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Zietenhusar

(Supporter)

Admin: Nachfolgend die erste "Waffe" unseres Sammler- und Forumfreundes Peter Meihs in Schrift und Bild.

Moijn!

Hier mein Bericht über mein erstes, nun noch vorhandenes Sammlerstück. Es ist ein Kindersäbel nach dem Modell Preußen 1852, Gesamtlänge 68 cm. Das Mundblech ist verloren gegangen, genau wie das ursprünglich vorhanden gewesene "Koppel", aus weißem Leder mit einer Schließe in Form einer Schlange zwischen zwei Löwen - Maskarons.

Es ist unmöglich zu sagen, wann der Säbel in meinen Besitz übergegangen ist - es geschah schleichend, so um 1950. Der Säbel ist nicht nur meine erste Waffe gewesen, sondern auch die erste meines Vaters. Mein Vater ist 1909 in Wald geboren (seit 1926 zu Solingen gehörig). Mein Großvater, auch Wilhelm geheißen, besaß um 1910 einen Kotten in der Kullerstraße 73b, gegenüber der Helenenstraße. Meine Großmutter war eine geborene Stamm und hatte "einen Slippen von der Kunst", mein Großvater Wilhelm hatte Sinn für Bildung und Stil - auch für alternative Ansichten, er war eingeschriebenes Mitglied der SPD. Um 1914 - 15 nahm er meinen Vater mit an einem Sonntag in seine Stammkneipe (zur Kirche hatte er keine Beziehung). Mein Vater, damals also etwa 5 Jahre alt, war angetan mit einer roten Samtweste und eben dem Säbelchen M 1852. Mein Großvater stellte seinen Filius mit Stolz auf den Kneipentisch - das wurde so bis in meine Zeit von meiner Großmutter berichtet.
Meinen Großvater väterlicherseits habe ich nie gesehen - ebenso wie der Vater meiner Mutter ist er ein Opfer des uns von den Briten - Franzosen und US Amerikanern verbrecherisch aufgezwungenen Krieges geworden. 1916 wurde Wilhelm Meihs eingezogen, bekam eine Grundausbildung in Schwerin und wurde nach vier Wochen Fronteisatz bei Verdun vermisst. Seine letzten Briefe sind noch im Besitz unserer Famile. Erschütternd.

Peter Meihs, Neumünster (Felsen)

14.05.14, 18:30:04

schwekapi

(Moderator)

Danke, ich bin begeistert!!! Die Rubrik lebt. Und so viel private Geschichte. Das fasziniert mich sehr. Viele Grüße an Peter Meihs.


Gruß vom alten Schweden,
Thomas
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Die Liebe des Volkes ist meine Belohnung.
Wahlspruch von König Carl XIV. Johan
14.05.14, 23:26:54
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