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Preussen

(Mitglied*)

Zitat von mario:

Vielleicht zeigt ein anderer mal so eine "Sonne"

Gruß Mario

Guten Tag,
diese Klinge eines preussischen Stichdegens für Kürassieroffiziere r/F ist beidseitig mit geätzten Waffenstaffagen und dem Stern vom Schwarzen Adlerorden verziert. Beide Sterne zeigen eine grosse Ähnlichkeit mit der in Frage stehenden Sonne.
Gruss
Preussen


06.01.17, 13:09:16

Clouseau

(Mitglied)

Es hilft zwar nicht weiter, weil wir dann immer noch nicht wissen, was denn nun auf dem vorgestellten Säbel dargestellt ist, aber ich sehe hier so etwas Ähnliches wie auf dem beigefügten Foto (ich kenne den Säbel nur von den Fotos her).

Eben keinen Stern des Schwarzen Adler-Ordens, sondern eine Sonne.

Außerdem muss man als kritischer Betrachter hinzufügen, dass sich das vermeintliche „FR“ nicht auf der Säbeltasche befindet, sondern auf der Schabracke.


07.01.17, 10:49:18

blacky21

(Mitglied)

Habe zwei zur Auswahl.

08.01.17, 11:11:24

corrado26

(Super-Moderator)

womit nun allmählich klar wird, dass die "Preußen"-Eigenschaft des Säbels sich allmählich verdünnisiert. "FR" ohne Krone, kein Stern des Schwarzen Adler-Ordens. Einzig noch das "Vive le Roy de Prusse".
Bekanntermaßen war Friedrich II. nicht eben der beste Freund Habsburgs, womit er genau auf der Linie von Ferenz Rakoszy stand.
Warum also sollte ein ungarischer Husarenoffizier nicht den Preußenkönig als leuchtendes Vorbild auf seinem Säbel verewigen?
Nur mal so zum Nachdenken. Ist nur eine Theorie und muss gelten dürfen, solange sie nicht widerlegt ist.
corrado26

08.01.17, 18:05:53

Zietenhusar

(Supporter)

Die Sonne sollte, vor allem in Verbindung mit Mond und Sterne, nicht mit dem vermeintlichen Stern des Schwarzen Adlerordens verwechselt werden.

Die Anfangsgeschichte der preußischen Husarenregimenter beginnt mit Mannschaft und Offiziere, welche größtenteils (beinahe vollständig!) aus Ungarn und anderen außerpreußischen Ländern stammten. Selbst wenn das FR mit Rákóczi Ferenc in Verbindung gebracht wird, kann die Waffe getrost für Preußen gefochten haben. Rákóczi war gegen die Habsburger gesinnt und starb 1735. Demnach durfte ein ungarischer Offizier wohl gern in Preußen gedient und gegen Österreich gekämpft haben.

Auf eine Krone in der Ätzung würde ich keinen Wert legen. Die "...ist lediglich ein Hut, in den es hineinregnet". Da Rákóczi ein Fürst war, hätte ihm diese ja auch zugestanden.

Ob man den Säbel Preußen oder Ungarn zuschreibt, überlasse ich anderen.

Gruß,
Thomas

08.01.17, 23:09:18

blacky21

(Mitglied)

Man möge hierzu auch mal auf Seite 415 " Me Fecit Potzdam "nachschauen.

09.01.17, 10:19:26

Clouseau

(Mitglied)

Mit der Person Ferenz Rakoszy habe ich mich noch nicht beschäftigt. Wenn ich aber lese, dass er bereits 1735 verstorben ist, dann ist ein unmittelbarer zeitlicher Zusammenhang mit der Klinge, die im Buch ME FECIT POTZDAM, S. 209, beschrieben ist, doch eher zu verneinen. Diese ist aufgrund der anderen, darauf vorhandenen Ätzungen vermutlich nach 1758 zu datieren (s. DWJ, 8/1997, S. 1222 ff.).

Ob ein zeitlicher Zusammenhang beider Waffen/Klingen besteht, ist ebenso unklar, insbesondere da sie vom Klingenquerschnitt her völlig anders sind. Im Übrigen wird auch der im o. g. Buch beschriebene Säbel darin als „dubios“ bezeichnet, was sich hauptsächlich aus die Zusammengehörigkeit von Klinge und Gefäß beziehen dürfte.
Außerdem erwarte ich einer ungarischen, bzw. österreichischen Waffe doch eher ein lateinisches Motto, nicht ein französisches. Außer bei diesen beiden Stücken taucht diese Devise meines Wissens nach sonst nirgends im Bereich der altpreußischen Waffen auf. Ich lasse mich aber gerne belehren.

Um was handelt es sich aber nun? Ich weiß es nicht. Vielleicht können Experten der Österreich-Fraktion etwas beitragen.

Aber genau so wenig, wie man die beiden Ätzungen zum jetzigen Zeitpunkt als Kopien bezeichnen kann, muss es erlaubt sein, die beiden Waffen nicht kommentarlos und womöglich laut applaudierend als altpreußische Husaren-Offizierssäbel durchzuwinken.


09.01.17, 18:05:06

Zietenhusar

(Supporter)

Da Friedrich II. bei Hofe und im Felde zu seinen Offizieren französisch sprach ist eine sprachliche Annäherung der Inschrift anzunehmen.

Ein aus Ungarn stammender Offizier, welcher vielleicht Rákóczi-Verehrer war oder sogar unter ihm kämpfte, täte im Dienste Preußens wohl alles ablehnen, was einen Bezug auf Habsburg haben könnte.

Nur mal so eine Betrachtungsweise.

Gruß,
Thomas

10.01.17, 06:14:58
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