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stavblue0815

(Mitglied)

Hier einer der weltweit berühmtesten Rollgabelschlüssel stammend aus New Bedford Massachusetts, früher Teil der Plymouth Kolonie, geführt von separatistischen Kongregationalisten – was es nicht alles gab. Dieser exakt 1000 Gramm schwere und 260 mm lange „H and E“ (runterscrollen: 5. Bild) begeistert mich wie kaum ein zweites amerikanisches Stück. Die Buchstaben stehen für die Firmengründer und Erfinder: Hemphill und Evans. Das Patent datiert zum 20. September 1921, dabei ist sein Mechanismus so einfach, wie genial! (5:33) Seine Patina gefällt mir sehr, sodass ich ihn im Fundzustand belassen habe und er weiter schwarz auf graublauem Grunde schreibt:

PAT'D SEPT - 20 -1921
M'F'D BY
HANDEHANDE
TRADEMARK
WRENCH CO.
NEW BEDFORD. MASS.

Da seinen Mechanismus japanische Hersteller mit Nachahmung ehren, grüßt zum Schluss der „Fuji-HAN“.

Beste Grüße
Ferdinand


01.02.26, 00:57:14

Zietenhusar

(Hausmeister)

Ein wirklich spannender und von mir noch nicht gesehener Mechanismus. Vielen Dank fürs Zeigen, auch wenn ich ihn beim Betrachten der Fotos noch nicht ganz verstanden habe.
Zitat von stavblue0815:
...grüßt zum Schluss der „Fuji-HAN“.
Gutes Auge, gepaart mit einer ordentlichen Portion Vorstellungskraft.

Daumen Ein Kollege von mir war über Weihnachten und Neujahr in Japan und hat diesen Anblick mehrmals genossen und in seinem Whatsapp-Status festgehalten. Ich bat ihn vor Antritt der Reise um ordentlich viel geteilte Eindrücke. lachen

Gruß,
Thomas

01.02.26, 08:37:04

stavblue0815

(Mitglied)

Hallo Thomas,

in diesem Video kann man sehr gut ab Minute 5:33 die Funktionsweise nachvollziehen: Herzstück des Mechanismus ist eine gegenläufige Schraube, in dessen breit angelegter Rille eine Nase des Schiebers ragt. Bewegt man den Schieber beginnt sich die Schraube zu drehen. Auf der anderen Seite der Schraube, bei der engmaschig angelegten Rille ragen Nasen der Rollgabel in die enge gegenläufige Rille. Folglich bewegen sich Schieber und Rollgabel entgegengesetzt und auch nur im Verhältnis zu den unterschiedlich eng angelegten Rillen. Diese unterschiedliche Breite der Abstände der Rillen bewirkt auch, dass die Rollgabel in der gefunden Position bleibt und nicht nachgibt. Am besten das verlinkte Video ansehen.

Beste Grüße
Ferdinand

01.02.26, 15:41:00

Zietenhusar

(Hausmeister)

Ah, jetzt, ja. Idee

Ein superspannendes Sahnestück, Ferdinand.

Diese im Video gezeigten, verschiedenfarbigen Fließe nutze ich bei bestimmten Arbeiten auch.

Dank und Gruß,
Thomas

01.02.26, 17:08:35

stavblue0815

(Mitglied)

Nun schloss sich dem Bunde meiner Greifen der Dritte an: Der kleine Greif wiegt 116 Gramm und misst 155 mm. Unter dem Schmutz fand ich neben der Markierung; "D.R.G.M. AUSL. PATENT" ein kleines, aber fabelhaftes Herstellerzeichen: einen stolzen Greifen mit Teufelsschwanz. Zuerst dachte ich, er hält einen Stab mit einer Kugel. Doch das schärfere Foto lässt eine Schraubenmutter erkennen, die der Greif mit selbigen Verstellschlüssel einhändig zu bedienen weiß.

Beste Grüße
Ferdinand

06.02.26, 23:45:37

stavblue0815

(Mitglied)

Und hier ein sehr stilisiertes Fabeltier:

Infolge des Versailler Vertrags formten sich aus den Trümmern der demilitarisierten Kriegsindustrie neue Wirtschaftszweige – so entstand aus den Standorten der 1722 gegründeten „Königliche Preußische Gewehrfabrique“ wie Erfurt der Schreibmaschinenhersteller Olympia und aus dem Werk in Spandau ein Motoradhersteller: Derad, ab 1924 D-Rad. D-Rad stellte bis zur Fusion mit NSU 1932 an die 83.000 Motorräder her.

