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Thema: Säbel in der Art M1811 von S&K mit schwerer Scheide (https://www.deutsches-blankwaffenforum.de/topic.php?id=10685)


Geschrieben von: DanielC am: 07.03.26, 14:07:47
Hallo,
ich bin durch Zufall an diesen Säbel gekommen, der gleichzeitig auch noch in recht gutem Zustand ist.

Ich hab auch unter anderem das Buch von Seifert und Stefanski vorliegen, aber ich hab hier deutlich Probleme die genutzten Messpunkte nachzuvollziehen.

Insbesondere folgende:
- Endkopf Breite / Druchmesser (min.)
- Abstand P.Stange: Griffka-Lap.
- Griffrippen außen
- Ringbandbreite

Aber ich poste vielleicht auch erstmal ein paar Fotos des Stücks und anschließend weitere Beschreibungen.

Messwerte
Klinge
Sehnenlänge: 812
Pfeilhöhe: 54
Klingenbreite: 41
Rückenstärke: 11
Fehlschärfe 5

Gefäß
Höhe: 121
Griffbügel: 9,0 x 17,0
Parierstange: 7,0 x 31
Endkopfbreite: 13 / 15 ?
P-Stangenlappen: 33
Faustschlitzriemen: 4x29
P-St - Gr.ka.lappen: 17 oder 28 ?
Griffrippen außen: ?
Gesamtlänge: 937
Gewicht: 1030

Scheide
Ringösenform: Kugelig
Ringbandbreite: 7 ?
Gewicht: ca 1170

Beim Gewicht hatte ich etwas Probleme, das genau auf der vorhandene Waage zu ermitteln, ich hatte das dann nochmal mit einer Babywaage gegengeprüft, die aber leider nur im KG Bereich mit zwei Nachkommastellen gewogen hatte.

Die Truppenstempel scheinen fast vollständig ausgeschliffen/ausgefeilt worden zu sein. Dazu gibt es im Blücherbuch auch eine Bemerkung zu solchen Stücken.

Zweite Teil der Vorstellung kommt nach dem Mittagsessen.

Grüße
Daniel


Geschrieben von: DanielC am: 07.03.26, 16:02:18
Hier die Messpunkte von mir.

Für die Fehlschärfe, Abstand Griffkappenlappen zu Griffring und Parierstange, die Höhe? des Parierstangenlappens und nochmal Fotos vom Ende der Scheide mit dem Schlagstück.


Geschrieben von: DanielC am: 07.03.26, 16:15:40
Hier noch Fotos von der Scheide und der Scheidenform.

Die Form ist vermutlich keilförmig, die Ringösenform kugelig und die Ringbandbreite dann 7 mm?

Der Ortabschluss mit eckigem Schlagstück und das Ortband quasi gleich das Ende der Scheide.

Auf dem Schlagstück kann ich nur ein "K" ausmachen. Was könnte da sein? Das passt eigentlich nicht zu dem K von S&K bzw. S.K. - Kann das trotzdem S&K sein oder eher "Knecht" oder etwas drittes?


Geschrieben von: DanielC am: 07.03.26, 16:23:41
So und wenn ich meine Daten alle mit den 25 Vergleichsstücken - die Betrachtungsmenge finde ich deutlich zu gering - aus dem Blücherbuch vergleiche, dann geht mein Stück einmal quer durch den Bestand.

Ich hab im Anhang einmal meine Tabelle angehängt, aber die Werte aus dem Buch entfernt, ich weiß nicht, ob ich diese hier posten darf.

Grün ist Treffgenau mit meiner Messung oder bis 0,5 mm genau. Gelb ist ungefähre Toleranz von 1-2 Millimeter, obwohl ich das schon sehr groß finde, aber ich kann mich auch etwas vermessen haben und rot ist eigentlich deutlich zu weit entfernt.

Abweichungen von mehr als 1 mm sind eigentlich schon recht viel bei handgearbeiteten Eisenstücken in der Zeit würde ich vermuten.

Kann mir hier jemand zu dem Stück weiterhelfen? Oder hat eine Idee wie man das einorden kann?

Mir wurde schon der Hinweis nach Hannover gegeben, aber das passt eigentlich nicht von den Werten her oder? Klinge und Gefäß und eventuell Scheide haben S&K Stempel. Die Klinge keinen Jahresstempel. Der langjährige Händler aus BW meinte, dass es ein sehr sehr frühes Stück sein müsste.


Geschrieben von: fritz1888 am: 07.03.26, 18:19:30
Naja, 25 Vergleichstücke mit Daten muss man erst einmal zusammentragen.
lachen


Geschrieben von: DanielC am: 09.03.26, 08:37:06
Zitat von fritz1888:
Naja, 25 Vergleichstücke mit Daten muss man erst einmal zusammentragen. lachen


Hallo Fritz, das stimmt. Ich bin ja froh mal einen eingermaßen ordentliche bekommen zu haben. Aber es gab ja alleine 10.000 1796er aus England, die geliefert wurden, plus die Solinger Fertigungen.

Ich hab bis jetzt auch nirgendwo abschließend herauslesen können, was mit den englischen Stücken passiert ist. Da hatten die Autoren ja wohl auch noch nie einen ganzen gesehen. Eventuell umgearbeitet zu frühen M1811 oder späteren Mischlingen?

Dann die verschiedenen Merkmale wie die Abstände zwischehn Griffkappenlappen und Parierstange, die Stempel, Klingen- bzw. Fehlschärfenlängen und die Scheiden plus Ringösenformen. Da gibt es ja auch scheinbar keine Antwort woher und wann etwas genau eingeführt wurde, nur Mutmaßungen anhand von Stücken und undatieren historischen Messtabellen.

Beispielsweise bei Stücken aus 1933-45, bei denen man schon recht genau anhand von Aussehen, Materialverwendung und anderen Merkmalen eine gute zeitliche und thematische Einordnung treffen kann.

Ich hab ja auch schon eine Theorie, was meinem M1811 das Thema ist, aber ich warte mal noch, was die anderen Sammlerkollegen dazu meinen.

Grüße
Daniel