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Zietenhusar

(Supporter)

Kurschwert des Erzbischofs von Köln 1450 - 1460

Mit freundlicher Genehmigung des
METROPOLITANKAPITEL DER HOHEN DOMKIRCHE KÖLN
Die Genehmigung liegt mir digital vor.

Bezeichnung der Fotos lt. Reihenfolge
1. Köln, Domschatzkammer, Kurschwert, Vorderseite, Gesamtansicht
© Hohe Domkirche Köln, Dombauhütte Köln, Foto: Matz und Schenk
2. Köln, Domschatzkammer, Kurschwert, Rückseite, Gesamtansicht
© Hohe Domkirche Köln, Dombauhütte Köln, Foto: Matz und Schenk
3. Köln, Domschatzkammer, Kurschwert, Detailansicht: Griff und Parierstange mit Kapitelswappen [Hermann von Wied]
© Hohe Domkirche Köln, Dombauhütte Köln, Foto: Winfrid Kralisch
4. Köln, Domschatzkammer, Kurschwert, Detailansicht: Griff und Parierstange mit Kapitelswappen [Hermann von Wied]
© Hohe Domkirche Köln, Dombauhütte Köln, Foto: Winfrid Kralisch
5. Köln, Domschatzkammer, Kurschwert, Schwertscheide, Detailansicht: Engel [plastisch aufgelegt]
© Hohe Domkirche Köln, Dombauhütte Köln, Foto: Winfrid Kralisch
6. Köln, Domschatzkammer, Kurschwert, Klinge, Detailansicht: Wappen und Inschrift
© Hohe Domkirche Köln, Dombauhütte Köln, Foto: Matz und Schenk

Die Idee dieses Themas entstand nach einem Besuch des Kölner Domes am 9. September. In der Domschatzkammer angelangt fiel mir dieses schöne Schwert auf. Um die Erlaubnis zur Verwendung von Fotos im Forum kontaktierte ich die zuständige Stelle des Dombauarchivs, inklusive meiner Fotos. Frau Di Costanzo, die zuständige Sachbearbeiterin, meldete sich kurz danach bei mir mit der grundsätzlichen Erlaubnis meines Anliegens UND mit dem Hinweis auf die mangelnde Qualität meiner Fotos. Sie bot mir gleichzeitig eine Zusendung ordentlicher, professioneller, Fotos an. Dieses freundliche Entgegenkommen nahm ich gerne an. Zum einen entfallen mit diesen Fotos die störenden Reflektionen der Vitrine, zum anderen sind die Details viel schärfer abgebildet. Außerdem wird so auch ein Blick auf die Klinge möglich, welche sich in der Domschatzkammer im verwahrten Zustand befindet.

Besonderer Dank gilt Frau Di Costanzo für die freundlichen Mitwirkung und ihrer geduldigen Korrespondenz mit mir.

HINWEIS:
1. Jede gewerbliche und jede nicht-private Nutzung von Bildern des Dominnenraumes und aller Sonderbereiche des Kölner Domes bedarf aufgrund des Eigentums- und Hausrechtes sowie der Urheberrechte an Werken zeitgenössischer Künstler stets der vorherigen schriftlichen
Genehmigung, auch wenn Sie Urheber der Aufnahmen sind.
2. Die unter 1. genannten Punkte gelten auch für die Fotos die hier gezeigt werden!

20.09.19, 16:57:45

Zietenhusar

(Supporter)

Was mir auf dem ersten Blick noch unklar erscheint ist die Zahl 1662 auf der Klinge im Bereich der Ätzung. Sollte diese eine Jahreszahl darstellen, dann beißt sie sich mit Zuschreibung des Schwertes. Allerdings werden laut der Beschreibung in der Vitrine (siehe Foto unten) einzelne Details mit anderen Daten angegeben als der beschriebene Herstellungszeitraum des Schwertes.

