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Altbaden

(Mitglied)

Hallo, ich habe eine Frage zur Stempelung: Mein badischer IOD 89 trägt auf der Klinge quartseitig die Marke von Alex Coppel, Solingen und terzseitig Erfurt unter Krone. Der Klingenrücken ist mit W 98 unter Krone gemarkt. Soweit ist alles klar. Auf den Griffteilen finden sich mir unbekannte Markierungen: große E unter Krone in zweierlei Frakturschrift, vermutlich also für "Erfurt". Weiß jemand, ob es sich hier um verschiedene Abnahmemarken von wenigstens zweierlei Inspektoren oder (Teil-)Manufakturen der Preußischen Gewehrfabriken Erfurt handelt oder wie die Markierungen sonst einzuordnen sind?

Danke im Voraus,

Gruß
Jochen

Ich hänge ein paar Bilder an.

26.11.12, 16:36:16

ulfberth

(Moderator)

Hallo Jochen,

die Stempel entsprechen dem Anfangsbuchstabe des Namens des Revisors.

Gruß

ulfberth


www.seitengewehr.de
26.11.12, 23:44:48

Zietenhusar

(Hausmeister)

Hallo Jochen,

die beiden gezeigten Marken wurden von unterschiedlichen Revisoren geschlagen.

Das finde ich nicht ungewöhnlich, weil schon häufiger beobachtet. Diese Teile können im Übergangszeitraum zweier Revisoren gestempelt worden sein, bzw. es sind zum Zwecke einer Reparatur Teile hinzugekommen, die von einem anderen Revisor abgenommen wurden.

Gruß,
Thomas

27.11.12, 05:55:34

Altbaden

(Mitglied)

Super, danke für die raschen Antworten.

Gruß
Jochen

27.11.12, 09:02:06

Schwertfeger

(Mitglied)

Die Überschrift zu diesem Thread "provoziert" eine kleine historische Anmerkung eines Preußen. zwinkern lachen

Bei dem vorgestellten Degen handelt es sich um einen preußischen Infanterie-Offizier-Degen neuen Modells (IOD n/M) der dem 5. Badischen Infanterie-Regiment Nr. 113 zugewiesen wurde.
Gemäß Militärkonvention vom 25.11.1870 war das Großherzoglich Badische Kontingent unmittelbarer Bestandteil der Deutschen, beziehungsweise der Königlich Preußischen Armee geworden, in der Art, daß Seine Majestät der König von Preußen als Bundesfeldherr alle Rechte und Pflichten des Kontingents- und Kriegsherrn, unter Vorbehalt der Badischen Territorial-Hoheit, übernommen hatte. Seine Königliche Hoheit der Großherzog stand zu den Truppen "nur" in dem Verhältnis eines kommandierenden Generals und übte auch als solcher neben den bezüglichen Ehrenrechten die entsprechende Disziplinar-Strafgewalt aus und konnte in dieser Beziehung Befehle direkt an die betreffenden Abteilungs-Kommandeure erlassen.

Zurück zu der Waffe. Hergestellt wurden die Waffenteile (hier offensichtlich bei der Klinge) durch die Solinger (Privat-)Fabrik Alexander Coppel.
Gemäß der Dienst-Ordnung für die Militair-Waffen-Fabrik war die staatliche Fabrik in Erfurt (neben der in Spandau und der in Danzig) seinerzeit zuständig für die Versorgung der Armee mit den erforderlichen Handwaffen, weswegen wir auf der Fehlschärfe den Schriftzug ERFURT unter Krone sehen.

Gruß

Schwertfeger




"Suum cuique" (Cicero: Jedem das Seine; Devise des Schwarzen Adler Ordens)
28.11.12, 19:46:12

Altbaden

(Mitglied)

Hallo Schwertfeger,

danke für die Erläuterungen. Das ist für andere User sicher hilfreich. Mir selbst war das bekannt. Mich hatten nur die unterschiedlichen Abnahmestempel auf den Gefäßteilen gewundert.

So long,

beste Grüße
Jochen

29.11.12, 12:24:43
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