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Murat

(Mitglied)

Ich denke es ist Zeit, den Winterschlaf unserer Freunde von Blei und Pulverdampf jetzt langsam zu beenden.
Deshalb soll hier einmal ein Pärchen Reisepistolen aus der Werkstatt es bekannten Londoner Büchsenmachers H.W. Mortimer vorgestellt werden. Harvey Walklate Mortimer ( 1753-1819), mit seiner Werkstatt in London 89 Fleet Str. gehörte zweifelsfrei zur ersten Liga der damaligen Meister. Er war Hoflieferant es englischen Königshauses und signierte mit „ H.W. Mortimer London, Gunmaker to his Majesty“. Diese Bezeichnung bezog sich auf den damaligen König Georg III. der von 1760 bis 1820 residierte und ab 1814 ebenfalls König von Hannover war. Die beiden offensichtlich noch ungeschossenen kleinen Kastenschlosspistolen sind in einem erstklassigen Zustand und befinden sich, nebst ihrer Ladeutensilien, in einem dazugehörigen Mahagonikästchen. Das Kaliber der glatten Läufe beträgt ca., 14 mm, die Gesamtlänge der Pistolen ca. 140 mm. Das genaue Herstellungsdatum lässt sich leider nicht mehr ermitteln, dürfte aber um das Jahr1800 gelegen haben.
Ein frohes und vor allem gesundes Osterfest wünscht Euch

Murat



Si unus qui molestia, vix repuit ad arborem
se putat esse aquila, tam habet est errorem.

10.04.20, 11:33:26

joehau

(Mitglied)

Wozu dient das Werkzeug zwischen der Kugelzange ?
Kann man damit den Lauf abschrauben ?

10.04.20, 23:18:33

Murat

(Mitglied)

Ja, genau richtig. Bei der Ladeweise dieser Pistolen wurden die Läufe mit diesem Schlüssel abgeschraubt.Das Pulver wurde dann in die kleine Pulverkammer des Schlosskastens gefüllt.
Diese hatte im Vorderteil eine halbkugelförmige Auskehlung zur Aufnahme des Geschosses.Dieses System, auch unter dem Namen Queen Anne Prinzip bekannt, war zwar recht umständlich,erbrachte aber eine wesentlich bessere ballistische Leistung als die übliche Ladeweise mit einer besonders verdämmten unterkalibrigen Rollkugel.

Gruß

Murat


Si unus qui molestia, vix repuit ad arborem
se putat esse aquila, tam habet est errorem.

11.04.20, 07:04:29

Murat

(Mitglied)

Und hier noch ein zweites Pärchen mit "Mortimer" signierter
Duell- oder Offizierspistolen. Diese dürften allerdings etwas älteren Datums sein. Zustand "mint".

Gruß

Murat


Si unus qui molestia, vix repuit ad arborem
se putat esse aquila, tam habet est errorem.

11.04.20, 14:46:37

Preussen

(Mitglied*)

Guten Tag Murat,
zwei schöne Pärchen, danke für die Vorstellung. Ich gehöre zwar zu der Blankwaffenfraktion meine aber gelesen zu haben, dass Duellpistolen keine Visiereinrichtung hatten?!
Gruss
Preussen


11.04.20, 18:19:56

Murat

(Mitglied)

Guten Abend Preussen,vielen Dank für Deinen Kommentar.
Ich habe hier gerade das Buch Duelling Pistols von John A. Atkinson in der Hand und habe mal überschlagen,dass dort ca. 95% der abgebildeten Duellpistolen ebenfalls mit einer Visierung abgebildet sind. Man darf also ruhig davon ausgehen, dass eine fehlende Visierung keinesfalls ein Kriterium für eine Duellpistole darstellt.

Ich wünsche ein frohes Osterfest

Murat


Si unus qui molestia, vix repuit ad arborem
se putat esse aquila, tam habet est errorem.

11.04.20, 19:59:38

Preussen

(Mitglied*)

Guten Morgen Murat
und danke für die Klarstellung. Das ist das schöne an unserem Forum „Da werden Sie geholfen“!
Angenehme Ostern und Gruss
Preussen


12.04.20, 10:05:34
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