Bis heute genießen die D-Räder Kultstatus, da allein die Bedienung eine Wissenschaft für sich darstellt. Mir gefällt die saubere Verarbeitung des 166 mm langen und 512 Gramm schweren Schlüssels. Das für die Marke typische D prangt gefällig auf seiner Stirn, dessen eigenwillige Form sich von einem fabelhaften Wesen mit sehr langem Schweif ableitet.

Beste Grüße
Ferdinand


08.02.26, 02:10:00

Zietenhusar

(Hausmeister)

Hallo Ferdinand,

wieder zwei herrliche Verstellschlüssel mit tollen Herstellerlogos und Firmengeschichten. Beim durchlesen sämtlicher(!) von Dir verlinkter Seiten im Text
Zitat von stavblue0815:
...der 1722 gegründeten „Königliche Preußische Gewehrfabrique
den Hinweis auf die Klingenschmiede in Hagen entdeckt, die ab 1661 einen Vertrag mit Preußen hatte. Demnach sollten sämtliche, oder zumindest die meisten militärischen Blankwaffen für Preußen bis 1813 aus dieser Schmiede stammen!? Also "nix" mit Solingen?

Dann war ein Verstellschlüssel der Schlüssel zu (m-)einer Erkenntnis. Man lernt jeden Tag etwas hinzu.

Gruß,
Thomas

08.02.26, 03:41:25

Ulan13

(Mitglied)

Zitat von Zietenhusar:
...den Hinweis auf die Klingenschmiede in Hagen entdeckt, die ab 1661 einen Vertrag mit Preußen hatte. Demnach sollten sämtliche, oder zumindest die meisten militärischen Blankwaffen für Preußen bis 1813 aus dieser Schmiede stammen!? Also "nix" mit Solingen?
Ein interessanter Punkt, dem nachzugehen sich durchaus lohnen sollte. Besonders für die "Preußen" unter uns! Allerdings ist das mit diesen Privilegien so eine Sache. Verliehen wurden sie gern, aber durchgehalten schwerlich. Kamen doch, gerade unter dem großen Kurfürsten, immer wieder neue Territorien hinzu mit neuen "Facharbeitern". So konnte es sein, daß solch ein Privileg nur wenige Jahre Bestand hatte. Darüberhinaus gilt es ja nur für heimische Produktion. Eventuelle Importwaren sind da dann nicht miteinbezogen. Und somit war Solingen keineswegs außen vor!
Aber wie gesagt, es könnte sich lohnen, da mal ein bißchen zu forschen! Eine nette Fleißaufgabe für Leute mit der entsprechenden Literatur. Ich bin gespannt.
Und daß diese Diskussion aus einem "Werkzeugthema" hervorgeht, ist in der Tat amüsant lachen

Grüße vom Ulanen

08.02.26, 10:57:09

Zietenhusar

(Hausmeister)

Zitat von Ulan13:
Allerdings ist das mit diesen Privilegien so eine Sache.
Ich vermute auch eher, dass Preußen mit Hagen (Lange Riege im Ortsteil Eilpe) wohl eher "noch" einen Klingenhersteller hatte. Das geht aus den Artikeln allerdings nicht hervor.

Zumindest ist die Blattmarke, bzw. "Solinger Rose" auf preußischen Blankwaffen in seiner Häufigkeit, aus meiner Sicht zeitlich gesehen auch erst gegen Ende von Hagen als Lieferant präsent. Ich bin allerdings zu lange aus dem Thema raus, als dass ich hierzu fruchtbares beisteuern könnte.

Was mir noch aufstößt ist, ein Fehlen von Hagener Schmiedemarken.

Wahrscheinlich werde ich das Thema gelegentlich splitten. Scheint sich wohl zu lohnen.

Gruß,
Thomas

08.02.26, 11:15:55

Ulan13

(Mitglied)

Zitat von Zietenhusar:
Was mir noch aufstößt ist, ein Fehlen von Hagener Schmiedemarken.

Wahrscheinlich werde ich das Thema gelegentlich splitten. Scheint sich wohl zu lohnen.
Stimmt, wo sind die Marken? Vielleicht haben sie ja die solinger Marken beibehalten. Oder Passauer Wölfe geschlagen, oder toledaner Marken... Waren ja gang und gäbe damals, diese Methoden zwinkern

Das Thema zu splitten ist eine gute Idee...!



08.02.26, 12:34:49
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