Weitere Angaben finden sich im Buch
Das Schwert Gestalt und Gedanke
Ausstellung 26. SEP 2015 - 28. FEB 2016
Deutsches Klingenmuseum Solingen

Ebenda angegebene Daten
Gesamtlänge: 1306
Klingenlänge: 1080
Klingenbreite: 44
Klingenstärke: 6,6
Gewicht: 1589 g

Zitat: Eine Schmiedemarke ist in die Klinge geschlagen ; zu erkennen ist ein halber Schild mit schraffierter Fläche unter einer Zinnenmauer oder vielleicht einer Krone.
(Anmerkung von mir: ohne bildliche Darstellung)



20.09.19, 17:30:55

joehau

(Mitglied)

Laut Klingeninschrift handelt es sich um ein Schwert des

Archeopiscopus Coloniensis (Erzbischof von Cöln) Maximilian Heinrich
von Gottes Gnaden, des Heiligen Römischen Reiches Erzkanzler für Italien
& Princeps Elector (Kurfürst), Comes Palatinus Rheni (Rheinischer Pfalzgraf)
und Herzog beider Bayern.

geb.: 08.12.1621 - gest.: 05.06.1688 - begraben im Kölner Dom.

Wie die auf 1450 - 1460 kommen, ist mir unklar.



20.09.19, 22:35:58

Jagdsammler

(Moderator)

Hallo,

und erst mal vielen Dank für das Zeigen dieses schönen Schwerts!

Die Beschreibung in der Vitrine ist eindeutig falsch, da es sich im Text auf der Klinge eindeutig um Maximilian Heinrich von Bayern (* 8. Dezember 1621 in München; † 5. Juni 1688 in Bonn) handelt.

Er war laut Wikipedia: "ein Prinz mit dem Titel Herzog von Bayern aus dem Hause Wittelsbach und ab 1650 Erzbischof und Kurfürst von Köln, Bischof von Hildesheim und Lüttich. Außerdem war er ab 1650 Fürstpropst bzw. Kurkölnischer Administrator des Stiftes Berchtesgaden, ab 1657 Abt der Reichsabtei Stablo-Malmedy sowie ab 1683 (ohne päpstliche Erlaubnis) Bischof von Münster."

Viele Grüße vom Jagdsammler

20.09.19, 22:43:19

Jagdsammler

(Moderator)

Lieber joehau,

da ist mir wie es scheint jemand zuvor gekommen zwinkern
Aber wir haben immerhin den richtigen Max erwischt.
Der passt wenigstens zur Jahreszahl!

20.09.19, 22:48:32

joehau

(Mitglied)

War ja nicht wirklich schwer, da alles auf dem Schwert steht.
Da reicht schon mein bißchen Latein aus der Schule. Was sind
das für Leute, die beim Dom die Kunstschätze verwalten ?


20.09.19, 22:54:55

mario

(Administrator)

Ein sehr schönes und interessantes Schwert.
Vielleicht ist ja das Stück älter als die "Aufschrift"?
Die Jahreszahl ist wohl offensichtlich und den Leuten sicher auch aufgefallen.
Ist da ein Zeichen des "Deutschen Ordens" auf dem Gefäß.

Könnte die Zeit "1450" hinkommen?
Gruß Mario


123
20.09.19, 23:21:13

joehau

(Mitglied)

Das Schwert wurde lt. Vitrinentext um 1480/90 hergestellt. Kann ja sein.
Und das Wappen sei das von Hermann von Wied.

Der Erzbischof von Cöln, Hermann von Wied, lebte 14.01.1477 - 15.08.1552.
Leider sieht sein Wappen anders aus, als das auf der Klinge. Es passt
also weder die Inschrift noch das Wappen auf der Klinge zu den
Angaben des Vitrinentextes.

Das Wappen auf dem Parierlappen, schwarzes Kreuz auf silbernem Grund,
ist in diesem Fall das Wappen des Kurfürstentums Köln. Die Auflage
mit dem Kranich auf rot-weiß gestreiftem Schild findet sich auch im
Wappen des Hermann von Wied. Möglicherweise bezieht sich der
Vitrinentext auf dieses Wappen.




20.09.19, 23:46:44

excalibur

(Moderator)

na ja, eigentlich sieht man, von wann das schwert ist. also die datierung ist schon okay. sicherlich wurde die klingenverzierung später aufgebracht. danke fürs zeigen dieses wunderbaren schwertes.

21.09.19, 08:05:18

Zietenhusar

(Supporter)

Zitat von excalibur:
sicherlich wurde die klingenverzierung später aufgebracht.
Das käme der Aussage im oben genannten Buch nahe. Dort steht geschrieben:
"Während der langen Zeit seiner Benutzung wurden das Schwert und seine Scheide immer wieder durch weitere Dekorationen verschönert."

21.09.19, 08:39:48
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