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Thema: Kürassier r.F. mit Fragen (https://www.deutsches-blankwaffenforum.de/topic.php?id=10638)


Geschrieben von: sharps72 am: 25.01.26, 09:06:13
Der von mir letzte Woche, hier im Forum, erworbenen Kürassier trägt auf der Klinge die Abnahme FW53 und auf dem Gefäß die FW56. Ein Büchsenmacherstempel für eine eventuell ausgetauschte Klinge ist nirgendwo zu finden. Hat jemand eine Antwort darauf?


Geschrieben von: ulfberth am: 25.01.26, 12:37:57
Zuerst einmal herzlichen Glückwunsch zum Erwerb. Der Degen erweckt einen guten Eindruck.

Grundsätzlich wurden in Solingen und Suhl auch Teile über den wirklichen Bedarf hinaus produziert und abgenommen. Bei notwendigen größeren Reparaturen konnten diese zu diesem Zeitpunkt dann von den Büchsenmachern direkt angefordert werden. Später teilweise auch von den zuständigen Artillerie-Depots.

Solche Arbeiten mußte der Büchsenmacher mit seinem Namenszeichen (ohne Krone, es ist ja kein Abnahmestempel!) markieren. 'Er haftete für seine Arbeit und konnte eine Nachbesserung nicht in Rechnung stellen.

Soweit der gesicherte Wissensbereich.

Die zweite Frage wäre, inwieweit bei einer Neufertigung auch auf die Überproduktion zurückgegriffen wurde. Hierzu wären weitere Vergleichsstücke notwendig.

Gruß

ulfberth


Geschrieben von: sharps72 am: 25.01.26, 14:29:05
Das wäre das einzige, was einer Stempelung am nächsten kommt:

Vielleicht fiel der Träger vom Pferd und zerbrach Klinge und Scheide. Der Büchsenmacher baute eine neue Klinge ein und um Geld zu sparen nahm das Regiment eine überschüssige Scheide. Selbe Eskadron aber Waffennummer unterschiedlich. 😉


Geschrieben von: ulfberth am: 26.01.26, 12:41:26
Der oben gezeigte Stempel dürfte ein normaler Abnahmestempel sein.

Das Abschlagen des Gefäßes, Neuvernietung und ähnliches waren ganz normale Arbeiten für einen Büchsenmacher. Überzählige Scheiden gehörten aber nicht zum Bestand. Es gab ein gewissen Quantum an Waffen über der erforderlichen Anzahl.

Das Löschen des Truppenstempels oder die Korrektur der Waffennummer wäre ein Leichtes gewesen. Selbst in den Artillerie-Depots wurde auf die Zusammengehörigkeit bei der Lagerung geachtet.

Ähnlich wie die "Blüchersäbel" verschwanden die Degen r/F irgendwann aus den Depots und wurden veräußert. Hier würde die Verwechselung dann einen Sinn ergaben. Oder eine spätere Ergänzung von Sammlern / Händlern.

Somit bleib die Frage offen, wer ähnliche Stücke mit unterschiedlichen Jahreszahlen in der Sammlung hat.

Gruß

ulfberth