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VaJo

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Ein Gendaito von Koga Tamijo Hisakuni

Hisakuni war Rikugun Jumei Tosho Schmied im Rang eines JoJo Saku.
Er wurde 1895 geboren und arbeitete in Fukuoka. In den 30er Jahren
unterrichtete er an der nationalen technischen Universität in Tokio.

Das Schwert hat eine nagasa (Schneidelänge) von 68cm.
Der Hamon ist ein interessanter suguhaba mit nijuba und koichigaiba
(erinnern an kleine Inseln mit Brandung). Entlang des Hamon findet
sich nie mit Ansammlungen von ara-nie und kleine ashi und yo finden
sich auf der ganzen Länge des Hamon.




30.09.18, 17:46:13

joehau

(Mitglied)

Die Inschrift lautet:

栁河 Yanagawa ( heutige Schreibweise: 柳川市 Yanagawa-Stadt in der Präfektur Fukuoka )

lebt

久國 Hisakuni


Ein 'Rikugun Jumei Tosho' - 陸軍受命刀匠 - ist ein zertifizerter Armeeschwert-Schmied.



05.10.18, 18:36:59

joehau

(Mitglied)

Hallo Chris,

könntest Du bitte noch ein paar allgemeinverständliche Erklärungen der in RomanJi
geschriebenen Fachausdrücke wie z.B. 'Rikugun Jumei Tosho' usw. abgeben ?

Gruß Jörg

07.10.18, 23:16:42

VaJo

(Mitglied)

Die Mei (Signatur) liest sich

栁 河 住 久国
Yana Gawa Ju Hisa Kuni

Übersetzt Hisakuni aus Yanagawa.

Sein Familienname war Koga.

zum RJT
der Rikugun Jumei Tosho war ein von der Armee geprüfter und beglaubigter Schmied (Tosho).
RJT Schmiede hatten Zugang zu Tamahagene während des Krieges. Sie konnten traditionell geschmiedete Schwerter herstellen (Gendai-to). Von der Armee bestellte, bei einem RJT traditionell geschmiedet und abgenommene Schwerter wurden mit einem 5 zackigen Stern gestempelt (Star Stamp).
RJT Schmiede waren aber auch während des Krieges in der Lage aufgrund der Versorgung mit Tamahagene Auftragsarbeiten durchzuführen. Diese Schwerter benötigten keine Stempelung wenn sie von einem RJT geschmiedet wurden.

Um RJT Schmied zu werden mussten die Schmiede einige Prüfungen bestehen, in denen die Schwerter mehrfach untersucht und getestet wurden. Deshalb befinden sich auch besonders viele Gewinner von ausgelobten Schmiedewettbewerben unter den RJT Schmieden.

Hisakuni erreichte als sehr guter Schmied 1942 den Rang eines JoJo Saku (zweithöchster Rang) in Kurihara Hikosaburo Akihide's Rangliste der 400 besten Schmiede Japans.

Generell spricht man bei japanischen Schwertern nicht von Schmiedemarken.

Es gibt unterschriebene/ signierte (mei) und unsignierte (mumei) Nakago (Schwert Angel). Die Mei ist eine individuelle einzigartige Unterschrift auf dem Schwert. Nahezu jede Unterschrift ist seit Beginn in Büchern verzeichnet und kann wenn es der Zustand zulässt eindeutig dem Schmied zugeordnet werden. So können falsche Signaturen (gimei) zu 100 Prozent von echten unterschieden werden.

Während des Krieges wurden einige Nakago zusätzlich mit Nummern und/ oder Arsenalen gestempelt. Häufig zu finden z.B. auf Nagamitsu Klingen, oder Mantetsu etc. Dies diente aber dazu die Schwerter beim anschliessenden assembling (Zusammenbau) eindeutig dem zu jedem Schwert zugehörigen Kodogu zu zuordnen. In der Muromachi Periode wo viele Schwerter benötigt wurden, findet man oft an der Angel Feilmarken. Diese dienten ebenfalls dazu das Schwert beim Herstellen des Zubehör wieder zu finden. Manche behaupten bei Wakizashi steht das für die Zahl der abgeschnittenen Köpfe, was natürlich Unsinn ist.


08.10.18, 10:02:44

joehau

(Mitglied)

Hallo Chris,

danke für die ausführlichen Erläuterungen der Fachbegriffe.

So kann der nicht so fachkundige Leser ( wie auch ich ) deine sehr guten
Beiträge besser verstehen ! Daran sollten alle Experten immer denken.

Wenn es nichts ausmacht, wäre es schön, wenn Du selbst das Bild mit der Signatur
nebst Übersetzung dazu unter Japan im Herstellerverzeichnis hochladen könntest.

Gruss Jörg


P.S.: ist die neuzeitliche Schreibweise des Schriftzeichens ( kuni )



08.10.18, 16:36:20
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