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Thema: Unbekannter Stempel (https://www.deutsches-blankwaffenforum.de/topic.php?id=10738)


Geschrieben von: joehau am: 10.06.26, 05:53:32
Es scheint doch ein preussisches FM M1839
zu sein. Ich hatte so ein seltenes Stück
nur nicht gleich auf dem Schirm.


Geschrieben von: Schwertfeger am: 10.06.26, 08:50:53
Ich denke, da gibt es noch etwas zu überlegen ...

Auch die Frage des Truppenstempels wäre noch zu beantworten.


Geschrieben von: ulfberth am: 10.06.26, 14:55:37
Meines Erachtens gibt es bei dem Stück Besonderheiten:

- Je ein gotischer Abnahmestempel am Griffrücken und auf der äußeren Fehlschärfe.

- Ein normalerweise für deutsche Verhältnisse ungewöhnlicher Truppenstempel. Sowohl von der Anordnung der Zahlen, als auch von der Schreibweise des „R“.

Da das Faschinenmesser scheinbar keinen Hersteller aufweist, bleibt eine wirkliche Zuordnung problematisch. Vergleichbare preußische Stück tragen den Superrevisionsstempel FW unter Krone mit Jahreszahl.

Der einzige Hinweis ist das „R“ im Truppenstempel. Diese etwas „zusammengesetzte“ Schriftform ist von dänischen Truppenstempeln her bekannt. Nur ist dies natürlich auch keine abschließende Beurteilung.

Eine These könnte sein, daß dieses Faschinenmesser bei der Erhebung in Schleswig-Holstein in dänischen Besitz gelangten. Der Deutsch-dänische Krieg 1864 dürfte hierfür zu spät sein. Aber das sind alles nur Gedankengänge. Vor allem, da solche Modelle nicht auf Preußen beschränkt waren.

Gruß

ulfberth


Geschrieben von: ulfberth am: 11.06.26, 09:42:20
Hier einmal ein Faschinenmesser von 1839 mit den Stempeln zum Vergleich. Wie man sehen kann, ist die Form der Parierstange anders.


Geschrieben von: Schwertfeger am: 12.06.26, 09:11:12
Preußen war schon eingangs "abgeräumt",
für Skandinavien (eine These) haben haben wir auch eine Absage,
bleibt im Moment anzufügen, daß Kay S. Nielsen in "Danske Blankvaben" die Waffe nicht erwähnt.

Bleibt die Frage: Wer trug noch das Modell?


Geschrieben von: Clouseau am: 12.06.26, 14:39:08
Zitat „joehau“:
„Es scheint doch ein preussisches FM M1839 zu sein.“


Ich kann dieses Modell nicht identifizieren. Was ich aber mit Sicherheit ausschließe, ist die o. g. Aussage.

Alle Stempelungen sind, wenn nicht nachträglich in betrügerischer Absicht angebracht, völlig untypisch für alle damals (um 1850/70) existenten deutschen Staaten; auch hinsichtlich ihrer Positionierung auf der Waffe selbst.

Wie schon ausgeführt, ist die Parierstange ungewöhnlich für diese Muster aptierter Briquet-Gefäße, die in vielen Staaten international genutzt wurden.
Auch der Guss erscheint mir sehr unsauber ausgeführt, aber das ist schwer zu beurteilen, da das Stück ja ungewöhnlich viele kleine „Macken“ aufweist, die ich mir auch nicht so recht erklären kann.