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Rottenburger180

(User)

Könnten mir die Orientexperten Näheres über die abgebildete, vor 51 Jhr. in Fes gekaufte Blankwaffe sagen, vor allem über die Klingensignatur mit 3 Kronen, darunter das Wort London. Die Waffe hat aber keine Säbel- sondern eine Pallaschklinge, mit max. 3 cm Breite. Vielleicht haben die Händler da etwas gefummelt. Ich habe nur im Buch Schwert-Degen-Säbel vom verst. Blankwaffen-Altmeister Gerhard Seifert etwas gefunden. Seifert schreibt es wäre wegen des Handschutzes eine Fechtwaffe, wobei ich mir schlecht vorstellen kann, dass im seit ca. 1834 besetzten Marokko fechten üblich war, die Klinge ist schwerpunktmäßig dazu auch nicht besonders geeignet. Vorstellbar wäre eine Verwendung bei den dort üblichen Fantasia-Reiterspielen. Auch dass die Waffe von Wachen vor öffentl. Gebäuden, Palästen etc. getragen wurde, was ich dort schon öfters gesehen habe. Würde mich über über aufklärende Antworten freuen. Vorab besten Dank.

01.07.16, 15:59:22

ulfberth

(Zeugwart)

Zitat Alfred Tetzlaff: "Wenn man keine Ahnung hat sollte man bescheiden das Maul halten" lachen

Ungefähr so geht es mir bei Fragen zu dieser Blankwaffe.

Ich habe daher einmal einen Kenner der Materie angeschrieben und hoffe, daß ich hier seine Einschätzung veröffentlichen kann.

Gruß

ulfberth


www.seitengewehr.de
04.07.16, 12:21:29

ulfberth

(Zeugwart)

Inzwischen erhielt ich folgende Nachricht: Bei dem Stück handelt es sich um eine sog. Nimcha aus Marokko unter Verwendung einer englischen Exportklinge. Griff dürfte typischerweise aus Nashorn sein (sieht man nicht so richtig). Datierung um 1800. … In der letzten 72. Auktion, Katalog alte Waffen hatten wir ähnliche Stücke, Los 4237 -4239.

Viele Grüße aus München
Gerd Krämer von Aprath
Auktionshaus Hermann Historica



www.seitengewehr.de
05.07.16, 10:02:54

Rottenburger180

(User)

Zitat von ulfberth:
Inzwischen erhielt ich folgende Nachricht: Bei dem Stück handelt es sich um eine sog. Nimcha aus Marokko unter Verwendung einer englischen Exportklinge. Griff dürfte typischerweise aus Nashorn sein (sieht man nicht so richtig). Datierung um 1800. … In der letzten 72. Auktion, Katalog alte Waffen hatten wir ähnliche Stücke, Los 4237 -4239.

Viele Grüße aus München
Gerd Krämer von Aprath
Auktionshaus Hermann Historica

Herzl. Dank für die Auskunft und extrem schnell seid Ihr auch ! Englische Klinge ist klar, aber weiß jemand den Namen der Firma ? Herstellungsort steht ja ganz zweifelsfrei fest. Griff ist eindeutig aus braunem Horn, aber ob Nashorn ? Damals war natürlich die Jagd mit Sicherheit völlig normal und legal.

05.07.16, 15:19:06

ulfberth

(Zeugwart)

Die Bezeichnung dürfte ähnlich wie "me fecit solingen" eher als ein Qualitätsversprechen anzusehen und an den Herstellungsort und nicht an einen einzelnen Schwertfeger gebunden sein.




www.seitengewehr.de
05.07.16, 16:00:46

Rottenburger180

(User)

Danke Ulfberth, das klingt einleuchtend.

06.07.16, 15:53:06
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