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ulfberth

(Zeugwart)

Der lippische Offiziersäbel des Militärs und Gendarmerie-Corps.


www.seitengewehr.de
09.08.09, 23:40:34

ulfberth

(Zeugwart)

Angehörige des Fürstlich Lippischen Gendarmeriekorps mit dem Offizier-Säbel. Hierbei auch ein Bild von Oberst Quentin, dem letzten Kommandeur des Fürstlich-Lippische Gendarmerie-Korps. Dieser trug ab 1912 die Uniform, wie sie der letzte Kommandeur des Füsilier-Bataillon Lippe getragen hatte.

Die Portepee-Unteroffiziere trugen ab 1880 den "Offizier-Füsilier-Säbel mit Lederscheide am schwarzen Lederkoppel zum Durchstecken" und ab 1898 den "Offizier-Säbel in Stahlscheide am Schleppkoppel" mit silbernem Portepee in einer Stahlscheide. 1910 wurden die Scheide der "Schleppsäbel" brüniert.

Ab Mai 1912 trugen die Gendarmen die letzte Uniform der Unteroffiziere des ehemaligen Füsilier-Bataillons Lippe von 1867. Zumindest auf der Abbildung wird für 1912 der Portepee-Unteroffizier mit dem alten lippischen Offizier-Säbel in brünierter Scheide dargestellt.


www.seitengewehr.de
10.08.09, 08:13:07

ulfberth

(Zeugwart)

Füsilier-Bataillon Lippe 1849-1861

1848/49 trug das Bataillon, ebenso wie die übrigen Truppen des Deutschen Bundes neben der rotgelben Lippeschen Kokarde, die schwarzrotgelbe. In das Jahr 1849 fällt die Einführung des Waffenrockes und des Helmes nach preussischem Muster. Der Waffenrock behielt die Abzeichenfarben der früheren Uniform bei, doch wurden die aus Schnur aufgenähten Kompagnienummern der Achselklappen durch Nummernknöpfe ersetzt. Die Gamaschen wurden noch bis 1855 beibehalten. Merkwürdig erscheint der Feldwebel im Offiziersüberrock (Oberrock genannt) mit Mannschaftsachselklappen und übergeschnalltem Koppel. Die hinten getragene Patronentasche zeigte denselben Stern wie der Helm.

1859 erfolgte wieder eine Uniformenänderung, die sich aber im Wesentlichen auf die Farben beschränkte. Das Lederzeug seit 1849 nach preußischem Muster und geschwärzt, sogenannter Gürtelrüstung an Stelle der Kreuzrüstung.

1860 erhielten die Offiziere Schleppsäbel in Lederscheide mit vergoldeten Beschlägen.

Text aus:Knötel, Uniformkunde. Band XVI. No. 83., Verlag von Max Babenzien in Rathenow.

Siehe auch Literatur Deutschland



www.seitengewehr.de
12.08.09, 08:19:41

le Hussard

(Mitglied)

Zitat von ulfberth:
Füsilier-Bataillon Lippe 1849-1861
1860 erhielten die Offiziere Schleppsäbel in Lederscheide mit vergoldeten Beschlägen.


Lt. meine Unterlagen (bzw. Unterlagen im St.Archiv Detmold) - die Offz. trugen "lippischen Schleppsäbel" (Bezeichnung in den amtl. Unterlagen) am schwarzen Leibschleppkoppel mit Löwenkopfschnallen seit 1859. Die Scheide war aus schwarzem Leder mit Messingbeschlägen (es steht nicht von den vergoldeten Beschlägen). Nach dem Feldzuge 1866 (seit 3. Okt. 1866) wurde die Stahlscheide getragen.



Grüße
le Hussard

homo privatus

Ich suche französische Degen aus der Zeit bis 1870
14.08.09, 16:24:49

ulfberth

(Zeugwart)

Zitat von le Hussard:
Nach dem Feldzuge 1866 (seit 3. Okt. 1866) wurde die Stahlscheide getragen.


