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hatto3641

(Mitglied)

Reglementiert waren allein die Degen der bayerischen Reichsräte und die der Postbeamten.

Die Degen der anderen Zivilbeamten unterlagen keiner exakten Reglementierung. Der Degentyp wurde während der Regierungszeit der nachfolgenden Regenten geführt:

Max I Joseph 1806-1825
Ludwig I. 1825-1848
Maximilian II. 1848-1864
Ludwig II. 1864-1886
Prinzregent Luitpold 1886-1912
Ludwig III. 1913-1918
Otto I.1886-1916 war krankheitsbedingt nicht regierungsfähig.

Die ersten Beamtendegen waren noch an die französischen Muster angelehnt und hatten ein damit vergleichbares Gefäß.

Ein früher Beamtendegen (Foto links, dreier Gruppe) wurde von dem Solinger "Kaufhändler "Jean Schimmelbusch&Fils vertrieben. Er selbst war kein Klingenschmied, sondern im heutigen Sprachgebrauch Händler. Die Firma bestand seit dem späten 18. Jhdt. bis in die Mitte des 19. Jhdt. Der Schwerpunkt seiner Handelstätigkeit waren bayerische Zivil- und Militär-Blankwaffen.
Auf der Fehlschärfe diese Degens befindet sich eingraviert die Bezeichnung: Schimmelbusch&Sohn Solingen. Der Degen läßt sich einer bayerischen Richterfamilie um 1825 zuordnen. Bis in die Periode Maximilian II (1864) befinden sich die Beamtendegen in dieser Familie.

Die späteren Beamtendegen sind in der bekannten Form bis auf einige firmenspezifische Unterschiede fast gleich geblieben.
Als Beispiel der liegende Löwe auf den Stichblatt:
Haupt nach oben = Firma Chr. Block München
Haupt nach unten = Firma Strobelberger München.
Die Griffblatten aus Perlmutt aber auch gewaffelte Griffe (schwarz) waren existent.
Die Anfangsbuchstaben der Regenten ("M" bezw. "L") waren in Frakturschrift auf der Vorderseite (Terz) des Griffes auf den Strahlenkranz aufgelegt.

In der Prinzregenten-Zeit (1886-1912) war nur eine Krone auf dem Strahlenkranz angebracht.
Die Portepees der Degen waren zeitkonform mit den Regenten (M,L)
Beispielsweise in der Prinzregenten-Zeit war auf dem Portepee nur eine Krone gestickt.

Der Unterschied zwischen den bekannten versilberten und vergoldeten Degen basierte auf der Knopffarbe der Uniform.

Mein Beitrag vesteht sich als kleine Einführung in das Thema und erhebt keinen Anspruch auf Vollkommenheit.

Quellen Nachweis und weitere Infos unter:
Gerd Maier.
Musterbuch der Waffenfabrik Carl Eickhorn Solingen 1908
Waffengeschichte Cronica Reihe W Folge 105 Bayerische Blankwaffen,
Deutsches Klingenmuseum
Degen-Pallasche-Säbel-Faschinenmesser, Armeemuseum der DDR (Dewag Berlin) ohne Jahresangabe


15.09.08, 18:11:26

ulfberth

(Moderator)

Siehe auch HIER

Gruß

ulfberth


www.seitengewehr.de
23.05.12, 16:28:11

corrado26

(Moderator)

Ich kann da nur sehr geringe Übereinstimmungen sehen. Nicht nur der Griffbügel ist völlig anders, sondern auch die "Griffringe" oben und unten in Kronenform und vor allem das Stichblatt selbst und das darauf befindliche runde Medaillon mit dem Löwen ist völlig anders als an den bekannten Stücken.
corrado26

23.05.12, 18:06:51
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