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Thema: Scottish Basket Hilt Broadsword (https://www.deutsches-blankwaffenforum.de/topic.php?id=9095)


Geschrieben von: Zietenhusar am: 10.04.22, 05:56:02
Auf Deutsch: Schottisches Breitschwert mit Korbgriff
Das auch Claymore*) genannte Schwert unterscheidet sich vom Backsword durch seine zweischneidige Klinge.

Maße (Herstellerangaben):
Klingenlänge: 80,01 cm
Klingenstärke: 0,55 cm
Klingenmaterial: 1055 Karbon Stahl, handgeschmiedet
Grifflänge: 15,88 cm
Gesamtlänge: 95,9 cm
Gewicht: 1338/1502 g
Scheide: Leder-/Holzscheide mit gebläuten Stahlbeschlägen

Der Hersteller ist Cold Steel® Inc., 1980 in den USA gegründet. Sein Hauptsortiment sind alle Arten von Kampf- und Outdoormessern. Er führt auch andere Waffen für Training, Kampf und Filmproduktionen. Darunter auch Schwerter, Säbel und Degen. Die langen Klingenwaffen werden in der Regel in Asien gefertigt. Das hier vorgestellte Schwert (Pallasch, nach deutscher Nomenklatur) wurde aller Wahrscheinlichkeit nach in Indien gefertigt. Das verrät die Unterschrift auf dem beiliegenden Prüfzertifikat, siehe letztes Foto. Geprüft wurde die Klinge nach "britischer Art". Die Leistung dieser Waffe wird in einigen YouTube-Videos gezeigt (Hinweis: Nicht für Vegetarier geeignet!).

*)Das in Wikipedia ebenfalls gezeigte Zweihandschwert ist kein Claymore. Diese Bezeichnung wurde für andere als zum Korbschwert gehörende Schwerter in den vergangenen Jahren mehrfach widerlegt.


Geschrieben von: Ulan13 am: 10.04.22, 11:20:32
Der Griff ist identisch mit dem, den das Royal Regiment of Scotland heute immer noch führt, wenn mich nicht alles täuscht. Die Klinge bei Deinem ist allerdings breiter.

Gruß vom Ulanen


Geschrieben von: Zietenhusar am: 12.04.22, 05:12:47
Vielen Dank für Deine Reaktion.

Ja, die Ähnlichkeit des Gefäßes ist in der Tat vorhanden, siehe auch diese nachgefertigte Ausführung. Im Gegensatz zu den heute noch geführten Paradewaffen soll die hier vorgestellte Sammlerwaffe eher den funktionalen Ursprungswaffen ähneln. Die Klinge ist breiter, scharf, nicht rostfrei und hat keine Verzierungen.

Gruß,
Thomas


Geschrieben von: Zietenhusar am: 07.03.26, 08:09:35
John Barnett Basket Hilt Sword

Dieses Schwert kam über Umwege aus Schottland zu mir. Der Vorbesitzer hatte es 2025 im Fort George unweit Inverness erworben. Dieser wiederum lebt in Luxemburg. Erworben habe ich es allein schon wegen dieser Geschichte. Dadurch fühle ich mich der Serie Outlander ein Stück nahe.

Die Qualität ist allerdings nicht herausragend, befindet es sich mit um die 110 bis 120 englische Pfund auch im Low-Budget Bereich. Ansonsten ist diese vermeintliche Replik - Aussage der Händler, denn ich fand kein originales Vorbild - doch recht hübsch anzusehen.

Länge mit Scheide: 1100 mm
Länge ohne Scheide: 1050 mm
Klingenlänge: 889 mm
Klingenbreite: 44 mm
Klingenstärke an der Basis: 4,2 mm
Klingenstärke 10 mm vor der Spitze: 2 mm
Material Klinge: Carbonstahl (EN45)
POB: 140 mm vor Parierstange
Gewicht mit Scheide: 2313 g
Gewicht ohne Scheide: 1816 g

Der Hersteller wird unter den Namen "John Barnett" geführt. Unter diesen Namen finden sich Blankwaffen unterschiedlicher Epochen, so dass ich hier eher die Serienbezeichnung eines eventuell größeren Zulieferers vermute.

Gruß,
Thomas


Geschrieben von: corrado26 am: 07.03.26, 08:15:01
Das Claymore-Sword unterscheidet sich vom Broadsword nicht nur durch die Klinge, sondfern hauptsächlich durch das Gefäß! Dormal haben die beiden Waffen nichts miteinander zu tun


Geschrieben von: Zietenhusar am: 07.03.26, 17:29:27
Ich verfolge dieses Thema seit Jahren und war ebenfalls auf dieser "Schiene" unterwegs. Nach einigem Hin und Her der vergangenen drei Jahren ist die Bezeichnung Claymore tatsächlich wieder beim Basket hilted sword angelangt. Der schottische "Zweihänder" wird aktuell nicht mehr als Claymore bezeichnet, jedenfalls nicht mehr in Schottland selbst. Allerdings hinken die Webseiten hinterher, weshalb es zu Überschneidungen kommt. Wahrscheinlich wird die Bezeichnung wieder beim Zweihänder angekommen sein, ehe die Webseiten geändert wurden.

Ich lass es einfach mal im Raum stehen.

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Nachtrag am 16.03.2026:
Schottisches Breitschwert (Claymore)
Während der Jakobitenaufstände im 17. und 18. Jahrhundert verwendeten die schottischen Clans oft das schottische Korbschwert, im Gälischen claidheamh mór genannt, was „großes Schwert“ bedeutet (im Englischen oft Claymore). Einige Autoren haben vorgeschlagen, dass man eigentlich „claidheamh beag“ (kleines Schwert) sagen sollte, aber laut schottischen Quellen stimmt das nicht. Im Gälischen bedeutet „claidheamh mór“ wirklich Breitschwert, und „claidheamh dà làimh“ ist ein zweihändiges Schwert. Heutzutage wird jedoch überwiegend der Begriff Claymore für das große Zweihänder verwendet, das die schottischen Clans benutzten. Dennoch kommt es häufig vor, dass auch das Korbschwert Breitschwert Claymore genannt wird. (Quelle: www.celticwebmerchant.com)


Geschrieben von: Zietenhusar am: 11.03.26, 15:33:02
Zitat von Zietenhusar:
Die Qualität ist allerdings nicht herausragend...
Einer der Gründe, warum ich dieses anmerke ist das Gewicht. Das Gesamtkonstrukt ist deutlich zu schwer. Nach etwas Materialrecherche erscheint es auch logisch, denn außer der Klinge sind alle anderen, sichtbaren Metallteile aus Messing, welches man dezent geschwärzt hat. Messing ist, bei gleichem Volumen, schwerer als Stahl. Ob die Klinge mit 888 Gramm zu schwer ist, kann ich nur vermuten.

Das einzig nicht sichtbare Metallteil ist die mit Kunstleder belegte Hilze. Diese ist aus Aluminium und wiegt 140 Gramm, siehe 1. und 2. Foto. Dem kann man natürlich abhelfen, zumal der Griff durch dessen geringen Durchmesser wenig komfortabel in der Hand liegt. Dafür benötigte ich nur einen alten Hammerstiel, ein Stück raues Leder, zwei Stücke 28er Kupferrohr und selbst verdrillter Messingdraht. Nachdem die Hilze am Ende mit Ballistol eingerieben wurde, sieht es dann so aus.

Das Ergebnis ist mit 72 Gramm (zzgl. das Ballistolöl) nun beinahe nur noch halb so schwer.

Gruß,
Thomas