B L A N K W A F F E N
DAS FORUM FÜR SAMMLER,
HEERESKUNDLER & INTERESSIERTE
 
 
Autor Nachricht

thüringer

(Mitglied)

Edit Admin: Die Folgediskussion dieses Themas wurde abgetrennt, da sie ein eigenständiges und interessantes Thema darstellt, welches gesondert diskutiert werden sollte.


Hallo Ulfberth,

vielen Dank für die Hinweise. Ich habe im Maier über geätzte und abgenommene Klingen nichts gefunden, daher kommt mir das so komisch vor. Vor wenigen Monaten wurde beim großen Online-Trödelhaus ein solcher Säbel verkauft (leider hatte ich mir den Preis nicht gemerkt), nur daß dieser eine blanke Klinge hatte und auch so komplett abgenommen war. Bis auf das terzseitige Mitteleisen identisch mit meinem "Ari-Wachtmeister".
Wird langsam Zeit, daß der Maier überarbeitet wird.
Tschüß
Roland


Hüte Dich, alles zu begehren, was Du siehst,
alles zu glauben, was Du hörst,
alles zu sagen, was Du weißt
und alles zu tun, was Du kannst.
31.12.07, 18:44:25

ulfberth

(Zeugwart)

Zitat von thüringer:
Hallo Ulfberth,
...
Wird langsam Zeit, daß der Maier überarbeitet wird.
Tschüß
Roland


Hallo Roland,

Teilaspekte der Veröffentlichungen von Gerd Maier sind in den letzten Jahren von einigen wenigen Autoren ergänzt und teilweise auch korrigiert worden. Daß diese bei der jahrelangen Beschäftigung mit einzelnen Modellen gelegentlich zu anderen Erkenntnissen gelangt sind, spricht weniger gegen Gerd Maier, als vielmehr für die Komplexität des Themas.

Andererseits muß man aber auch neidlos anerkennen, dass mit „dem Maier“ DAS Standardwerk zu den preußischen Blankwaffen geschaffen wurde. Nur wenige haben sich – vielleicht einmal von Klaus Hilbert für den Bereich Sachsen abgesehen – an solchen schwierigen und zeitraubenden Arbeiten versucht.

Ob es zu einer Korrektur oder gar Neubearbeitung des Werkes kommt, erscheint mir fraglich. Nach meinem letzten Telefonat mit Gerd Maier vom November letzten Jahres würde ich darauf keine allzu große Hoffnung setzen. Und, dass ein anderer Autor sich in das vorhandene Material einarbeitet, alles sichtet, neu aufbereitet und dann einen Nachtragsband erstellt, halte ich nicht für allzu wahrscheinlich. Hier müssten viele Faktoren zutreffen.

Gruß

ulfberth



www.seitengewehr.de
01.01.08, 17:57:24

Schwertfeger

(Mitglied)

Zitat von thüringer:

...
Wird langsam Zeit, daß der Maier überarbeitet wird.
Tschüß
Roland


Ich denke mal, daß das Interesse an einer Neubearbeitung nur begrenzt ist, sowohl bei möglichen Autoren als auch bei potenziellen Käufern.
Nur wenige Sammler sind daran interessiert, weitergehende Informationen zu ihren Blankwaffen zu erhalten, wenn sie dafür etwas bezahlen (=Buchpreis) müssen. Im übrigen sollten die Informationen möglichst kostenlos sein, was wiederum die Verlage abhalten wird, das Risiko der Neuverlegung auf sich zu nehmen.

In den USA ist die Situation etwas anderes. Dort werden sehr schöne Bilderbücher aufgelegt, die von den Sammlern gekauft werden. Ob alles korrekt recherchiert ist, was darin steht, ist eine zweite Sache.

