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Damimandl

(User)

Hallo zusammen,

Ich habe ein paar Erbstücke von meinem Grossvater erhalten.
Da er leider 1982 verstorben ist, kann er mir darüber nichts
mehr sagen. Mein Großvater war Pilot. Vielleicht könnt ihr mir
helfen, möglichst viel Informationen darüber zu erhalten.

Eines dieser Stücke ist dieser Dolch aus dem Jahr 1933-45
Gesamtlänge mit Scheide = 49cm
Gesamtlänge ohne Scheide = 45cm
Klingenlänge = 30,7cm
Klingenbreite = 2,5cm (keine sichbare Fehlschärfe)
Klingenstärke = 0,5cm

Hersteller: E & F Hörster, Solingen

Buchstaben- und Zahlenstempel habe ich keine entdeckt.
Material des Griffes ist Leder mit Silberdrahtwicklung.
Die Scheide ist Leder mit Aluminium verschraubt.
Mit der Beschichtung der Metallteile bin ich überfragt.
An der Scheide eine Kette mit Anhängevorichtung.
Ich kann es nicht beurteilen, ob der HK aus Messing oder
Gold ist (Es sieht eher aus wie Gold).



07.12.13, 16:15:56

joehau

(Mitglied)

Es ist ein so genannten "Fliegerborddolch" oder "Borddolch" der
deutschen Luftwaffe von 1935 bis 1937 für fliegendes Personal.

Danach wurde dieses Modell durch den Luftwaffenoffiziersdolch
M1937 ersetzt.

Den Hersteller hast Du schon genannt: E & F Hörster, Solingen

07.12.13, 17:59:14

Damimandl

(User)

Danke für die schnelle Antwort. Wann wurden die getragen ?
Festlichkeiten oder immer ? Ich habe gehört dass die Soldaten diese
Dolche selbst kaufen mussten. Was haben Sie dafür zahlen müssen ?

07.12.13, 18:18:48

joehau

(Mitglied)

Diese Dolche wurden nur zu repräsentativen Zwecken zu besonderen
Anzügen getragen, wie z.B. zum Ausgang oder bei Paraden, wenn
da nicht das 'Luftwaffenschwert' befohlen war.

Die Dolche wurden privat gekauft. Offiziere waren Selbsteinkleider
und haben auch ihre Uniform selbst gekauft. ( Bis auf dienstlich
gestellte Einsatzkleidung )

Diesen Dolch habe ich grad preislich nicht auf dem Schirm, aber
zum Vergleich, ein Polizeiseitengewehr mit Lederscheide kostete
10,00 RM, ein Löwenkopfsaebel für Offiziere 17,00 RM, dazwischen
liegt irgendwo der Borddolch.

Bei dem Preis, haette man sich ruhig ein paar hinlegen können !

07.12.13, 21:07:19

Damimandl

(User)

Vielen vielen dank für diese Information. Vorbildlich!

08.12.13, 10:06:59

Zietenhusar

(Supporter)

Danke für`s Zeigen.

Habe eben festgestellt, dass wir noch keine Kategorie für die Luftwaffe dieses Zeitbereichs haben. Schaffe gleich mal Abhilfe.

Gruß,
Thomas

08.12.13, 15:37:24

Damimandl

(User)

Meine Neugier ist befriedigt. Wenn sonst keiner fragen hat kann es Geschlossen oder Verschoben werden.

10.12.13, 16:44:59

Asgard

(Moderator)

Anzumerken wäre das es sich um die Alu-Variante handelt ...
Ein Luftwaffen Dolch Typ 1 (Borddolch) kostete 17 RM incl. Kette.
Das Luftwaffenschwert war die teuereste Blankwaffe im 3. Reich, wenn
man mal bei Standardausführungen bleibt. Der Borddolch durfte auch
von Nichtoffizieren getragen werden !!!

Musste aber fliegendes Personal sein ...!

Es gibt von SFM und Weyersberg auch Dienststücke mit Abnahme.

Micha

13.12.13, 20:42:30

joehau

(Mitglied)

Zitat von Asgard:
...der Borddolch durfte auch von Nichtoffizieren getragen werden !!!
musten aber fliegendes Personal sein ...!


Danke für die Ergänzung.
Das wusste ich auch noch nicht.

Gruss Jörg

14.12.13, 11:37:21

Ger Hessels

(User)

Die 1. Variante dieser Borddolche sind aus Buntmetall,
sogenannte "schwere Stücke", und sehr gesucht.

Die Alu-Stücke sind die 2. Variante

Gruss
Ger


Gerrit
21.03.19, 10:47:52
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