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Flo

(User)

Guten Abend allerseits.

Ich habe von meinem Grossvater ein Briquetsäbel geerbt. Leider
kenne ich mich im Blankwaffenbereich (noch) nicht aus und konnte
auch mit Hilfe von Google keine Infos bezüglich Alter, Herkunft
und dem Hersteller (Schmiede) finden. Vielleicht weiss jemand
von Euch mehr, bin um jede Info dankbar.

(J. L. Stäubli scheint mir aus dem deutschsprachigen Raum zu sein)

Gruss Flo




07.12.13, 19:53:54

ulfberth

(Zeugwart)

Der Briquet kann ein eidgenössisches Stück sein. Dafür würde auch der eher schweizer (?) Besitzername sprechen. Durch das Fehlen von kantonalen Abnahmen ist eine klare Zuordnung zu Militär oder Polizei (Schützen?) schwierig.

Wolfgang Kroker bildet einen Säbel Eidgenössischer Ordonnanz 1842/52 - „A. Brast, Aarau“ mit einer Besitzermarkierung auf der äußeren Parierstange - im Ausstellungskatalog Altes Zeughaus Solothurn ab.

Gruß

ulfberth


www.seitengewehr.de
08.12.13, 00:19:47

Flo

(User)

Okay, vielen Dank!
Es ist sehr gut möglich, dass es ein eidgenössischer Säbel ist. Ich
bin selber aus der Schweiz und mein Grossvater hat ihn sicher auch
in der Schweiz erstanden, falls er nicht sogar über Generationen
weitervererbt wurde.

Kann man durch das Fehlen der kant. Abnahme irgendwelche Dinge
ausschliessen, bzw. Rückschlüsse ziehen (zB. falls gewisse Einheiten
ausschliesslich Briquets mit Kantonswappen trugen)? Was lässt
sich über Hersteller von Säbeln sagen, welche ihre Waffen nicht
mit dem Kantonswappen versahen?

Wo müsste ich bezüglich J.L. Stäubli nachschlagen/suchen, wenn ich
mehr darüber erfahren will? Es wurden dort sicherlich mehr als nur
1 Briquet hergestellt, daher müsste es auch Informationen geben.
Da muss doch ein Verzeichnis existieren oder was in der Art?

Und ganz nebenbei aus Interesse: Wie viel Wert hat so ein Briquet
wie meiner eigentlich? Ich besitze keine Scheide und ich denke
nicht, dass er sonderlich selten ist. Briquets waren ja weit verbreitet
und wurden in grosser Zahl produziert. Die Beschaffung heutzutage
ist kein Problem.

08.12.13, 14:11:15

ulfberth

(Zeugwart)

Durch das Modell des Säbels dürfte J.L. Stäubli ein Mannschaftsdienstgrad, evtl. noch ein niederer Unteroffizier, gewesen sein. Es wäre eher ungewöhnlich, wenn der Name Eingang in heute leicht zugängliche Auflistungen gefunden hätte. Um so mehr, als weder Zeit, Ort (Kanton) noch Branche feststeht. Ohne solche Daten hilft auch keine Archivarbeit.

Der Preis eines vom Opa ererbten Säbels ist leicht festzusetzen: einfach unbezahlbar!

Gruß

ulfberth


www.seitengewehr.de
08.12.13, 19:37:40

Besançon

(User)

Hallo Flo,

es ist seit 2013 doch einige Zeit vergangen.

Briquets sind verkannte Sammlerstücke. Sie sagen sehr viel aus,
aber man kann das nirgends nachlesen. Dafür ist sehr viel Archivarbeit
und vor allem Sichtung der Depots in den kantonalen Museen notwendig.
Dein Säbel stammt aus der Zeit 1835 - 1852. Älter ist er aufgrund
der Wurzel nicht. Der Besitzername findent sich auf Briquets von
Kantonen (oder zum Teil auch kantonsinternen Bezirken), wo die
Soldaten die Waffen kaufen mussten. Bei dieser Art indirekter Militärsteuer
wollte man natürlich sein Briquet nicht verwechseln. Es gibt seit 1817
etwa 10 verschiedene Briquettypen in der Schweiz.

Kantonsschläge in Form von Buchstaben oder Wappen waren nicht in
allen Kanonen üblich. Insbesondere kleine Kantone haben ihre Briquets
nicht gekennzeichnet. Die Beschaffung war bis 1874 Sache der Kantone.
Ab 1875 ging die Beschaffung an den Bund und der hat die Briquets
gleich abgeschafft.

27.12.18, 21:48:04

joehau

(Mitglied)

Ordonnanz 1842/52, Säbel für Mannschaften der Artillerie, Sappeure, Pontoniere, Train und Jäger

Gesamtlänge: 740 mm
Klingenlänge: 596 mm
Klingenbreite: 35 - 30 mm sich verjüngend
Länge der Scheide: 615 mm

Hersteller: unbekannt


Stempel:

Wappen des Kantons Zürich mit ZZ - Zeughaus Zürich in der rechten
oberen Wappenhälfte und Stücknummer 23. auf der Parierstange

20.01.19, 04:58:31
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