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Thema: Schweres Steinschlossgewehr aus Stralsund (http://www.deutsches-blankwaffenforum.de/topic.php?id=3984)


Geschrieben von: Daggpil am: 12.06.12, 21:59:09
Hello,

I hope its ok to write in English. You can answer in German as I understand it perfectly.

I recently bought the rifle on the pictures.

Some data:
Caliber: 24 mm rifled with 9 grooves
Wheight: 8,9 kg
Length: 130 cm
Flintlock with hair trigger or in Swedish "snälltryck" that works perfectly.
Its in "as found" condition with an old painting on metal parts and on the wood. I assume that its nussbaum underneath the woodgraining. On the lock and barrel it is signed "I Rosenberg Stralsvnd "

Now to the questions:

Is this a common type of rifle in Germany?
How old would it be?
Is it a so called "Wallbüchse" or for hunting/targetshooting?
Would you restore it/strip the old paint or leave it in peace?

Thankful for any opinons and advice regarding this weapon!

Best regards /Daggpil/Schweden


Geschrieben von: Daggpil am: 12.06.12, 22:00:55
More pictures:


Geschrieben von: corrado26 am: 13.06.12, 08:51:06
Während des Dreißigjährigen Krieges widerstand Stralsund mit Hilfe von Schweden und Dänemark der Belagerung durch Wallensteins Truppen; danach folgte eine fast 200-jährige Zeit der Zugehörigkeit zum Königreich Schweden als Teil von Schwedisch-Pommern. In diese Zeit ist das Gewehr einzuordnen.

Ein Büchsenmacher JÜRGEN ROSENBERG ist in den Jahren von 1677 bis 1724 im damals schwedischen Stralsund tätig gewesen. Dem schwedischen Einfluss entspricht auch völlig das Steinschloss mit seinem Hakenfang für die Ruhrast und der waagerecht arbeitenden Klinke zur Fixierung des Hahns in der Spannrast. Dieses Schnappschlossdetail war charakteristisch für frühe skandinavisch/schwedische Feuerwaffen.
Ob es sich bei der Waffe um eine Wallbüchse oder um eine Büchse für die Jagd auf die damals noch nicht ausgerotteten und sehr scheuen Großtrappen handelt, ist nicht ohne weiteres festzustellen. Sofern keine militärisch ärarischen Markierungen an der Waffe vorhanden sind, würde ich eher auf die zweite Möglichkeit tippen, was auch durch den Nadelstecher unterstrichen wird, welcher bei militärisch genutzten Feuerwaffen unüblich war.
Gruß
corrado26