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Aus WAFFENKUNDE - Kapitel IV - Abschnitt 3, Seiten 588 und 589, von Wendelin Boeheim:

Mit Ausnahme des Goldes unterliegen alle für unsere Zwecke in Betracht kommende Metalle der Oxydation. Diese ist zweifacher Art; die eine ist vorteilhaft und wirkt konservierend, die andere ist unbedingt schädlich und muß hintangehalten werden.

Bronze nimmt, je nach ihrer Zusammensetzung, durch die Einwirkung des Sauerstoffs der Luft an der Oberfläche allmählich eine andere Färbung an, indem sich halbkohlensaures Kupferoxydhydrat entwickelt; sie wird erst bräunlich und erhält später, ohne die Glätte einzubüßen, eine tiefgrünliche Farbe. Diese feine Kruste, die gegen die zerstörende Einwirkung der Witterung schützt, ist die schon im Altertume gepriesene patina antiqua. Gegenstände, welche auf natürlichem Wege diese Patina erhalten haben, werden von Kennern stets mit Interesse, unter Umständen selbst mit hoher Bewunderung betrachtet. Man soll, um die Patinabildung nicht zu stören, einen Bronzegegenstand nie mit Tüchern abwischen, sondern lediglich mit einem Haarpinsel oder Flederwisch vom Staube befreien.

Etwas anderes ist es mit einem Oxyd, das sich an einzelnen Stellen, vornehmlich in scharfen Vertiefungen ansetzt, sich von da immer weiter verbreitet und den Gegenstand allmählich zerstört. Es ist im Gegensatze zur Patina von hellgrüner, dem Schweinfurter Grün ähnlicher Farbe und hat ein kalkähnliches Aussehen; dieses essigsaure Kupferoxyd, der sogenannte "Grünspan", muß entfernt werden, wenn man den Gegenstand erhalten will.

Diesem Feinde unterliegen auch andere Metalle, wie Kupfer und Messing gleich allen Kupferlegierungen. Auch hier ist das Öl das beste Mittel zur Entfernung des Schadens. Am sichersten und schnellsten würde freilich Essig oder Weinsteinsäure wirken, beide würden das Oxyd augenblicklich entfernen; aber selbst bei sorglichster Reinigung der Stellen würden die Säuren die Ursache zu neuem Oxydansatze werden. Somit ist nur Baum- oder Steinöl zu empfehlen; wenn es nötig ist, hilft man mit kleinen Holzstückchen nach, um die Kruste aufzulockern.

Silber verliert durch den Zutritt des Schwefelwasserstoffes in der Luft im Oxydul den Glanz und verändert seine Farbe ins Tiefgraue, zuweilen ins Bräunliche. Den grauen Farbton nennt man "Altsilber". Die Kruste, so sehr sie auch die künstliche Wirkung eines Gegenstandes beeinträchtigt, hat den Vorzug, daß sie gleich der Bronzepatina konservierend wirkt, sie darf daher nicht entfernt werden. Bräunliche Färbungen nimmt man in der Regel weg, indem man den Gegenstand mit Seife leicht einreibt und diese nach einigen Stunden mit frischem Wasser wieder wegwäscht.

12.09.08, 21:00:32
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