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Murat

(Mitglied)

Marokkanischer Koummya

Das hier vorgestellte Stück dürfte aus dem 19ten Jahrhundert stammen.
Auffallend ist hier die Ausgestaltung des Griffes mit seiner kugeligen Verdickung in der Mitte. Auch die Verwendung des verdrillten Zierdrahtes ist für diese Region sehr ungewöhnlich. Vermutlich hat man sich hier von den Blankwaffen der damaligen französischen Besatzer inspirieren lassen.
Der Koummya wurde von seinem Besitzer an der linken Hüfte getragen und durch eine lange meist bunte Kordel, die über die rechte Schulter gelegt wurde, gehalten.
Zur Befestigung dieser Kordel dienten die beiden großen an der Scheide befestigten Trageringe.
Neben seiner Funktion als Waffe, diente der Koummya hauptsächlich als Repräsentationsobjekt, das den gesellschaftlichen Status seines Trägers herausstellen sollte.
Seine dritte und hier wenig bekannte Bestimmung war die eines Talismans, der den in diesem Kulturkreis gefürchteten „bösen Blick“ abwehren sollte.
Ob die, ein Pfauenrad symbolisierende Gestaltung der Griffe möglicherweise hiermit im Zusammenhang steht, ist nicht bekannt.

Gruß

Murat



Si unus qui molestia, vix repuit ad arborem
se putat esse aquila, tam habet est errorem.

12.10.16, 08:50:46

corrado26

(Moderator)

Eine sehr große Koummya aus meiner Sammlung hat ebenfalls diese Griffverdickung in der Mitte. Die Trageweise geht aus den Bildern hervor
corrado26

12.10.16, 10:31:14

Zietenhusar

(Gründungsmitglied)

Wunderschöne Stücke und sehr lehrreiche Beiträge. Dafür vielen Dank. Meister

13.10.16, 17:26:53

Murat

(Mitglied)

Zwei marokkanische Koummyas
Ich möchte hier zwei weitere marokkanische Koummyas vorstellen, die augenscheinlich beide aus der gleichen Werkstatt stammen. Sie dürften zeitlich wohl etwa um das Jahr 1900 einzuordnen sein.
An diesen beiden Stücken lässt sich gut erkennen, dass hier die Funktion als Statussymbol und nicht die einer Waffe im Vordergrund stand.
Die fast pompöse Dekoration mit Schmucksteinen und filigraner Metallarbeit, in Verbindung mit den Beingriffen, bildet einen starken Kontrast zu den recht einfach gestalteten Klingen, welche im versorgten Zustand nicht sichtbar und damit für die Zurschaustellung der Bedeutung des Trägers unwichtig waren.

Gruß Murat




Si unus qui molestia, vix repuit ad arborem
se putat esse aquila, tam habet est errorem.

25.01.17, 17:00:32

corrado26

(Moderator)

Gratulation zu diesen beiden schönen Stücken. Koummyas in dieser Qualität sieht man die nicht oft. Sie stechen aus dem Massenramsch der marokkanischen Tourismusindustrie weit heraus. freuen
corrado26

26.01.17, 16:35:51
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