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mario

(Gründungsmitglied)

Inf.-Säbel 1821,
Im Jahre 1821 erhielten die badischen Grenadiere, Schützen, Unteroffiziere und Tamboure zusätzlich zu den Dreikantbajonetten den Briquet. Ab 1831 trugen ihn nur noch Unteroffiziere, Hautboisten und Hornisten. (so zu lesen im Buch "Unter den Greifen")

Kein Wunder, dass hier noch keiner vorgestellt wurde.
Hört sich auch ziemlich selten an.

Zwei Fotos darf ich aus dem Buch hier vorstellen. Da wäre eine Zeichnung eines Unteroffizier mit dem Säbel in der Hand und ein weiteres, bei dem der Säbel sich in der Mitte befinden soll.

Vorstellen werde ich einen Säbel der dem auf dem Foto sehr ähnelt.Gl.: 780mm, Kl.:645mm, Kb.:30mm,
Auf der Klinge befindet sich ein Zug, auch gut auf dem Foto zu erkennen. Gefäß und Klinge sind mit der "Badischen Punze" abgenommen, wie es ab 1808 üblich auf Mannschaftswaffen war.
Hersteller ist keiner zu erkennen, nur eine mir noch unbekannte "Marke" neben der Punze auf dem Griffbügel.

Ein Bild zum Vergleich mit einen Infanterie-SG, Preußen

Gruß Mario




123
18.09.17, 15:13:11

corrado26

(Moderator)

Bei der Marke links von der badischen Abnahme handelt es sich um die "Rastatter Weinleiter", also eine Marke der Stadt Rastatt. Daraus kann man ableiten, dass der Säbel nach seiner Ausmusterung beim Militär ganz offensichtlich noch bei der Rastatter Polizei Verwendeung fand. Insofern ist das wirklich eine echte Rarität.
corrado26
Dateianhang:

 180px-Wappen_Rastatt_bis_1995.svg - Kopie.jpg (15.95 KByte | 19 mal heruntergeladen | 303 KByte Traffic)


18.09.17, 15:28:08

mario

(Gründungsmitglied)

Danke, an Rastatt habe ich sehr schöne Erinnerungen.
Habe die Überschrift geändert.
Gruß Mario


123
18.09.17, 17:46:49

ulfberth

(Moderator)

Nach Herders Conversations-Lexikon von 1859 hatte Rastatt noch keine 7.000 Einwohner. Grob geschätzt würde dies bedeuten, daß sich ca. 1 Polizeiwachtmeister und vielleicht 4/5 Polizei-Sergeanten/Schutzleute dort befanden. .

Daher sollte man bei dem Säbel auch die Rastatter Bürgerwehr in die Überlegung mit einbeziehen, welch ja in die Revolution von 1848/49 hinein gezogen wurde. Durch deren Personalstärke erscheint eine dortige Verwendung des säbels auch wahrscheinlicher.

Der Stempel „C.DONACK“ könnte der Gelbgießer des Gefäßes sein. Möglicherweise erscheint er auch auf Beschlägen zu badischen Schußwaffen.

Gruß

ulfberth



www.seitengewehr.de
27.09.17, 20:28:16

mario

(Gründungsmitglied)

1757 In Rastatt bestehen eine bürgerliche Reitergarde von 57 Mann nebs 2 Kompanien bürgerliche Infanterie,...

1794 In Rastatt formiert sichaus der Schützengesellschaft heraus ein uniformiertes Schützenkorps von 25 Mann.

30.9.1823. In Rastatt besteht eine bürgerliche Reitergarde von 18 Mann.

11.5.1849 Im Rastatter Rathaus nimmt der von einer Wache der Bürgerwehr umgebene Bürgermeister den Militärmeuterern eine Gestohlene Fahne ab.

ganz Baden war voll mit Bürgerwehr/Miliz (nur über Wertheim habe ich nichts gefunden zwinkern )

Es wird aber sicher nur ein Zufall gewesen sein, in kürzester Zeit gleich zwei Säbel aus der Zeit zu finden.

Gruß Mario


123
Gestern, 11:01:54

Preussen

(Mitglied)

Mario "ganz Baden war voll mit Bürgerwehr/Miliz (nur über Wertheim habe ich nichts gefunden freuen "

da werden Sie geholfen:
    Am 1. April (1848), kurz nach dem Erlass des Gesetzes über die Errichtung von Bürgerwehren, wurde in Wertheim eine Bürgerwehr aufgestellt. Diese wurde im Juni neu eingeteilt und umfasste 500 Mann zu Fuß sowie 20 zu Pferd. [...] Anfangs konnte die Bürgerwehr nur exerzieren, da es noch an Waffen mangelte, denn diese mussten auf Kosten der Bürger beschafft werden. (Wikipedia)
      Archivale 3: Entwaffnung der Bevölkerung II (Juli 1849)
      Das Verzeichnis über die in Wertheim abgegebenen Waffen vom 13. Juli 1849 listet tabellarisch Musketen, Patronentaschen, Flinten, Büchsen, Hirschfänger, Säbel und Pistolen auf. (Vorlage: StAWt-S II Nr. 1808 [1849])

      Gruss Preussen

      Heute, 08:29:56
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