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Zietenhusar

(Supporter)

In seinem Buch Soldat im Osten. Erinnerungen und Erlebnisse aus fünf Jahrzehnten., Edition Stadt und Buch, Hüllhorst 2006, ISBN 3-92062-110-7, erinnert er an die Zeit der ersten Parade der NVA im Gründungsjahr 1956.

Seite 47, Zitat Anfang:
Um 22.30 Uhr [Anmerkung: In der Nacht zum 1. Mai.] ließ mich General Rentzsch rufen und erklärte mir, dass ich morgen die Parade zu Fuß zu eröffnen hätte. Mein Einwand, dass ich nicht einmal trainiert habe, wurde abgewiesen mit der Bemerkung: "Ein Oberstleutnant der jungen NVA kann alles." Mit dem Hinweis, dass ich im Nachbarzimmer einen Degen empfangen sollte, war ich entlassen.

Im Zimmer nebenan lagen drei verschiedene Stichwaffen, Säbel oder Degen, auf dem Tisch. Ich hatte in meinem Leben noch nie einen Säbelgriff geübt, ich wusste auch gar nicht wie er ordnungsgemäß ausgeführt wird. Zum Glück betrat Oberstleutnant Barkowski das Zimmer. [...] Auf meine Bitte, mir doch einen Säbelgriff zu erklären, sagte er, dass ich mit diesem Säbel nicht marschieren dürfe, da es Unteroffizierssäbel mit silbernem Knauf seien. Die Offizierssäbel hätten einen vergoldeten Knauf. Ich war darüber sehr erfreut und begab mich erneut zu General Rentzsch. Er war gerade dabei sich zur Nachtruhe zu begeben. Ich meldete die Situation mit Säbel und Degen mit der Anmerkung, dass es doch nicht angebracht sei, mit Unteroffiziersdegen die Parade zu eröffnen. Seine Antwort: "Scheißegal, lassen Sie die Dinger liegen - Sie marschieren mit der Hand an der Mütze!"
Zitat Ende

Seite 49, Zitat Anfang:
Übrigens, die Säbel und Degen waren von der Requisitenkammer der DEFA*) ausgeliehen.
Zitat Ende

*) Deutsche Film AG

Zur Person:
Horst Stechbarth (* 13. April 1925)
Als Sohn eines Landwirts wurde er in Tzschecheln, Kreis Sorau geboren und erlernte den Beruf eines Landwirtschaftsgehilfen. In diesem Beruf arbeitete Stechbarth von 1939 bis 1943. Er wurde 1943 zum Reichsarbeitsdienst einberufen und wurde NSDAP-Anwärter. 1943 wurde er Mitglied der NSDAP und diente von 1943 bis 1945 als Panzergrenadier in der 3. Panzer-Division; er ging als Unteroffizier von 1945 bis 1948 in sowjetische Kriegsgefangenschaft. Nach der Entlassung arbeitete Horst Stechbarth als Landarbeiter. Er war von 1972 bis 1989 Stellvertreter des Ministers für Nationale Verteidigung im Ministerrat der DDR und Chef der Landstreitkräfte der NVA. Letzter Dienstgrad: Generaloberst
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Horst_Stechbarth

29.04.14, 05:35:51

blacky21

(Mitglied)

Ich staune ,daß Stechbarth als ehemaliger Unteroffizier nicht wußte,wie ein Unteroffz.säbel aussieht.

29.04.14, 09:13:59

Zietenhusar

(Supporter)


Es war zu seiner Zeit Krieg und an der Front befasste man sich wohl nicht mit Parade-Kram. zwinkern

29.04.14, 16:11:28

blacky21

(Mitglied)

Die Blankwaffe hatte im 3.Reich einen ganz anderen Stellenwert
als heute.Schon kleine Jungs kannten damals die Unterschiede.

29.04.14, 16:22:39
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