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ral6014

(User)

Es wäre schön, wenn zur nachfolgenden Waffe jemand etwas weiß. Zunächst aber mal die Grunddaten:
Rohrlänge:104cm
Gesamtlänge: 144cm
Kaliber: ca.19mm
Laufinneres: glatt

Das Gewehr verfügt leider mal wieder kaum über eine aussagekräftige Bestempelung außer der gezeigten.

Bemerkenswert ist die sehr grobe Verarbeitung. So ist die Kolbenplatte an den Schaft genagelt. Unter- und Mittelring sind einfach nur aufgeschoben und haben keine Haltefeder. Der gesamte Schaft ist sehr grob bearbeitet.

Auffällig ist auch das "Korn" - welches ähnlich wie bei den Brown-Bess Typen gleichzeitig als Bajonettwarze dient.

Das Gewehr vereinigt - leider - div. Stilelemente.

Aufgrund der doch sehr selten bei Militärwaffen anzutreffenden Schlossgegenplatte in Dreiecksform sowie dem Oberring mit angedeutetem Trichterbund hätte ich das Gewehr in Richtung Spanien oder Österreich verortet.

Teilt jemand meine Meinung oder liege ich komplett falsch?

15.06.20, 13:36:21

ral6014

(User)

Hier nun noch weitere Details u.a. des Laufs:

15.06.20, 13:38:09

corrado26

(Super-Moderator)

ohne klare Stempel der Hersteller oder Verwender ist eine eindeutige Identifizierung fast nicht möglich, aber:

Die "2" am Kolben, die Bajonettwarze an der Laufoberseite, sowie der doppelbündige Laufring sind ziemlich eindeutig.
1809 zogen die mit Frankreich verbündeten Bayern als Sieger durch Wien. Während der Feldzüge erbeutete oder beschaffte Gewehre aus Österreich, Sachsen oder Preußen konnten aber den Bedarf der bayerischen Armee - trotz der in Amberg m, Suhl und Fortschau gefertigten Neuwaffen in dieser unruhigen Zeit nicht decken. So ließ König Maximilian I. Josef in den Jahren ab 1806 bis 1818 an Waffen von seinen Untertanen, von Händlern aller Art und von Deserteuren alles kaufen, was auf den Schlachtfeldern geblieben oder sonst greifbar war. So entstanden unter Verwendung unterschiedlichster Teile unterschiedlichste Waffen. Ihr Gewehr mit der Nummer "2" am Schaft ist höchstwahrscheinlich im Zeughaus Straubing eingelagert gewesen, dessen damaliger Bestand ist an diesen großen Bestandsnummern noch heute leicht zu erkennen.

15.06.20, 19:40:35

ral6014

(User)

Vielen Dank für die Einschätzung. Ja, schade, dass sonst keine aussagekräftigen Stempel vorhanden sind. Aber immerhin lag ich mit meiner Vermutung gar nicht sooo verkehrt - auch wenn mich die Bedeutung der "2" nun schon überrascht. Gut möglich, dass die Reste eines österr. M.1798 in dieser "Kreation" Verwendung fanden.

15.06.20, 20:43:38
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