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ulfberth

(Zeugwart)

Zum Thema Säbel der Marineoffiziere im Königreich Hannover empfehle ich

Hans Georg von Gusovius; „Hannoversche Blankwaffen“ in „Die Armee des Königreiches Hannover“ von Udo Vollmer, Schwäbisch Hall 1978“.

Darin auf Seite 156/57 die folgende Waffenbeschreibung (mit Abbildung):

Ehrensäbel für den Oberst-Lieutnant von Schlütter, 1838.

Länge insgesamt: 87 cm
Länge der Klinge: 75 cm
Breite der Klinge: 3 cm
Pfeilhöhe: 2 cm

Das Gefäß aus vergoldetem Messing hat einen Bügel, der sich außen zu einem geschlossenen Korb erweitert. Die Terzbügel nach englischem Muster treten zwischen den Feldern reliefartig hervor. In der Mitte des Korbes liegt ein ovales Feld mit einem unklaren Anker unter der hann. Königskrone.

Das Stichblatt hat eine nach unten gebogene Parierstange mit Endknopf. Der gerippte Griff ist mit hellbrauner Fischhaut beledert und mit Kupferdraht belegt. Er hat eine ganze Kappe mit Löwenkopf und unten den Griffring mit kleiner Öse für das Portepee. Die volle Steckrückenklinge hat eine Spitze mit Schör und ist poliert. Sie trägt im oberen Drittel beiderseits Ätzungen, nämlich auf der Terzseite einen unklaren gekrönten Anker, auf der Quartseite die gravierte Widmung

Given by H.R.H.
the Duke of Cambridge
To Colt. Schlütter
The 4th of Septr. 1838.

Auf der Fehlschärfe beiderseits und auf dem Mundblech das Herstellerzeichen PROSSER - to the -Royal Family
Charing Cross LONDON.
Die Scheide aus schwarz lackiertem Leder hat geschweift geschnittene Beschläge aus vergoldetem Messing.
Das Ortblech ist 20 cm lang, mit einem Schlepper, der ebenfalls aus Messing ist.

Diese Waffe englischen Modells ist 1827 für die Offiziere der Royal Navy eingeführt worden.

Andreas von Schlütter ist von 1835 bis 1859 Capitain der hann. Elbzoll-Fregatte gewesen. Alle Daten seines Lebenslaufes enthält das Hof- und Staats-Handbuch auf das Jahr 1863, Anhang Seite VIII/IX.
[Anmerkung: als Scan anbei]

Der Anlaß für diese Verleihung durch den ehemaligen Vize-König von Hannover ist unbekannt.

Der Seeoffiziersäbel befindet sich im Bomann-Museum in Celle. zwinkern

Gruß

ulfberth



www.seitengewehr.de
28.08.11, 10:22:21

fritz1888

(Moderator)

Guten Abend,

Ich möchte dieses Thema gerne noch einmal aufgreifen, denn ich besitze einen Säbel (leider ohne Scheide) mit identischem Gefäß. Allerdings sind hier auf der Klinge (auch mit signatur von Bernstorff u. Eichwede, Hannover und Herstellermarke von Samuel Hoppe, Solingen) keinerlei maritime Verzierungen vorhanden.

Haben sich in den 9 Jahren seit der ursprünglichen Diskussion neue Erkenntnisse ergeben?

Vielen Dank & viele Grüße,

Peter

21.11.20, 18:37:33
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