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corrado26

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Württemberg, Steinschloss-Kavalleriepistole M 1817.

Gefertigt in der Königlich Württembergischen Fabrik Oberndorf am Neckar, entsprechende Signatur „KOENG:WÜRT:FABRIK“ auf dem Schloßblech und „OBERNDORF“ und "ULRICH" längs auf dem Lauf. Fertigungsnummer „2097“ und württembergische Revisionsmarke „W“ unter Krone am Pulversack oben links. Teilenummer „7“ auf allen Schraubenköpfen. Kein Truppenteilstempel. Staatliche Abnahmemarke „W“ am Schaft links, rechts neben der hinteren Schlossschraube. Nußbaumschaft mit typisch württembergischem Kolbenwulst und mit Eisenbeschlägen; diese bestehend aus Laufring mit rechtsseitiger Federarretierung und aufgelötetem Messingkorn, eingehaktem, vorne verschraubtem Abzugsbügel, unterem Kolbenbügel mit zwei Fingerwülsten, flacher, ovaler Kolbenkappe und s-förmigem Schlossgegenblech. Runder, am Pulversack seitlich abgeflachter Lauf. Schwanzschraubenblatt rund endend mit eingefeilter Kimme. Steinschloss mit links vom Hahn gerundetem, sonst flachem Schloßblech, hinter der Pfanne die eiserne „Stülpe“ als Auffanglager für den Hahn. Württembergischer, massiver Hahn mit ovalem Durchbruch. Gegossene Messingpfanne. Abzug mit im Schaftholz Abzugsschraube. Keine Ladestocknut. Hervorragende Schlossfunktion. Pistole im hundertprozentigen Originalzustand mit nur minimalen Alters- und Gebrauchsspuren.

Gesamtlänge 408mm, Lauflänge 245mm, Kaliber des glatten Laufs 18,0mm.

Bei dieser Steinschlosspistole handelt es sich um eine der seltensten deutschen Kavalleriefaustfeuerwaffen des 19. Jahrhunderts. Wie in Preußen (M 1823), Baden (M 1816), Bayern (M 1816 und M 1826) und anderen deutschen Staaten wurde der überwiegende Anteil der vorhandenen Steinschlosspistolen, die in Oberndorf ab 1817 -1827 in einer Anzahl von ca. 4.400 Stück gefertigt worden waren, ab 1842 zum allergrößten Teil auf das Perkussionssystem umgebaut. Originale Steinschlosspistolen dieses Typs sind deshalb heute im nur einstelligen Quantum bekannt.

Vergl. hierzu Reckendorf, die württembergischen Handwaffen, 1806-1870, Berlin-Herford-Bonn 1993, S.58 f und 72 f mit den entsprechenden Abbildungen.


30.03.13, 17:21:16
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