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joehau

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Sturzhelm M48 aus britischer Kalotte

Masse mit Nackenschutz: 1355 g

Kalotte Länge max. (innen) : 257 mm
Kalotte Breite max. (innen) : 227 mm
Kalotte Höhe: 146 mm


Futter Baujahr: 1957
Futtergröße: A
Hersteller: Ziehler A.G. Sackfabrik, Bern / Walter Isell, Sattler und Tapeziergeschäft, Arnisäge b.Biglen


Beschreibung:

M48 aus umgebauter britischer HSRAC ( Helmet Steel Royal Armoured Corps ) Kalotte.
Das Loch oben für die zentrale Futterschraube wurde verschweißt, die 2 Löcher für
den elastischen britischen Kinnriemen sind durch Blindnieten verschlossen.
Ein neues schweizer Futter mit 4 Lederzungen wurde eingepasst. Dazu wurden
4 Löcher für den Futterring und 6 Löcher für den gegabelten Kinnriemen neu gebohrt.
Einknöpfbarer, brauner, lederner Nackenschutz ( vor 1962 ), nach Muster der britschen
Despatch Riders Helme. Der Helm ist aussen schattenschwarz rauh, innen glatt lackiert.
Reste einer britischen Lackierung darunter sind nicht erkennbar.




26.10.21, 19:59:40

joehau

(Mitglied)

Die fortschreitende Mechanisierung der Schweizerischen Armee machte Ende der 1940er
Jahre die Beschaffung eines geeigneteren Helms für die motorisierten Truppen erforderlich,
da der Stahlhelm M18 in Gefechtsfahrzeugen und auf Motorrädern zu sperrig war. Mit
Verfügung vom 23.02.1948 beschaffte das Eidgenössische Militärdepartement 13.377
Helme aus Beständen der britischen Armee in Belgien.

Es wurden 3 Sorten britischer Stahlhelme beschafft:

1) 7.706 Stk. HSDR ( Helmet Steel Dispatch Riders )
2) 5.196 Stk. Mk1 HSRAC ( Helmet Steel Royal Armoured Corps )
3) 475 Stk. Mk2 HSAT ( Helmet Steel Airborne Troops )

ob unter 3) auch Mk1 HSAT waren, ist nicht bekannt.

In der schweizer Armee wurden die Helme als Sturzhelm 'P' für die Panzerwagen-
besatzungen und Sturzhelm 'M' für die Motorradfahrer bezeichnet und anfangs
entsprechend innen mit Farbbuchstaben gekennzeichent.

Kalotten aus britischer Fertigung erkennt man sofort an dem auf die Helmkante gesetzten,
6mm breiten, Stahlblechstreifen. Bei der später einsetzenden schweizer Produktion dagegen
ist die Helmkante immer nach außen abgekantet und nach innen umgebördelt. Die britischen
Kradmelder- und Panzerhelme wurden zunächst mit ihrem ursprünglichen Futter verwendet.
Verschlissene elastische Kinnriemen der Briten wurden durch lederne vom schweizer M18
ersetzt. Nur die 475 HSAT der Luftlandetruppen wurden wegen ihres unbrauchbaren Futters
und Kinnriemen auf M18 Futter umgebaut.

Alle britischen Helme wurden sofort mit 'schattenschwarzem Rauhanstrich' versehen. Die
Eigenproduktion der 1950er und 60er Jahre war werkseitig schattenschwarz und ab 1971
rauh olivgrün. Schwarze Helme wurden zumindest teilweise rauh-oliv überlackiert. Ein
ehemals britischer Helm könnte also 3 Farbschichten tragen: britisch grün ( Hersteller BMB )
bzw. braun ( Hersteller G&S ) dann schweizerisch schattenschwarz und darüber olivgrün.

Bereits in den 1950er Jahren begann die schweizer M48 Helmproduktion. Sie wurden zunächst
mit M18 Futtern, die mit den üblichen, innen eingeschweissten Klammern befestigt waren,
ausgestattet. Ab ca.1957 kam das neu konstruierte Futter mit 4 Lederzungen und gabelförmigen
Kinnriemen zum Einbau. Die Sammlerbezeichnung M48/62 für Helme aus schweizer Produktion ist
insofern unbegründet. Alle Helme heißen offiziell Sturzhelm Ord.48.

