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franz2

(User)

Hallo Forum,

ich bitte um Mithilfe bei der Identifizierung meines Infanteriegewehres. Ich tippe auf Frankreich, finde aber kein vergleichbares Stück. Leider ist der Schaftstempel doppelt aufgebrannt und somit für mich unleserlich.
Da es viele Stempel aufweist, bin ich zuversichtlich das es einer von Euch erkennt. Danke schon mal im voraus.
Übrigens ist die Gesamtlänge 152cm, die Lauflänge 114cm und das Kaliber hat 17,8mm. Das Bajonett hat 47cm GL und die Dillenlänge ist 7,0cm.
Franz

26.05.21, 17:58:27

franz2

(User)

Hier noch weitere Bilder.

26.05.21, 18:02:34

franz2

(User)

Noch ein paar weitere Bilder.
Das sieht alles aus, als wär die Waffe Nummerngleich, selbst mit dem Bojanett.

26.05.21, 18:18:56

corrado26

(Super-Moderator)

Das Gewehr hat mit Frankreich sicherlich nichts zu tun. Vorbild für seine Fertigung - vermutlich in Suhl - war das preußische Infanteriegewehr M 1809/12 oder seine perkussiuonierte Form M 1809/12UM. Die Form der Kolbenblechnase, die Hahnform, das Standvisier und die Form des Pistonsockels sind eindeutig. Abweichend vom preußischen Muster, welches zum Aufpflanzen des Bajonetts einen Federlöffel besaß,ist am vorliegenden Stück eine Bajonettwarze vorhanden. Zur Aufklärung, welchem Staat das Gewehr zuzuschreiben ist, könnte der Schaftstempel beitragen, aber der ist leider nicht entzifferbar. Auch der am Schlossblech und am Bajonettarm eingeschlagene, bekrönte Stempei ist nicht eindeutig. Man könnte ihn vielleicht als "SM" lesen, was dann eventuell als Sachsen-Meiningen gedeutet werden könnte, Aber das ist nur eine These. Weitere Aufklärung könnte vielleicht der Stempel an der Kolbenkappe bringen, dessen Abbildung zum Lesen zu unscharf ist, wobei sich mir die Frage aufgrängt, warum man dermaßen unscharfe Bilder überhaupt hier einstellt!!.
Abschließend bleibt festzustellen, dass es sich mit Sicherheit um das Gewehr eines deutschen Kleinstaates handelt - mehr ist nicht dazu zu sagen.

27.05.21, 08:00:23

franz2

(User)

Hallo corrado26,

vielen Dank für Deine Erläuterungen. Du hast recht, das man mit dem Bild der Schaftkappe nichts anfangen kann. Nun habe ich ein besseres Foto gemacht. Die Nummer 10555 findet sich immer wieder. Die Schrauben und Schloßteile sind mit der Nr.14 versehen. Auf dem Foto der Schloßgegenplatte ist ein S mit Krone darüber zu finden. Das kommt auch auf der Garnitur vor.
Selbst mit einer Lupe kann ich den Schaftstempel nicht lesen. Er wurde 3-fach eingeschlagen was aber alles nur noch schlechter gemacht hat.
Danke nochmals, Franz.

27.05.21, 18:20:33

corrado26

(Super-Moderator)

Die "10555" an Kolbenblech und Schlossinnenseite ist vermutlich die Tagebuchnummer der Aptierung, die laut Stempelung an der Laufunterseite 1850 erfolgte

27.05.21, 19:03:17

ral6014

(Mitglied)

Ein sehr interessantes Ensemble. So komplett mit zugehörigem Bajonett sind diese Waffen eher selten zu finden. Und ja.... das Gewehr entspricht bzw. entsprach wie bereits ausgeführt - weitgehend - dem preuss. Modell 1809 (dessen Vorbild natürlich schon das franz. Baumuster 1777 war zwinkern ).Die Perkussionierung entspricht ebenfalls der, die Preussen - vor dem Hintergrund des heraufziehenden Krimkrieges - zu Beginn der 1850´er Jahre seinen Modellen 09 und 39 angedeihen ließ, inkl. der blockartigen Visierkimme. Ja, immer schade, wenn man zwar ein schönes Stück im Bestand hat, dieses sich aber nicht zweifelsfrei zuordnen lässt.

07.07.21, 07:49:45
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