Gruß

Schwertfeger


"Suum cuique" (Cicero: Jedem das Seine; Devise des Schwarzen Adler Ordens)
02.01.08, 13:16:01

thüringer

(Mitglied)

Hallo!
Es ist mir verständlich, daß eine komplette Überarbeitung von solcher bedeutender Fachliteratur, wie die Bücher von Gerd Maier, sehr viel Zeit und das nötige Können voraussetzt. Dies kommt dann im Preis zustande, was Einsteiger abschrecken könnte.
In meinen 8 Preussen-Bänden sind die Blätter eingeheftet, zur nachträglichen Korrektur bzw. Einheften von neuen Infos dienen sollte und so vom Autor beabsichtigt war. Warum könnte man nicht Ergänzungen oder Korrekturen in dieser Blattform drucken lassen, diese dann verkaufen und jeder heftet sich die Blätter in seine Bände ab ( so wie man bei der Armee die Vorschriften seitenweise änderte).
Ich stelle mir nur die Frage, warum ich die anderen Bände (Süddeutsche Blankwaffen usw.) nur noch antiquarisch erhalten kann, zudem für Schweinepreise (120 Euro für "Badische Blankwaffen"). Meinen Maier habe ich stückchenweise für 20-30 Euro pro Band auf den Börsen gekauft.
Daß jeder hofft, an Informationen kostenlos heranzukommen, ist verständlich ("Geiz ist geil"), nur wer (abgesehen von den damaligen Autoren) weiß schon, in welcher Diskussion im BWF es um die korekkte Bezeichnung für einen Kürassierdegen ging : M54 oder Degen n.M.?
Ich hoffe, ich bin Euch nicht zu harsch aufgetreten.
Tschüß
Roland


Hüte Dich, alles zu begehren, was Du siehst,
alles zu glauben, was Du hörst,
alles zu sagen, was Du weißt
und alles zu tun, was Du kannst.
02.01.08, 14:45:00

Schwertfeger

(Mitglied)

Hallo Roland,

Zitat von thüringer:

Ich hoffe, ich bin Euch nicht zu harsch aufgetreten.


Nein, keineswegs. Das ist schon so in Ordnung.

Zitat von thüringer:

Warum könnte man nicht Ergänzungen oder Korrekturen in dieser Blattform drucken lassen, diese dann verkaufen ...


Das ist eine sicherlich pragmatische Vorgehensweise. Doch wer sollte, wie ich oben angedeutet habe, daran Interesse haben?
- Der ehemalige Autor (?) - hat sich zur Ruhe gesetzt.
- Ein jüngerer Autor (?) - schreibt lieber ein Werk nach eigenem Geschmack.
- Ein Verlag (?) - kann daran nichts verdienen.

Ein Loseblattwerk fordert doch heute (mit den vielen technischen Möglichkeiten) gerade dazu heraus, es für sich zu kopieren und dann das Original zu einem möglichst hohen Preis weiter zu verkaufen.

Zitat von thüringer:

Daß jeder hofft, an Informationen kostenlos heranzukommen, ist verständlich ("Geiz ist geil"), ...


... und führt dazu, daß niemand der potenziellen Autoren und Verlage bereit ist, etwas Neues über Blankwaffen auf den Markt zu bringen.

Dann gibt es Leute, die mit - laß es mich mal Halbwissen nennen - sich als Autor "versuchen". Da liegt das eigentliche Problem. Dann werden Dinge in die Welt gesetzt, die später nicht mehr ausrottbar sind. Wohl gemerkt, Fehler können in bestimmten Umfang gemacht werden, das ist menschlich. "Unverzeihlich" ist aber, Fehlerhaftes trotz richtigstellender und gutmeinender Hinweise weiter zu verbreiten.

Freut mich, daß wir hier im Forum auch mal solch ein Thema diskutieren.