Auch britische Kalotten wurden sukzessive auf die neuen Futter umgerüstet. Es ist mit 4 Nieten
rundum eingenietet. Überschüssige Niet- und Schraubenlöcher der britischen Kalotten sind mit
Blindnieten verschlossen bzw. verschweisst werden. Nur die 4 Löcher der Despatch Riders Helme
könnten auch für die schweizer Innenausstattung passen. Zur Befestigung des Kinnriemens vorn
und des Futterrings hinten waren jedoch weitere 6 Nietlöcher erforderlich.

Ab 1962 wurde anstelle des braunen Leders für den Nackenschutz olivgrünes verwendet.


26.10.21, 20:07:57

joehau

(Mitglied)

Sturzhelm M48/62 - schweizer Produktion, schattenschwarzer Rauhanstrich



Hersteller Futter: Ziehler A.G. Sackfabrik, Bern, 1962
( im Futter sind zwei Hersteller gestempelt, der zweite ist unleserlich )

Hersteller Kinnriemen: FR.OPPLIGER, SATTLER, Heimiswil



Als mit fortschreitender Mechanisierung die Anzahl der von den Briten angekauften Helme
für Kradmelder und Panzerbesatzungen nicht mehr ausreichte, begann in der Schweiz die
Eigenproduktion. Der gezeigte Sturzhelm M48/62 ist komplett aus früher schweizer Fertigung,
leicht erkennbar an der nach innen umgebördelten Helmkante. Die ehemals britischen Kalotten
haben alle einen auf die Helmkante aufgesetzten Stahlstreifen.



26.10.21, 20:32:48

joehau

(Mitglied)

Dem Stempel im Futter nach zu urteilen, dürfte der Helm ca. 1962 hergestellt worden sein.
Die Seriennummer 30005 und die (Einheits- ) Kalottengröße A ist an der Stirnseite innen mit
weißer Farbe gestempelt. Im ledernen Innenring ist die Futtersgröße eingeprägt ( hier 'B' ).

Einknöpfbarer Nackenschutz aus olivgrünem Leder fehlt.


26.10.21, 20:34:58

joehau

(Mitglied)

Sturzhelm M48/62 - olivgrüner Rauhanstrich, Militärpolizei


Masse mit Nackenschutz: 1420 g

Kalotte Länge max. (innen) : 260 mm
Kalotte Breite max. (innen) : 227 mm
Kalotte Höhe: 146 mm
Blechstärke: 1,14 mm


Hersteller Futter:

ERNST OEHNINGER, Lederwaren, 9602 Bazenheid 76
R. KURZMEIER, Sattler- Tapeziererwerkstätte, Oberwangen b. Bern
( im Futter sind zwei Hersteller gestempelt )


Der gezeigte Sturzhelm M48/62 ist komplett aus schweizer Produktion. Ab 1971 wurden
alle Stahlhelme werkseitig mit olivgrünem Rauhanstrich versehen, davor waren die M48
und M48/62, wie auch der Standardhelm M18, in 'schattenschwarz' lackiert. Ggf. wurden
schwarze Helme nach 1971 olivgrün überlackiert. Hier ist zusätzlich das 'P' im Doppelring
der Militärpolizei mit weißer Farbe aufgetragen.

Der einknöpfbare Nackenschutz ist innen mit braunem Fleecestoff gefüttert, aussen
besteht er aus grünem Leder. An der Rückseite ist ein Gummizug eingenäht.



26.10.21, 23:28:26

joehau

(Mitglied)

Die Stahlkalotte wurde nur in einer Größe gefertigt. Das Futter für die schweizer
Kalotte gab es nur in zwei Größen: A und B. Die Futtergröße wurde hinten innen am
Helmrand mit weißer Farbe markiert und ist am ledernen Innenring des Futters
eingeprägt ( hier 'B' ). Beim kleineren 'A' - Futter sind im Stirnbereich zwischen
Kalotte und Futter-Innenring 3 Lagen Schaumstoff eingepasst, bei Gr. B nur 2 Lagen.

Nur bei den etwas größeren Kalotten aus britischer 2. Weltkriegs-Herstellung findet
man auch noch die Größe 'C'. Die Futtergröße kann darüber hinaus nur mittels der
Zugschnur und über die Polsterpäckchen angepasst werden.

Auf der Innenseite eines der 4 Lederlappen des Futters befindet sich ein Stempel mit
Schweizerkreuz, desgleichen an der Verbindungstelle des Nacken- mit dem Kinnriemen.


26.10.21, 23:31:13
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