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Berufssammler

(User)

Guten Tag,
mir wurde empfohlen mich mit meinem Anliegen an dieses Forum zu wenden. Ich bin Mitarbeiter eines Stadtmuseums im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Vor langer Zeit wurde uns ein fast bis zur Unkenntlichkeit korrodierter Bodenfund übergeben, der im Ort Porschdorf (Nähe des Berges Lilienstein und der Elbe) gefunden worden ist. Uns würde natürlich interessieren, um welchen Säbel es sich handelt, aus welcher Zeit diese Blankwaffe stammt und welcher militärischer Verband sie wohl verwendete.

Die Waffe könnte aus einem der zwei nachfolgenden historischen Begebenheiten stammen:
I. An der Peripherie des Ortes gab es im Jahr 1813 starke Truppenbewegungen. Das französische I. Korps marschierte mit 40000 Soldaten über die Elbe gen Dresden. Später besetzte die 42. Division Mouton Duvernet vom XIV. Korps das Truppenlager am Lilienstein. Dabei kam es auch zu preußischen Attacken.
II. Während des Krieges von 1866 kam es an gleicher Stelle erneut zu Truppenbewegungen und Einquartierungen. Näheres dazu ließ sich bis jetzt jedoch nicht herausfinden.

Zur Beschaffenheit des Säbels:
Die Klinge ist nicht mehr vollständig. Der gefächerte Handschutz unterhalb der Parierstange ist gebrochen. Die Griffschalen bestehen aus Holz, das mit einem Gewebeband oder Leder sowie einer gedrehten Metallkordel umwickelt wurde.

Ich freue mich auf eure Expertenmeinung.

Felix

08.08.19, 12:54:46

vonmazur

(Mitglied)

Gruß Felix!

Dies scheint mir eine KS 52 zu sein.

Dale im Alabama


"hans værge hamrede så fast,
at gotens hjelm og hjerne brast."
09.08.19, 05:14:32

Zietenhusar

(Supporter)

Willkommen im Forum, Felix.

Dale nennt eine gute Richtungsvorgabe. Anbei die Ansicht eines Kavalleriesäbels M52 in vergleichbarer Perspektive.

Gruß,
Thomas

09.08.19, 05:53:11

Zietenhusar

(Supporter)

Und >>HIER klicken<< für einige Beispiele zum Säbel-Modell.

09.08.19, 05:55:54

mario

(Administrator)

Guten Morgen,
da dieses Teil in Sachsen gefunden wurde, könnte es auch ein sächsisches Modell sein.
Man könnte bei genauer Betrachtung feststellen, ob am Scheidenband ein beweglicher (Preußen) oder feststehender (Sachsen) Tragering befestigt war.
Ob man das Teil nun eine Schlacht zuordnen könnte, bleibt dem Museum überlassen. Spätestens 1945 bevor die Russen kamen, wurden "Waffen" noch schnell entsorgt.
Gruß Mario


123
09.08.19, 07:37:11

Berufssammler

(User)

Hallo,

vielen Dank für eure Antworten.
Ein Mitarbeiter eines anderen Museums tendierte ebenfalls zum preußischen M1852.
Damit können wir 1813 schon einmal ausschließen.
Ich würde das Exponat ungern dahingehend untersuchen wollen, ob es einen beweglichen Tragering hat oder nicht. Das Fotografieren war schon heikel genug für das sensible Stück, obwohl es natürlich allemal interessant wäre, ob wir einen sächsischen oder preußischen Säbel vorliegen haben.
Der Einwand mit dem Wegwerfen von Waffen im Jahr 1945 ist tatsächlich berechtigt. In der Nähe des Fundortes versuchten die Reste der Heeresgruppe Mitte in Richtung Böhmen die amerikanische Linie zu erreichen, um dadurch einer sowjetischen Gefangennahme zu entgehen. Daher kam es in der Gegend auch im Mai 1945 erneut zu starken Truppenbewegungen beider Kriegsparteien.

Viele Grüße
Felix

13.08.19, 14:47:10

ulfberth

(Zeugwart)

An militärischen Aktionen war der Säbel sicherlich 1945 nicht beteiligt. Hier kommt eher die Zivilbevölkerung in Betracht, welche aus Angst vor Erschießungen oder Repressalien versuchte, alles Waffenähnliche außer Haus zu schaffen um nicht damit in Zusammenhang gebracht zu werden. Von Jagdwaffen über Orden von 1866 bis hin zu HJ-Messer wurde alles vergraben, verbuddelt und beseitigt. Der Waffenbestand manches Heimatmuseums verschwand dann einfach im Teich oder im Fluß. Aufschrauben waren auch gut dafür geeignet.

Gruß

ulfberth


www.seitengewehr.de
13.08.19, 16:02:20
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