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schwekapi

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Stutzenpistole

Die Pistole m/1820-49 wurde nur bei der Leibgarde zu Pferd und dem Kroprinz Husaren Regiment eingeführt.

Sie war die erste Perkussionspistole, die bei der schwedischen Kavallerie in großen Mengen eingeführt wurde. Diese Pistole ist ein aptiertes Modell der Steinschlosspistole m/1820. Es wurde die Pfanne entfernt, das Zündloch mit einem Zapfen verschlossen und das neue Piston rechts neben der Ziellinie in den Lauf geschraubt. Der Hahn musste daher stark nach innen gekröpft sein.
Bei der Stutzenpistole erhielt der Lauf Züge und einen Dorn vom System Thouvenin.

Leider sind hier Pistole und Anschlagkolben nicht nummerngleich. Sie passen aber aneinander (ist nicht immer so) und sind ungefähr vom gleichen Holz.

Die Pistole wurde ausgegeben an:

die Leibgarde zu Pferd - erhalten 1850 und
das Kronprinz Husaren Regiment - erhalten 1852

Da beide Regimenter ihre Waffen gut gekennzeichnet haben und diese Kennzeichnungen bekannt sind, kann man die Waffen einwandfrei zuordnen.

Die Pistolen wurden, wie bei der Pistole m/1807 beschrieben, als Paar vom Kavalleristen getragen. Die Zusammengehörigkeit der Waffen ist so festzustellen. Die Stutzenpistole eines Paares hat die niedere, ungerade Zahl. Die Flankörpistole hat die höhere, gerade Zahl. Diese Pistole hat die Nummer 2045 und ist daher eine Stutzenpistole. Der Anschlagkolben hat, wenn zugehörig, die gleiche Nummer wie die Stutzenpistole.

Stempelungen auf der Pistole:

Krone über C = Eskilstuna
2045 = Waffennummer
1837 = Diese Pistole war eine m/1820 und wurde 1837 gebaut.

2/28 = 2. Schwadron/ Nummer 28 - Leibgarde zu Pferd

technische Daten:

Länge mit Anschlagkolben: 69 cm
Länge Pistole: 42 cm
Länge Lauf: 24,9 cm
Gewicht Pistole: 1,22 Kg
Kaliber: 15,74 mm
4 Züge mit einer halben Umdrehung auf Lauflänge

Kugel:

23,16 mm lang Spitzkugel, Durchmesser 15,44 mm, Gewicht 25,88 g

Ladung:

3,315 g Schwarzpulver

Stempel unten auf dem Lauf:

Ursprünglich war diese Pistole ein Modell m/1820 und wurde
1837 hergestellt. 1850 wurde die Pistole aptiert.

Auszug aus dem Buch: „Military Handguns in Sweden“ von
Bengt Lissmark


Der Lauf ist rund, gezogen und gebräunt. Das Zündloch ist mit einem Bolzen verschlossen, der einen vorspringenden Kopf hat. Das Piston ist in die rechte Seite des Laufes geschraubt.
Die Schwanzschraube hat einen Dorn. Das Steinschloss ist zu Perkussion modifiziert. Die Oberfläche des Hahnes ist rund. Der Hahn steht in Laderast sehr hoch, aber wenn es gesichert ist mit dem Haken, steht er nur ein wenig über dem Piston. Der Schaft und die Beschläge sind vom Modell 1820. Der Stahlladestock ist separat. Er hat einen Messingkopf und einen verschiebbaren Tragering. Die Pistole hat eine Kolbenrückenschiene zum Befestigen des Anschlagkolbens m/1820.
Der französische Oberst Thouvenin entwarf 1840 ein System, um im Vorderlader Geschosse gasdicht zu laden. Bei diesem System wird auf der Schwanzschraube ein Dorn angebracht, der ungefähr 8 mm Durchmesser hat und 45 mm lang ist. Die Pulverladung lag um den Dorn herum. Für die Pistole wurde eine zylindrische Spitzkugel verwendet, die einfach zu laden war. Die Kugel wurde mit dem Ladestock gegen den Dorn gestaucht. Dadurch wurde das Blei in die Züge gepresst und schloss somit gasdicht ab.

Das Dorn- System nach Thouvenin wurde in Schweden zuerst im Gewehr m/1840-1848 verwendet. Die Länge des spitzen Geschosses ist 23,16 mm, der Durchmesser ist 15,44 mm, und das Gewicht 25,88 Gramm. Das Gewicht der Pulverladung ist 3,315 Gramm.



Gruß vom alten Schweden,
Thomas
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Wahlspruch von König Carl XIV. Johan
13.06.12, 19:23:57

schwekapi

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13.06.12, 19:25:16

schwekapi

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Flankörpistole

Auch diese Pistole kann der Leibgarde zu Pferd zugeordnet werden. Am Schaftholz sind etliche alte Reparaturen zu erkennen. Der Hahn wurde bei einer alten Reparatur durch einen neuen ersetzt. Deshalb ist auf dem Schlossblech eine zweite Nummer eingestempelt. Diese ist auch auf der Rückseite des Hahnes eingestanzt. Seit der Pistole m/1816 sind die Laufringe unter dem Lauf mit einer Feder gesichert.

Stempel auf der Pistole:

1682 = Waffennummer
656 = Nummer vom Ersatzhahn (kenntlichmachung einer offiziellen Reparatur)
Krone über C = Eskilstuna
Stempel auf dem Holz nicht zu entziffern

3/39 = 3. Schwadron/ Nummer 39 - Leibgarde zu Pferd

technische Daten:

Länge mit Anschlagkolben: ca. 69 cm
Länge: 41,6 cm
Länge Lauf: 24,8 cm
Gewicht: 1,3 Kg
Lauf glatt/ keine Züge
Kaliber: 16 mm

Kugeln:

6 Stück Kugeln mit 7,12 mm Durchmesser (der sogenannte Rehposten)

Pulverladung:

3,74 g Schwarzpulver

Stempel unten auf dem Lauf:

Ursprünglich war diese Pistole ein Modell m/1820 und wurde
1837 hergestellt. 1850 wurde diese Pistole aptiert.




Gruß vom alten Schweden,
Thomas
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13.06.12, 19:37:00

schwekapi

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13.06.12, 19:39:36

schwekapi

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Anschlagkolben

Der Anschlagkolben hat den Trupenstemel der Kronprinz Husaren.

3. 19. - 3. Schwadron, Nummer 19 – Kronprinz Husaren Regiment



Gruß vom alten Schweden,
Thomas
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13.06.12, 19:46:15
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