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ragerdi

(Mitglied)

Hallo zusammen,

als Neuling des Forums möchte ich erst mal Hallo sagen und bei der Gelegenheit meine erste Errungenschaft vorstellen. Wie ich an anderer Stelle dem Forum entnommen habe, handelt es sich offenbar um einen englischen Degen. Ich habe das gute Stück kürzlich spontan bei einer Auktion in einem alteingesessenen Hamburger Auktionshaus erstanden. Der Zustand war, sagen wir mal, wenig repräsentativ, zumindest für meinen Geschmack (Kann man auf den ersten drei Bildern gut erkennen). Das Messing war stark verkrustet und angelaufen, die Scheide hatte überall kleine Roststellen. Ich habe mich dann daran gesetzt, das Stück etwas aufzupolieren – mit dem Ergebnis bin ich persönlich sehr zufrieden, auch wenn es wahrscheinlich Profi-Ansprüchen nicht genügt.

Meine Frage: Ich habe im Netz gesehen, dass es von diesem Modell auch Replikas gibt – wie kann man herausfinden, ob es sich um ein Original oder eine Reproduktion handelt? Ist der Zustand generell ein Hinweis oder gibt es andere Merkmale?

Viele Dank und viele Grüße
Ralf


04.08.15, 10:27:26

Zietenhusar

(Supporter)

Willkommen im Forum, Ralf.
Zitat von ragerdi:
wie kann man herausfinden, ob es sich um ein Original oder eine Reproduktion handelt?
Anhand der Fotos erst einmal nicht. Wenn ich ihn jetzt in den Händen hätte könnte ich besser "spekulieren". Was steht denn auf der runden Messingmarke, die sich im Bereich der Fehlschärfe befindet? Fotos von der Klingenätzung, dem Schlepper und der Hilze wären eventuell auch hilfreich.

Die Form des Korbes sieht schon mal gut aus, nicht so flach wie bei den billigen, und somit sofort ersichtlichen, Kopien. Diese Patina wird leider auch schon nachgemacht. Der Scheide fehlen meines Erachtens die altersgemäßen Gebrauchsspuren. Mehr, wenn ich die weiteren Fotos sehe.

Gruß,
Thomas

05.08.15, 06:05:38

blacky21

(Mitglied)

Bei Kopien sind meist die Ringbandösen hart angelötet,was hier der Fall ist,wenn ich richtig sehe.

05.08.15, 08:21:40

ragerdi

(Mitglied)

Hallo zusammen,

und schon mal ein großes Danke für die Mühe und Antworten. Hier kommen noch ein paar Bilder, zum Teil vor meinen Polierbemühungen, zum Teil danach.

Mir ist aufgefallen, dass sich an der Scheide hier und da Messingreste befinden, auf dem Foto des Endes (ist das der Schlepper?) sieht man das ganz gut. Kann es sein, dass die Scheide mal komplett mit Messing überzogen war? Ich hab leider kein "Vorher"-Foto von der Scheide, sie war wie gesagt eigentlich komplett mit Flugrost gesprenkelt. Ich habe sie mit einem Rostentferner behandelt und poliert.

Falls ich noch weitere Details fotografieren soll, sagt gern bescheid, diese Fotos hatte ich noch so auf meiner Festplatte.

Viele Grüße
Ralf

05.08.15, 09:28:04

ragerdi

(Mitglied)

Und hier zwei weitere Fotos, die ich noch hatte. Einmal ein Detail der Klinge und ein Bild des Griffs. Das Leder war übrigens anfangs mittelbraun und die Drahtwicklung unter Rückständen kaum zu erkennen. Nach der Behandlung mit Ballistol ist das Leder jetzt viel dunkler und man sieht die Wicklung.

Viele Grüße
Ralf

05.08.15, 20:11:11

joehau

(Mitglied)

Zitat von ragerdi:
... Mir ist aufgefallen, dass sich an der Scheide hier und da Messingreste befinden, auf dem Foto des Endes (ist das der Schlepper?) sieht man das ganz gut. ...


Nein, die Scheide war nicht vermessingt. Was man da sieht sind die Hartlötstellen, an denen
mit Messinglot das Schleppblech oder die Ringbänder an die Scheide gelötet wurden.

05.08.15, 20:11:26

Zietenhusar

(Supporter)

Hallo Ralf,

der Degen ist meines Erachtens eine Kopie. Hier wurde eine neue Waffe mit einer künstlichen und "unnatürlichen" Patina übertüncht. Neu heißt in diesem Fall, etwa 20 bis 30 Jahre alt. Die Marke mit dem "Proved T." ist dabei nur ein Indiz. Meine Erfahrung zu diesem Thema ist allerdings schon einige Jahre her. Damals schrieb man diese Markenbeschriftung Toledo in Spanien zu. Ob es heute neue Erkenntnisse dazu gibt entzieht sich mir leider.
Ein weiteres Indiz hat blacky21 genannt. Die Hilze ist in ihrer Form ebenfalls nicht original. Die Scheide bezeugt, dass diese Waffe nie getragen wurde. Flugrost entsteht schnell und ist ebenfalls ein Hinweis auf eine neue Waffe. Wenn alte Waffen rosten, dann sind richtige Rostnarben vorhanden.

Hier ist zum Vergleich ein Original zu sehen, wobei man die Messingscheide gern außen vor lassen darf: KLICK

Gruß,
Thomas

06.08.15, 06:00:29

ragerdi

(Mitglied)

Hallo Thomas,

erst einmal ganz lieben Dank für Deine Mühe (auch an blacky21 und joehau) und die Einordnung. Ich habe heute noch weiter im Netz rumgesucht und bin auf einige für mich interessante Seiten gestoßen. Auf einigen wird das Thema auch diskutiert und auf genau diese Kopien hingewiesen. Auf wieder anderen Seiten wird dieses Stück mit den von Euch entlarvten Merkmalen als Original angeboten. Ich verzichte jetzt mal auf die entsprechenden Links, weil ich nicht weiß, ob das den Forums-Richtlinien entspräche.

Was ich persönlich aber noch gern wissen würde ist, ob es für die Kopie ein historisches Vorbild gegeben hat oder nicht. Im Netz bin ich immer wieder auf den Unterschied zwischen dem "VRI" und dem "VR" auf dem Gefäß gestoßen. Ich habe gelesen, dass die "VRI"-Version bei der Britischen Armee in Indien verwendet wurde. Ist das korrekt? Ich habe ein Beispiel gefunden, bei dem es sich offenbar um ein echtes "VRI" Exemplar handelt. Dies verlinke ich mal, ich hoffe, das ist in Ordnung: Klick

Noch einmal vielen Dank für die Hilfe, es wird in jedem Fall nicht mein letzter Säbel/Degen gewesen sein und ich versuche, in Zukunft mehr auf die angesprochenen Details zu achten.

Viele Grüße
Ralf

06.08.15, 22:38:01

Zietenhusar

(Supporter)

Hallo Ralf,

es gibt zu Deinem Degen ein originales Vorbild. Einen haben wie hier im Forum. Das mit der I hinter dem VR habe ich auch schon gelesen, kann es momentan aber weder bestätigen noch widerlegen.

Wir freuen uns schon auf Deine nächsten Blankwaffenvorstellungen.

Gruß,
Thomas

07.08.15, 05:05:25

YYY

(User)

Hello,
Das ist ein englisher Säbel (Infanterie 0ffizier) 1822, used from 1822 up to 1897.
VR = Victoria Regina
VRI = I for India.
proved (in Sterne) = geprüft. freuen


24.09.21, 00:39:32
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