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corrado26

(Super-Moderator)

Württemberg
Artillerie- und Trainpistole M an 13UM St.Etienne

Gefertigt in der Steinschlossversion in der französischen Manufaktur von St.Etienne, entsprechende Signatur „Manuf. Imp. de St.Etienne“ (Manufacture Impériale de St.Etienne) noch lesbar auf dem Schlossblech. Nussbaum-Halbschaft mit Messingbeschlägen, diese bestehend aus Laufring mit Verbindung zur vorderen Schlossschraube, Abzugsbügel, Kolbenkappe und gewölbtem Schlossgegenblech. Unterer und oberer Kolbenbügel aus Eisen. Abzugsstift mit links im Schaft verschraubtem Verstärkungsplättchen. Aptiertes Perkussionsschloss mit typisch württembergischem Hahn. Truppenstempel „2.2.4.“ auf der Kolbenkappe. Revisionsstempel „R“ und Abnahmestempel „G“ unter Krone am Schaft links . Französischer Kontrollstempel „B“ (Bouissavy) und Jahreszahl „180..“ der Fertigung in der Steinschlossversion auf dem Lauf oben links .Waffennummer „7“ auf den Schraubenköpfen und der neuen Abzugseinrichtung. Originaler, eiserner Ladestock mit nagelförmigem Kopf und Endgewinde. Sehr gute Schlossfunktion. Insgesamt nur minimale Gebrauchsspuren.

Gesamtlänge 350mm, Lauflänge 200mm, Kaliber des glatten Laufs 17,3mm.

Die Kavalleriepistole M an 13, von der u.a. in St.Etienne von 1806 bis 1817 141.355 Stück gefertigt wurden, kam nach dem Friedensschluss in größeren Stückzahlen auch nach Württemberg. Nachdem der König am 14. November 1842 die Einführung der Perkussionszündung für die Kavalleriewaffen genehmigt hatte, wurden neben den Reiterkarabinern und den Pistolen M 1817 aus der Gewehrfabrik Oberndorf auch diese ehemals französischen Pistolen umgebaut.
Vor der Einführung der württembergischen Kavalleriepistole M 1817 hatte ein Reiter entweder zwei französische Pistolen M an 13 oder zwei österreichische Pistolen M 1798 geführt. Diese Pistolen gingen mit der Einführung der neuen Pistole M 1817 an die Artillerie und den Train. Der an der vorliegenden Pistole vorhandene Truppenstempel ist der 2. Eskadron des zweiten Reiter-Regiments zuzurechnen, stammt als noch aus der Zeit vor der Aptierung und der Abgabe an die Artillerie oder den Train.

Vergleiche hierzu Lander/Höfele, Die französischen Ordonnanzpistolen 1733 bis 1870, Gröbenzell 2002, S.42ff
Reckendorf, Die württembergischen Handwaffen 1806-1870, , Bonn 1993, S.74f
corrapo26


12.03.13, 16:13:44

limone

(Super-Moderator)

Diese württembergische Hahnform hat doch was - sie erinnert ein wenig an einen Hundekopf.

Hervorheben möchte ich noch einmal, obwohl schon erwähnt, die auf der Schlossgegenseite sichtbare Schraube für den Abzug (3. Foto).

Danke für's Zeigen!

Carsten


     Fröhlich sein, Gutes tun, und die Spatzen pfeifen lassen...
12.03.13, 18:00:05

Murat

(Mitglied)

Hier noch eine weitere Pistole dieses Typs, bei der aber, im Gegensatz zur oben vorgestellten Waffe, die Aufnahmebohrung für den Ladestock offensichtlich ordonnanzmäßig verschlossen wurde.Dies legt den Schluss nahe, dass dieser hier "am Mann" getragen worden sein muß.

Gruß

Murat


Si unus qui molestia, vix repuit ad arborem
se putat esse aquila, tam habet est errorem.

12.03.13, 19:59:27
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