
Gab es die Ausführung für Transportsoldaten auch mit lederner Fingerschlaufe?

Fingerschlaufen machen bei den berittenen eher einen Sinn. Anhand der
Nummer eine zeitliche Einordnung zu erstellen, wage ich nicht.

Gruß,
Thomas
17.02.17, 05:55:05

Zietenhusar

geändert von: joehau - 30.04.19, 02:53:48

Das Anfassen von ungeschützten Klingen mit bloßen Händen ist grundsätzlich
ein Tabu, egal ob europäische, japanische oder sonst welche. Im Vergleich
zu "endpolierten" Klingen japanischer Schwerter aus der Samurai-Zeit ist der
Schaden durch Handschweiß aber um einiges geringer und, bei zeitnaher
Reaktion, einfacher zu beheben.

Die erste Aufmerksamkeit nach Erhalt neu erworbener Blankwaffen hat
bei mir stets die Klinge.
17.02.17, 12:34:34

Koppel1944

die Abdrücke sind nicht von mir, aber ist mir auch gleich aufgefallen!
17.02.17, 15:00:51

limone

Bemerkenswert!
27.04.19, 16:51:26

joehau

geändert von: joehau - 01.05.19, 01:23:40

Zitat von Koppel1944:

Die Klinge hat eine Länge von 77,2 cm
...
Schmiedemarke "Stern" auf der Klingenangel
...
Hersteller am Griffbügel schlecht geschlagen ...

Wie kann man den zeitlich einordnen?


Hallo Koppel,

das Unteroffiziersschwert Typ 32 gab es in 2 Längen.
- ca. 83 cm Klinge ( Ko 甲 ) für die Kavallerie
- ca. 77 cm Klinge ( Otsu 乙 ) für Infanterie, Transportsoldaten und Militärpolizei.

甲 und 乙 bedeutet lediglich 'Unterschied' oder 'A und B'.

Der "Stern" ist ein 木 'Ho', Inspektionsmarke des Tokio Artillerie Arsenals.

Am Griffbügel ist nichts zu entziffern. Da steht üblicherweise der Name der Ära
z.B. 明 ( Meiji ), 大 ( Taisho ) oder 昭 ( Showa ) und Jahr und Monat der Herstellung.
Darunter das Herstellerzeichen und in der dritten Zeile 2 Inspektionsmarken.

Das Modell wurde mit kleineren Veränderungen von Meiji 32.Jahr = 1889 bis 1935 gefertigt.
Mangels lesbarem Stempel kann ich das Schwert zeitlich nicht genauer einordnen.
Wenn alle Typ 32 fortlaufend numeriert wurden, würde ich deine niedrige
Seriennummer 23081 in die Meiji Ära einordnen.
27.04.19, 18:31:56

joehau

geändert von: joehau - 29.04.19, 21:10:03

Armeeschwert Typ 32 (Otsu) - 陸 軍 三 十 二 年 式 軍 刀 (乙)
für Infanterie, Transportsoldaten und Militärpolizei

Länge: 905 mm
Klingenlänge: 775 mm
Klingenbreite: 27 mm zulaufend auf 20 mm
Pfeilhöhe: 13,5 mm
Scheidenlänge: 800 mm

Hersteller: Tokio ( Koishikawa ) Artilleriearsenal - 日本帝国陸軍東京砲兵工廠



 
 
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