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Murat

(Mitglied)

Syrischer Khanjar, Mitte20.Jahrhundert



Hier noch einmal ein recht dekoratives Stück für die Abteilung „Folklore- Nippes“, wobei wohl eher „Volkskunst“ der zutreffendere Terminus wäre.

Diese Dolche wurden traditionell in der, am Südhang des Berges Hermon und nördlich der Golan - Höhen gelegenen und vom Bevölkerungsteil der Drusen bewohnten Stadt Majdal al Shams hergestellt.
Der Name des Ortes lautet in der Übersetzung etwa, „Turm der Sonne“ und stand schon während der Besetzung der Region durch das Osmanische Reich für die Qualität der dort gefertigten Klingen.
Der Griff ist als ein sehr detailreiches Mosaik von verschiedenen Materialien wie Horn, Bein, Perlmutt, Messing usw. gestaltet.
Die Gesamtlänge beträgt 28,5 cm, wobei 16,5 cm auf die gekrümmte, zweischneidige Klinge entfallen, die eine Breite von 4,0 cm hat.
Sie hat auf beiden Seiten zwei durchgehende und eine unterbrochene Hohlbahn.
Insgesamt macht das Stück einen recht massiven Eindruck und ist im Verhältnis zu seiner Größe, mit 360 g auch nicht gerade ein Leichtgewicht.
Die Scheide hat einen lederbezogenen Holzkorpus, der aber durch das sehr große Ort- und das Mundblech weitgehend verdeckt wird. Diese beiden Beschläge weisen einseitig eine etwas beriebene Silberornamentik auf.

Es ergibt sich allerdings die Frage, ob Dolch und Scheide ursprünglich zusammen gehörten, da Dolche dieses Typs zumeist mit einer ziselierten Messingscheide ausgestattet sind.




Si unus qui molestia, vix repuit ad arborem
se putat esse aquila, tam habet est errorem.

03.11.16, 10:19:43

Murat

(Mitglied)

Hier noch ein weiteres Vergleichsstück,von allerdings handwerklich etwas weniger anspruchsvoller Qualität.
Es lässt sich hier sehr gut der Aufbau des Griffes durch Aufeinanderschichten von Ringen und Blöcken aus verschiedenen Materialien erkennen.
Die hölzerne, mit punziertem Messingblech verkleidete Scheide macht allerdigs einen eher primitiveren Eindruck.
Dies zweite Exemplar dürfte wohl, im Vergleich mit dem ersten Stück,etwas jüngeren Datums sein.

Gruß

Murat


Si unus qui molestia, vix repuit ad arborem
se putat esse aquila, tam habet est errorem.

03.11.16, 10:43:39

ulfberth

(Zeugwart)

Gerne mehr von solchen Stücken!


www.seitengewehr.de
03.11.16, 21:52:00
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