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corrado26

(Super-Moderator)

Hannover,
Infanteriegewehr M 1857, das sogenannte „Pickelgewehr“.
Nussbaumvollschaft mit eckiger Backe. Eisenbeschläge, bestehend aus drei rechtsseitig federarretierten Laufringen, zweiteiligem Abzugsbügel, Kolbenkappe und zwei Unterlegscheiben für die Schlossschrauben. Runder, am hinteren Ende auf 150mm kantiger Lauf mit Patentschwanzschraube. Neumodellmäßiges Perkussionsschloss mit senkrechter Vorderkante und Herstellersignat „SP.SR&ST /SUHL.“ für Spangenberg, Sauer & Sturm in Suhl auf dem Schlossblech außen. Visiereinrichtung mit Treppenvisier Einteilung 250-800 Schritt und Eisendachkorn auf dem Lauf. Federklinke zur Bajonettaufpflanzung an der Laufunterseite. Truppenteilsignatur „V B 212“(5. Infanterie-Regiment, 2. Bataillon, Waffe N°212) auf der Nase des Kolbenblechs. Seriennummer „7“ an allen Teilen. Am Kolben rechts vermutlich Depot- oder Museums- Stempelung „1353/HEEREN“ quer zur Laufachse. Eiserner Ladestock mit quer durchbohrtem, vasenförmigem Kopf.
Gesamtlänge 1435mm, Lauflänge 1025mm, Kaliber 16,08mm, 7 Züge


12.03.13, 12:07:55

Schilda

(User)

Jetzt habe ich ein (äusserlich) sehr vergammeltes "Pickelgewehr" bekommen. Und meine erste Frage ist: warum heisst es so?

Die Visierung fehlt, daher bitte ich um Hilfe: Ich brauche Detailbilder von: Visierung, Hahn, Hinterschaft, Schaftabschluss und Ladestock. Bitte mit zumindest 1 massgeblicher Dimension, damit ich das Bild einigermassen skalieren kann.

Das Gewehr schaut schlecht aus, wirklich nichts für Sammler, aber die Züge sind vollständig und ich habe schon Schlimmeres erfolgreich zum "sprechen" gebracht. Als "Belohnung" kann ich nur anbieten, das Gewehr in vorher/nachher Zustand hier zu präsentieren wenn es fertig ist!

Hinweise auf relevante Fachliteratur wären auch willkommen!

20.06.14, 17:50:56

corrado26

(Super-Moderator)

Das Gewehr hat einen Dorn nach dem System Thouvenin am Laufgrund. Dieser sitzt zentral an der Schwanzschraube und dient dazu, das Geschoss mit dem Ladestock durch Rammen so zu stauchen, dass das Geschoss an Durchmesser zunimmt und so Führung in den Zügen erhält. Gleichzeitig verhindert der Dorn, dass das Pulver beim Stauchvorgang zusammengepresst wird. Es bleibt locker im Pulversack und somit konnte eine bessere un d vor allem schnellere Verbrennung erfolgen. Die Norddeutschen nannten diesen Dorn "Pickel", deswegen der Name "Pickelgewehr".
Bilder anbei, Maße kann ich nicht liefern, da ich das gezeigte Gewehr nicht besitze.
corrado26

21.06.14, 19:18:50

corrado26

(Super-Moderator)

weitere Bilder:

21.06.14, 19:20:01

corrado26

(Super-Moderator)

und nochmals Bilder

21.06.14, 19:21:24

Schilda

(User)

Vielen Dank! Das ist eine grosse Hilfe. Jetzt weiss ich wo ich nach Stempeln suchen muss und wie die Visierung und Putzstab anzufertigen sind. Den Pickel habe ich noch nicht sehen können.

21.06.14, 23:12:51
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