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Preußischer Hirschfänger - ein Depotstück?

original Thema anzeigen

22.11.25, 15:12:52

stavblue0815

geändert von: stavblue0815 - 22.11.25, 15:19:51

Hallo zusammen,

gestern habe ich auf der WSBG in Greding auch diese dunkle Schönheit erstanden: Das Stück mit den Markierungen auf der Klinge: mit den Abnahmestempel: „FW“, „66“ und „S“ auf der einen und mit dem Hersteller „A&A.S“ auf der anderen Seite hat nur noch auf der Parierstange einen Abnahmestempel mit „FW“, „66“ und „S“. Am Griffkopf wie üblich oder sonst konnte ich an der Waffe keinen weiteren Stempel mehr finden. An der Scheide trägt nur das Ortblech einen Abnahmestempel mit „S“ (Bild 6 unten).

Liegt es am Hersteller, dass dessen Abnahmeoffizier nur Klinge, Parierstange und einmal die Scheide markiert hat oder liegt es daran, dass es sich um ein Stück handelt, dass nur im Depot lag und nie ausgegeben wurde? Denn einen Truppenstempel besitzt das Stück auch nicht und die Klinge ist mit ein paar Rostflecken bis zur Spitze absolut top erhalten. Auch sind weder die Lederscheide noch die Griffschalenleder geschrumpft, was mich sehr erfreut. Ein weiterer Unterschied zu meinem anderen hier vorgestellten Hirschfänger ist mir auch noch aufgefallen – die Klinge trägt nicht das Zeichen für Gussstahl „G“ (Bild 8 und 9).

Beste Grüße
Ferdinand
22.11.25, 18:53:03

ulfberth

geändert von: ulfberth - 23.11.25, 15:53:50

Zitat von stavblue0815:
... Liegt es am Hersteller, dass dessen Abnahmeoffizier nur Klinge, Parierstange und einmal die Scheide markiert hat oder liegt es daran, dass es sich um ein Stück handelt, dass nur im Depot lag und nie ausgegeben wurde? ...
Beste Grüße
Ferdinand

Weder noch! Die staatliche preußische Abnahmekommission in Solingen und Suhl gehörten nicht zu den Herstellern, sondern kontrollierten deren Arbeit. Erst wenn diese für richtig befunden wurde, gelangte das Teil in den Staatsbesitz und wurde im Gegenzug bezahlt.

Für diese Tätigkeit gab es exakte Vorschriften, nach denen die Teile und Stücke begutachtet und abgenommen wurden. Erst nach diesem Vorgang gelangten die Waffen in die Depots. Hier besteht kein Bezug zur Ausgabe. Siehe auch HIER.

Auch einzelne Teile, die im Truppengebrauch defekt wurden, konnten von einem Büchsenmacher angefordert werden. Diese waren ebenfalls abgenommen. Dazu kam dann noch die Markierung des Büchsenmachers, der die Reparatur
durchführte.

Bei den 1865 hergestellten Hirschfängern wurde der Griffkopf gestempelt. Warum dies 1866 nicht geschah, entzieht sich meiner Kenntnis. Ob es einen Zusammenhang mit dem 1866er Krieg gibt, muß offen bleiben.

Gruß

ulfberth
23.11.25, 01:03:59

stavblue0815

geändert von: stavblue0815 - 23.11.25, 11:12:40

Vielen Dank für Deine Antwort Ulfbert,

dass es zwei Standorte für die Abnahmekommission gab - in Suhl und Solingen, finde ich hochinteressant. Hier noch ergänzend ein Bild von den Griffköpfen mit Stempel (65) und ohne (66).

Beste Grüße und Danke nochmals
Ferdinand
23.11.25, 09:53:09

AndyB

An dem anderen Knauf ist auch ein stempel aber sehr schlecht sichtbar wurde wohl abpoliert bei sammlern. Die krone ist da sichtbar.
24.11.25, 18:27:34

stavblue0815

Vielen Dank AndyB!

Beste GRüße
Ferdinand
 
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