Gruß

Schwertfeger





"Suum cuique" (Cicero: Jedem das Seine; Devise des Schwarzen Adler Ordens)
02.01.08, 18:29:20

thüringer

(Mitglied)

Hallo Schwertfeger,

da hast Du mir in vielen Dingen aus der Seele gesprochen.
Jeder potentielle Autor muß erst mal aus dem Schatten bestehender Autoren heraustreten und schlecht abschreiben ist einfacher als gut recherchieren, denn nur so können sich Fehler fortpflanzen und festsetzen.(Dies bezieht sich ausschließlich auf die weiter oben besprochenen "Autoren"). Der Leser dieser Literatur ist dann der Verlierer.
Mein "Halbwissen" stammt aus den Büchern, sofern was hängenbleibt und man ist doch etwas enttäuscht, wenn die "Preussenbibel" fehlerhaft sein soll. Der Rest liegt mir eher im Gefühl und mir sträuben sich manchmal die Nackenhaare, wenn ich so manche Verkaufsbeschreibung im Netz sehe.
Zu den Ergänzungen einer Loseblatt-sammlung möchte ich nur sagen, daß auch gebundene Bücher abgescannt oder fotokopiert werden können. Der 7.Maier-Band ist bei mir aus dünnerem Seiten als der Rest und ich habe ihn wie die anderen auf einer Waffenbörse von einem Händler gekauft.
Mir fällt ehrlich gesagt auch nichts mehr ein,was man besser machen könnte. Es wird ja doch alles geklaut.
Tschüß
Roland



Hüte Dich, alles zu begehren, was Du siehst,
alles zu glauben, was Du hörst,
alles zu sagen, was Du weißt
und alles zu tun, was Du kannst.
02.01.08, 22:10:15

le Hussard

(Mitglied)

In diesem Fall muss ich / kann ich, damit die Problematik verstanden wird, folgendes ergänzen:
1. nach deutschem Urheberrecht ist es leider nicht so einfach ein fremdes Werk zu ergänzen, von den anderen Aspekten, die Schwertfeger schon aufgezählt hat, abgesehen;
2. eine überarbeitete Version war in der Planung, das Projekt war aber erfolglos beendet aus zwei Gründen – wegen mangels Interesse an Zusammenarbeit und wegen der Position Herrn Maier. Wie einigen bekannt ist, ist deutsches Urheberrecht sehr kompliziert. Deswegen vor dem Projektanfang war von den mehreren Rechtsberatern des Projektes vorgeschlagen ein Vertrag zwischen dem Herrn Maier und dem Projekt-Organisator aufzusetzen (die Kosten hätte natürlich der Organisator getragen, und den Vertrag hätte natürlich Herrn Maier nicht benachteiligt). Leider dies wurde von Herrn Maier abgelehnt – ohne rechtliche Grundlage ist das Projekt am gleichem Tag beendet wurde.
3. Wenn ich Ulfberth richtig verstanden habe, liegen immer noch alle Ordner/Unterlagen beim Herrn Maier im Keller, wenn jemand genug klein Geld hat und befindet sich im rechtsfreie Zone, kann er Herrn Maier anrufen (Telefon steht im Telefonbuch) und versuchen die Unterlagen zu bekommen. Ich empfehle aber eine gute Rechtsversicherung rechtzeitig abzuschließen, sonst kann dieses Telefonat, bzw. Entscheidung finanzielle Ruinen bedeuten (frei nach dem Rechtsberater des Projektes).
4. Auch ja, in Selbstverlag brauchte das Projekt einen Budget ca. 15.000€, das Gewinn war gleich Null.
5. Freiwillige? Es meldet sich wohl niemand.
6. Auch ja, soweit mir bekannt ist - es ist ein Projekt geplant – ein Buch in drei/vier Sprachen geplant: russisch, englisch, deutsch, [französisch] in Moskau. Einfach abwarten, wenn die neue Reiche in Moskau das Geld locker machen, wird das Projekt gestartet.



Grüße
le Hussard

homo privatus

Ich suche französische Degen aus der Zeit bis 1870
03.01.08, 17:32:15
Gehe zu:
Benutzer in diesem Thema
Es lesen 1 Gäste und folgende Benutzer dieses Thema:
Archiv
Powered by: phpMyForum 4.2.1 © Christoph Roeder