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corrado26

(Super-Moderator)

Sachsen-Hildburghausen, Grenadiersäbel 1764
Gegossenes Tombakgefäß mit hochovalem Knauf; dort terzseitig das ligierte Monogramm "EF" und quartseitig die Regimentsbenummerung "N°3". Belederte Griffhülse mit einfacher Messingdrahtwicklung. Symmetrisches Stichblatt mit Randwulst. Handbügel mit terzseitigem Bügel, welcher sich zu einem Knöchelschild verbreitert, darauf eine platzende Granate. Quartseitig ein angegossener Daumenring. Gebogene Rückenklinge mit beidseitigem Zug und am Ort beidseitiger Schneide. Keine Herstellersignatur oder -markierung.
Die Klinge ist 32 mm breit und 670 mm lang. Die Pfeilhöhe beträgt 35 mm.

Der vorgestellte Säbel (ohne Scheide) dürfte, wenn man das Monogramm am Knauf nach Flämig, Monogramme auf Münzen und Medaillen auflöst, dem Herzogtum Sachsen-Hildburghausen unter Ernst Friedrich I. 1714-1724 und/oder Ernst Friedrich II. 1724-1745 zuzuordnen sein.
Zur Zeit von Herzog Ernst Friedrich I. und dessen Nachfolger Ernst Friedrich II. musste auch Hildburghausen als Teil des Obersächsischen Reichskreises im Kriegsfalle Soldaten zur Reichsarmee stellen. Zusammen mit Sa.-Weimar, Sa.-Meiningen und Sa.-Coburg-Saalfeld waren dies nach der Konvention von 1734 neben einem berittenen Kontingent sechs Kompanien zu Fuß zu jeweils 134 Mann. Dabei entfiel auf Meiningen, Coburg-Saalfeld und Hildburghausen neben einer berittenen nur eine Kompanie zu Fuß. Dies aber bedeutet, dass Hildburghausen nur etwa 1/3 der 134 erforderlichen Infanteristen zu stellen hatte, also etwa 44 Mann. Entsprechend gering dürfte die Anzahl der ausgegebenen Grenadiersäbel gewesen sein.


26.02.20, 18:19:32
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