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Dragonerpallasch 1786

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21.02.26, 12:55:47

corrado26

geändert von: corrado26 - 21.02.26, 13:41:00

Aus der Feder von Ulberth stammt das Folgende zum Kasseler Fundus:

Die Stempel des „Kasseler Fundus“/ „Kassler Fundus“
Kaiser Wilhelm II. war schon durch seine Gymnasialzeit mit Cassel vertraut.
Hinzu kam, dass von 1891 bis 1918 Schloss Wilhelmshöhe
regelmäßig die Sommerresidenz der Kaiserfamilie war. Dies führte u. a. auch dazu, dass aufgrund seiner Initiative 1909 ein neuer Theaterbau – das "Hof-theater Cassel"– entstand.
Der mangelhafte Bestand an historischen Waffen, Ausrüstungs-und Uniformteilen bei historischen Theateraufführungen veranlasste ihn, eine größere Anzahl solcher Stücke vom Zeughaus Berlin an das Königliche Staatstheater Cassel überweisen zu lassen. Was in der Praxis bedeutete, dass dort Originalstücke neben Theaternachbildungen sowie daraus entstandene Mischformen nunmehr im später sogenannten „Kassler Fundus“ vertreten waren.
Inwieweit nach 1945 auf Veranlassung der amerikanischen Militärverwaltung Requisiten anderer Theater nach Kassel kamen, ist in diesem Zusammenhang unerheblich. Diese Stücke standen, wenn die Geschichte stimmt, mit dem Fundus in keinem Zusammenhang. Es ist auch eher unwahrscheinlich, dass in den Nachkriegsjahren eine Inventarisierung und Stempelung dieser Stücke erfolgte. Dafür spricht auch, dass die heute auffindbaren Exponate mehrheitlich preußischer Herkunft sind.
Wann genau alle diese Stücke mit Inventarstempel versehen wurden, ist unklar. Ein Anhaltspunkt kann, muss aber nicht, die Schreibweise sein. Mit Beschluss des Preußischen Innenministeriums vom Dezember 1926 erfolgte nämlich die Umbenennung der Schreibweise Cassel in Kassel. Dies spiegelt sich möglicherweise auch in den Stempel wieder. In diesem Fall „K2 : 9 IL 13: 928“. Hier steht das „K“ für Kassel und die „2“ für die Unterteilung Blankwaffen (1 = Ausrüstungs-teile / 3 = Schusswaffen),„9“ Säbel [die „2“ vermutlich für Seitengewehre] sowie „IL 13“ für die Inventarliste 13mit der folgenden Nummer. Der Abstand der Zeichen zueinander sowie die verwendeten Doppelpunkte variieren zuweilen. Mitte bis Ende der 1950er Jahre (nach anderen Quellen 60er Jahre) erfolgte ein Verkauf der Stücke an Händler und Privatleute. Wie bereits eingangs erwähnt, sind diese Stücke eine bunte Mischung aus alten preußischen Originalen in Verbindung zu ergänzten und neueren Theaterausstattungen. Centenar-Anfertigungen sind in diesem Zusammenhang eher weniger zu finden. Wobei der Stempel des Kassler Fundus weder ein Echtheitsmerkmal ist, noch vor Basteleien oder Fälschungen schützt.
Die Stempel sind häufig sehr grob eingeschlagen und tragen kaum zu einem verbesserten Erscheinungsbild bei. Nach Meinung des Verfassers ist von einem Löschen des Stempels abzusehen, da er zum Stück dazu gehört und somit auch ein Teil dessen Geschichte ist.
21.02.26, 14:14:38

mario

Danke,
Dieses K steht wahrscheinlich nicht für Kassel sondern für Kostümfundus und zwar des "Berliner Theatermuseum", auch darüber hat ulfberth geschrieben und für mich als Berliner, gibt es da auch kein aber 😉

Gruß Mario
21.02.26, 15:37:12

corrado26

geändert von: corrado26 - 21.02.26, 15:39:21

chacun à son goût :D
21.02.26, 16:31:03

mario

Suum Cuique...bin Preuße ;)
 
 
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