Knötel gibt an, daß die Stahlscheide bereits im Krieg 1866 geführt und danach reglementiert wurden.

Konntest Du darüber nähere Informationen erlangen?

Gruß

ulfberth



www.seitengewehr.de
15.08.09, 00:11:07

le Hussard

(Mitglied)

Die Unif. Bilder (und dazu gehörige Beschreibungen) vom Knötel sind auf der Basis der Arbeit von Hans von Dewall entstanden und ich habe den Eindruck, dass Knötel hat was dazu "gedichtet" freuen (die Notizen von v. Dewall und Briefverkehr zw. v. Dewall und Knötel liegen mir vor)

Der Säbel selbst ist wie Stadt Bielefeld - alle haben gehört, aber keiner gesehen. Im St. Archiv Detmold gibt es gar nichts über den Säbel, einfach gar nichts. Woher H. v. Dewall seine Informationen bezogen hat ist mir nach drei Jahren suche im Archiv immer noch ein Rätsel, v. Dewall hatte (und benutzte!) die Möglichkeit mit den Offz., die am Feldzug 1866 teilgenommen haben, über die Uniformierung und Bewaffnung sich auszutauschen.


Grüße
le Hussard

homo privatus

Ich suche französische Degen aus der Zeit bis 1870
19.08.09, 13:21:32

ulfberth

(Zeugwart)

Hallo le Hussard,

danke für die zusätzlichen Informationen und Deine Einschätzung zu den Offizier-Säbeln.

Es ist immer wieder gut zu wissen, daß auch andere in den Archiven wühlen.

Gruß

ulfberth


www.seitengewehr.de
19.08.09, 13:46:45

ulfberth

(Zeugwart)

Der letzte Kommandeur des Fürstlich Lippischen Gendarmerie-Korps Oberst Richard Quentin.
Geboren am 2. August 1852 in Detmold legte er 1872 in Lemgo das Abitur ab. Im Oktober 1872 trat er als Einjährig-Freiwilliger in die preußische Armee ein. Bereits 1873 erfolgte die Versetzung in das 6. Westfälische Infanterie-Regiment Nr. 55. Im September 1882 erfolgte die Versetzung Grenadier-Regiment Graf Kleist von Nollendorf Nr. 6 nach Posen, 1890 die Beförderung zum Hauptmann und Kompaniechef.
1897 bewarb sich Hauptmann Quentin um die vakante Stelle als Kommandeur des Fürstlich Lippischen Gendarmerie-Korps. Am 30. November 1897 erhielt er den erbetenen Abschied und wurde bereits am 31. des gleichen Monats zum Kommandeur der Fürstlich Lippischen Gendarmerie ernannt.

1898 a la suite des Grafregenten Ernst gestellt, erhielt am 30. Mai 1907 den Charakter als Fürstlich Lippischer Oberstleutnant und am 30. Mai 1912 den als Oberst. Im Dezember 1918 bat er um Entlassung aus dem Dienst zum 31. März 1919, welche gewährt wurde.

Gruß

ulfberth



www.seitengewehr.de
27.08.09, 00:01:01

le Hussard

(Mitglied)

Zitat von ulfberth:
Hallo le Hussard,

Es ist immer wieder gut zu wissen, daß auch andere in den Archiven wühlen.

Gruß

ulfberth


Ich befinde mich im Archiv in eine sehr nette Gesellschaft!


Grüße
le Hussard

homo privatus

Ich suche französische Degen aus der Zeit bis 1870
14.10.09, 15:29:10

jaeger7-de

(Mitglied)

Moin, Moin !

Es gibt sie noch, die echten Kellerfunde...

...leider in einem Zustand, der einiges an fachkundiger Liebe erfordert !

Aber die Substanz ist gut, wie man so schön sagt.

Leider hat der Adler ziemlich Kopschmerzen, da mal ein Kretin eine Treparnation vorgenommen hat.


Aber seht selbst:




Suche "alles" mit Bezug zur Jägertruppe in Preußen, Sachsen, Mecklenburg etc. (Nur keine Bayern !)
25.02.19, 11:43:28
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