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Jagdsammler

(Moderator)

Hallo zusammen,

Vor einiger Zeit konnte ich einen gut erhaltenen Bodenfund einer Bauern- oder Hauswehr erwerben.
Das Stück stammt aus dem Süddeutschen Raum. Für den Bauern der damaligen Zeit war es Waffe und Werkzeug zugleich. Mehr wurde ihm nicht zugestanden.

Das vorliegende Exemplar verfügt über eine gerade Rückenklinge die an der Spitze zweischneidig ist. Der Griff hat die typische Vogelkopf Form und war ursprünglich mit Griffschalen belegt. Davon zeugen noch die Messingröhrchen welche zur Vernietung dienten. Anstatt einer Parierstange steht ein pilzförmiger Dorn nach vorne ab.

Die Maße:
Gesamtlänge: 368 mm
Klingenlänge: 255 mm
Klingenbreite max.: 29 mm
Klingenstärke max.: 4,5 mm

Viele Grüße vom Jagdsammler Ebbe

04.10.15, 21:16:07

ulfberth

(Moderator)

Hier einmal 3 Motive von Albrecht Dürer mit Bauern und deren Bewaffnung. Wobei der Unterschied zwischen Bauernwehr und Sax fließend ist.

Gruß

ulfberth


www.seitengewehr.de
05.10.15, 17:11:05

schanzer

(Mitglied)

möchte auch eine aus dem Süddeutschen Raum vorstellen.
Gesamtlänge:51cm
Klingenlänge:38cm
Klingenbreite:2,8cm
die letzten 10 cm an der Spitze zweischneidig

05.10.15, 17:30:45

Jagdsammler

(Moderator)

Hallo ulfberth,

ich danke Dir für die aufschlussreichen Bilder.
Ja, Dürer und andere haben uns da netterweise einige anschauliche Bilder hinterlassen. Dies hilft auch bei der zeitlichen Einordnung.


Hallo schanzer,

danke für das Zeigen dieser schönen langen Bauernwehr! Auch hier ist die Ähnlichkeit der Griffform deutlich zu sehen.

Gruß vom Jagdsemmler


05.10.15, 20:27:08

Jagdsammler

(Moderator)

Hallo zusammen,

ich möchte ein zweites Stück vorstellen welches etwas einfacher gestaltet ist.
Die Substanz ist jedoch so gut, dass ich mich entschieden habe wieder Griffschalen an dieser Bauernwehr anzubringen.

Die Abmessungen sind:

Gesamtlänge: 335 mm
Klingenlänge: 225 mm
Klingenbreite max.: 31 mm
Klingenstärke max.: 8 mm

Ich hänge hier mal ein vorher und nachher Bild an. Ich bin mit meiner Bastelarbeit eigentlich ganz zufrieden und zur Not kann man die Griffschalen ja wieder abnehmen falls man wieder den Fundzustand herstellen möchte.

Viele Grüße vom Jagdsammler

03.05.16, 22:18:24

Zietenhusar

(Gründungsmitglied)

Zitat von Jagdsammler:
Ich bin mit meiner Bastelarbeit eigentlich ganz zufrieden und zur Not kann man die Griffschalen ja wieder abnehmen...
Aus meiner Sicht nichts falsch gemacht. Sieht übrigens gut aus.

Welche Materialien wurden für die Griffschalen seinerzeit für Bauern-/Hauswehren eigentlich genutzt? Ich vermute mal alles Mögliche, oder?

Gruß,
Thomas

04.05.16, 06:10:12

mario

(Gründungsmitglied)

Zitat von Jagdsammler:

Der Griff hat die typische Vogelkopf Form


Jetzt nicht mehr, deshalb wohl Dein "eigentlich"?
Sehr ansehnlich.
Gruß Mario



123
04.05.16, 06:22:27

Jagdsammler

(Moderator)

Hallo Thomas und Mario,

danke für das Lob.
Die Griffschalen waren manchmal aus Hirschhorn und jedoch wohl zumeist einfach aus Holz.

Zur Vogelkopf Form: das erste Stück hat natürlich immer noch diese Form. zwinkern Das war mir einfach zu schade um daran etwas zu probieren.
Ich werde es so lassen wie es ist.
Das zweite, einfachere Stück habe ich mit den Hirschhorn Griffschalen und "modifizierten" Polsternägeln versehen.
Man kann das Wort "eigentlich" auch guten Gewissens streichen. Ich bin damit zufrieden!

Vielleicht noch ein kleiner Tipp: will man das gesägte und angeschliffene Hirschhorn dunkler, also "gebrauchter" aussehen lassen, so bestreiche man es mit in Wasser gelöstem Kaliumpermanganat.

Viele Grüße vom Jagdsammler Ebbe


04.05.16, 16:16:31
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