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Feldgendarm mit mir unbekanntem Säbel => bayrischer Artillerie-Säbel

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10.02.13, 20:25:23

mac_oli

Guten Abend zusammen,

ich komme einfach nicht drauf welche Waffe der Feldgendarm auf diesem Foto führt. Der Säbel sieht fast wie der bayrische Artillerie Säbel aus. Hier im Forum habe ich nachgelesen, dass der Säbel auch an die berittenen der bayrischen Polizei ausgegeben wurde. Das ginge ja schon mal in die Richtung Polizei / Gendarmerie. Einen Bayern kann ich aber wohl hier als Träger ausschließen.
Ich würde den Herrn eher der Gendarmerie Elsass-Lothringen zuordnen.
Der Griffbügel hat wohl einen Schlitz, die Waffe scheint mir aber auch nicht sehr stark gebogen.

Hat jemand eine Idee?

Viele Grüße
mac_oli
12.02.13, 00:03:49

ulfberth

geändert von: ulfberth - 12.02.13, 00:56:34

Hallo mac_oli,

was steht eigentlich auf dem Ringkragen? Eine „19“ mit einem nachfolgenden kleineren „L“ (?) zwischen den beiden preußischen Adlern?

Beachtenswerterweise ist der Feldgendarm ein Mannschaftsdienstgrad. Ein Unteroffiziersfaustriemen sollte auf dem Bild farbig anders aussehen. Für diese Annahme sprechen auch die fehlenden Litzen. Wir haben es hier also mit einem abkommandierten Gefreiten (?) eines berittenen Truppenteils (Kavallerie, Artillerie oder Train) zu tun. Hierfür spricht auch der Faustriemen in den Farben einer 1. Eskadron / Batterie etc.

Bei der Waffe würde ich auch in Richtung bayerischer Artillerie-Säbel denken. Die schwache Pfeilhöhe auf dem Bild kann auch eine optische Täuschung sein.

Für einen aptierten 52er-Kavalleriesäbel ist mir die Parierstange etwas zu dünn. Auch glaube ich, auf dem Bild ein Scheidenband mit Ringöse zu erkennen. Was also auch gegen einen 52er sprechen würde.

Gruß

ulfberth
12.02.13, 08:37:24

mario

geändert von: mario - 12.02.13, 09:01:29

Hallo.
den aptierten KS52 kann man ausschließen, er hat keinen Faustriemenschlitz.Der hier war mein erster Gedanke,weil es auf dem Bild aussieht als wenn die Scheide einen festen Tragering hätte, fehlt aber auch der Schlitz. M.M.n ist es der
bayerischer Artillerie-Säbel
Gruß Mario
12.02.13, 09:54:53

ulfberth

geändert von: ulfberth - 12.02.13, 10:40:03

Bei 1 läßt sich ein Faustriemenschlitz erahnen, während bei 2 die Oberflächenbeschaffenheit des Griffes eher wie Leder wirkt und m. E. auch kein Fingerwulst sichtbar ist. Auch liegt bei 3 ein Schatten auf dem Ring, der möglicherweise von der Ringöse stammen könnte.

Zum Vergrößern des Bildes das Quadrat anklicken.

Gruß

ulfberth
12.02.13, 10:39:36

mario

geändert von: mario - 12.02.13, 10:40:09

Hallo ulfberth,
sind wir uns doch einig.
Es wird wohl der bayerischer Artillerie-Säbel sein.
Gruß Mario
12.02.13, 21:24:57

mac_oli

Hallo ulfberth, hallo mario,

vielen Dank für eure Mühe! So sind wir uns bei der Identifizierung des Säbels doch recht einig.
Ulfberth, bei der 19 auf dem Ringkragen bin ich mir recht sicher. Das "L" würde ich eher für eine Spiegelung halten. Genau zu erkennen ist es aber leider nicht.

Viele Grüße und einen schönen Abend wünscht mac_oli
12.02.13, 21:39:23

mac_oli

Als Ergänzung hier noch das komplette Foto. Ich tat mich mit einer bayrischen Waffe so schwer, weil hier drei Feldgendarmen mit Ringkragen ohne römische Zahl für das Armeekorps abgebildet sind. Das spräche eigentlich für das Garde Korps, Preußen / Elsaß-Lothringen, Generalkommando Berlin. Ganz links vorne mit dem preußischen Artilleriesäbel n/A, M48 haben wir noch einen Ringkragen mit der XIV, 14. Armeekorps, Baden, Generalkommando Karlsruhe.

Viele Grüße
mac_oli
12.02.13, 21:41:11

mac_oli

Bild unterwegs verloren... sorry...
12.02.13, 23:12:44

ulfberth

geändert von: ulfberth - 12.02.13, 23:13:59

Zitat von mac_oli:
... weil hier drei Feldgendarmen mit Ringkragen ohne römische Zahl für das Armeekorps abgebildet sind. Das spräche eigentlich für das Garde Korps, Preußen / Elsaß-Lothringen, Generalkommando Berlin. ...
Viele Grüße
mac_oli


Hierzu würde ich dann doch gerne näheres erfahren.

Gruß

ulfberth
13.02.13, 22:45:50

mac_oli

Hallo ulfberth,

meine Überlegung war, da auf drei Ringkragen keine Armeekorpsnummer angebracht ist könnten die Feldgendarmen dem Gardekorps zugeordnet werden (siehe z.B. Jürgen Kraus, Die feldgraue Uniformierung des deutschen Heeres. Hier steht zum Thema Ringkragen unter Anderem: "Beim Gardekorps entfiel die Korpsnummer"). Gilt das nicht auch für die Reichslande?
Da der vierte Mann eben einen Ringkragen mit einer aufgelegten XIV trägt dachte ich an den räumlich / regionalen Zusammenhang zwischen Baden und Elsaß-Lothringen.
Liege ich da völlig falsch?
Diese drei Feldgendarmen tragen ebenfalls Ringkragen ohne AK-Nummer. Absender ist der Obergend Staab - Waldighofen i.E. 4.3.15. Das liegt im Süd-Elsass.
Bei den Blankwaffen tendiere ich zum Seitengewehr M1871.

Viele Grüße
mac_oli
 
 
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