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Jagdsammler

(Moderator)

Hallo zusammen!

Ich möchte hier ein typisches Beispiel vorstellen bei welchem eine wesentlich ältere Klinge Verwendung fand.
Das eiserne Kreuzgefäß mit gerader Parierstange und schönem Muschelstichblatt hat einen Griff aus Hirschhorn und ist zeitlich in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts einzuordnen.
Die Klinge jedoch ist mit ihren je zwei flachen Hohlkehlen und vor allem den beiden leider sehr verputzten Halbmondmarken als eine gekürzte Schwertklinge aus dem 16. Jahrhundert anzusprechen.
Die Halbmondmarken sind von spanischen Schwertfegern bekannt, aber auch in Italien (Brescia laut Boeheim, „Handbuch der Waffenkunde“) wurde die Marke geschlagen.
Die Scheide hat einen Holzkern welcher mit einem dünnen Leder umhüllt ist. Die eisernen Scheidenbeschläge sind schlicht gestaltet.

Gesamtlänge: 745 mm
Klingenlänge: 598 mm
Klingenbreite max.: 39 mm
Klingenstärke max.: 5 mm

Scheide:
Gesamtlänge: 610 mm
Länge Mundblech: 67 mm
Länge Ortblech: 73 mm

Grüße vom Jagdsammler

29.11.16, 23:07:43

Murat

(Mitglied)

Hallo Jagdsammler, danke für diesen interessanten Beitrag.
Es ist immer wieder aufschlussreich zu verfolgen, wie sehr man in der Vergangenheit die Qualität alter Klingen zu schätzen wusste und wie vielfältig sie wieder Verwendung fanden. Sogar in Nordafrika findet man mit etwas Glück noch gute alte Klingen aus europäischer Produktion, die dort dann z.B. bei den Kaskara-Schwertern der Tuaregstämme verbaut wurden.

Gruß

Murat



Si unus qui molestia, vix repuit ad arborem
se putat esse aquila, tam habet est errorem.

30.11.16, 11:34:57
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