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corrado26

(Super-Moderator)

Kavallerie-Offizierpistole M 1733/34 Fertigung St.Etienne nach 1746

Dunkler, hervorragend erhaltener Nussbaumvollschaft mit ovalen Verschneidungen um das Schloss, das Schlossgegenblech und das Schwanzschraubenblatt. Messingbeschläge, bestehend aus halbem Vorderschaftband, zwei Ladestockröhrchen, Abzugsbügel mit charakteristischem vorderem Abschluss in Lilienform, Kolbenkappe mit langen, seitlichen Sporen, flächigem, für den Waffentyp ebenfalls charakteristischem Schlossgegenblech für zwei Schrauben und ungewöhnlicherweise ein bekröntes Daumenblech ohne Beschriftung. Runder, am Pulversack kantiger Lauf mit rund endendem Schwanzschraubenblatt An der Laufoberseite ein zur Mündung hin schmaler werdender und bis zum Korn reichender Flachschliff. .Steinschloss M 1733/34 mit flachem. an den Kanten abgeschrägtem Schlossblech und ebensolchem Schwanenhalshahn. Eisenpfanne. Ungewöhnlicherweise keine Verbindung zwischen Pfanne und Batteriedeckel. Herstellersignatur „S E“ unter Lilie und „GIRARD" (schwach) auf dem Schlossblech außen. Gute Schlossfunktion. Kleine Floralgravur an Hahnkorpus und am Schlossblechzipfel. Gesamtes Schlossblech mit Randstichgravur. An der Schlossinnenseite Schmiedemeistermarke „P.JAVELLE““. Alle Eisenteile dunkel patiniert. Vermutlich originaler Holzladestock mit Messingabschluss. Die Pistole befindet sich in einem hervorragenden, absolut originalen Zustand
Gesamtlänge 488mm, Lauflänge 307mm, Kaliber des glatten Laufs 16,42mm

Dies ist die erste ordonnanzmäßige und heute sehr seltene Kavalleriepistole der französischen Armee. Mit Ordonnanzbefehl vom 28. Mai 1733 eingeführt und mit einem Reglement vom 18. Januar 1734 dimensionsmäßig festgelegt, blieb dieser Pistolentyp über 25 Jahre bei der Truppe und wurde erst nach dem Siebenjährigen Krieg von einem Nachfolgemuster ersetzt. Das Daumenblech und die Gravuren am Schloss weisen darauf hin, dass es sich bei der vorgestellten Waffe um die selbstbeschaffte Pistole eines Offiziers handelt. Das Fehlen der Verbindung zwischen Pfanne und Batterie entspricht der Schlossausführung des Infanteriegewehrs M 1746 – auch bei diesem fehlt dieser Verbindungssteg!

Vergl. hierzu Lander, Udo, Für ein Heer im Umbruch, die französische Kavalleriepistole M 1733/34 in DWJ 3/1991, S.393 ff
Boudriot, Armes à Feu règlementaires Francaises, Band 1


02.04.13, 12:25:39
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