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ulfberth

(Zeugwart)

Das Militär der deutschen Kleinstaaten strapazierte die jeweilige Staatskasse aufs Äußerste. Die vertraglich vereinbarte Truppenstärke wurde zumeist kaum erreicht und Einsparungen bzw. Weiterverwendung waren gang und gäbe.

So ist es auch nicht weiter verwunderlich, daß nicht nur Preussen und Mecklenburg aus dem ehemals französischen Briquet (Infanterie-Säbel Mle an IX et XI) ein neues Seitengewehr fertigten, welches Beispielweise in Preussen die Bezeichnung U/M für "umgeändertes Modell" trugen.

Das Seitengewehr der lippischen Füsiliere scheint eine Variante dazu zu sein.


www.seitengewehr.de
15.08.09, 00:32:31

ulfberth

(Zeugwart)

Nachfolgend der Text aus einer weiteren Knötel-Tafel:

Füsilier-Bataillon Lippe 1861-1867
Seit 1881 wurden die Kragen und Aufschläge der Offiziere statt von Tuch, von schwarzem Sammet angefertigt, desgl. die Epaulettfelder, die von silbernen Halbmonden umgeben den Namenszug PFEL (Paul Friedrich Emil Leopold) zeigten. Der Ueberrock der Offiziere nach preussischem Schnitt, von schwarzem Tuche mit versilberten Knöpfen, mit schwarzem Sammetkragen und roten Vorstössen. An die Stelle des Helmes trat 1861 ein Käppi von wasserdichtem Filz mit Lederausstattung in der Form, wie bei den preussischen Jägern. Zur Parade schwarzer Haarbusch, auch für Spielleute von der gleichen Farbe. Die Offiziere trugen 1866 im Felde (Mainarmee) nach Ausweis gleichzeitiger Photographien meist weiche schirmlose Mützen, Sie führten den Säbel in Stahlscheide, die nach dem Feldzuge auch eingeführt wurde. Als besonderer Ehrentag des Bataillons gilt der Tag von Kissingen (10. Juli 1866), an dem es im Abendgefechte vor Nüdlingen seinen Kommandeur, Major Rodewald, verlor. 1867 wurde die Mannschaft dem Füsilier-Batailion des 55. Inf.-Rgts. einverleibt. Die 1831 verliehene Fahne wurde 1866 auch im Felde vom Bat. Lippe geführt, 1870 / 71 vom Landwehr-Bat. Detmold. Nach diesem Feldzuge erhielt die Fahne statt der Bekrönung eine Spitze mit dem eisernen Kreuze und ist jetzt das Feldzeichen des 1. Bat. Landwehr-Rgts. 55.

Richard Knötel, Uniformenkunde. Band XVI. No. 33., Verlag von Max Babenzien in Rathenow.



www.seitengewehr.de
15.08.09, 00:39:13

ulfberth

(Zeugwart)

Eine andere Zeichnung bei Knötel.


www.seitengewehr.de
15.08.09, 00:47:49

le Hussard

(Mitglied)

Die o. Abgeb. Säbel wurde 1849 von S&K geliefert. 1859 wurde Säbel und die Scheide gekürzt, um den vorzeitigen Uniformabrieb an neuen Uniformen zu vermeiden freuen


Grüße
le Hussard

homo privatus

Ich suche französische Degen aus der Zeit bis 1870
19.08.09, 14:02:04

ulfberth

(Zeugwart)

Mit freundlicher Genehmigung der Firma Hermann Historica Auktionen , München.

Das Seitengewehr der lippischen Füsiliere von 1849. aus dem Katalogtext:
Leicht gebogene Rückenklinge mit Mittelspitze, an der Wurzel gestempelt "1849" sowie "S & K" (Schnitzler & Kirschbaum, Solingen), Korrosionsspuren. Patiniertes Messinggefäß mit S & K - Marke, gestempelt "3 C. F. B. L. " neben lippischer Rose. Dazu gut erhaltene, messingbeschlagene Lederscheide, ungestempelt. Länge 60 cm. Seltene militärische Seitenwaffe im Originalzustand.

Siehe dazu auch HIER

Gruß

ulfberth



www.seitengewehr.de
05.11.11, 00:19:06

ulfberth

(Zeugwart)

Hier einmal das recht seltenes Foto eines Lippischen Füsiliers


www.seitengewehr.de
15.02.14, 19:04:44
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