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ulfberth

(Zeugwart)

(Edit limone: Die Beiträge sind aus diesem Thema kopiert, dort gibt es weitere Informationen zum Preußischen Kadettenkorps.)

Preussischer Kadett um 1860, vermutlich mit dem speziellen Kadetten-Seitengewehr (Faschinenmesser).


www.seitengewehr.de
01.03.08, 10:10:07

corrado26

(Super-Moderator)

Damit das Bild etwas vollständiger wird, nachfolgend das Foto eines von zwei bekannten Zündnadel-Kadettengewehren, gefertigt bei Georg Hänel/Suhl aus einer ZN-Defensionsbüchse Na/M in einer Anzahl von 904 Stücken. Eines der beiden Gewehre zeigt auf der Nase des Kolbenblechs den Truppenstempel "P.C.C." des preußischen Cadetten-Corps. Siehe auch Wirtgen/Lander, Die Bewaffnung des Preußischen Kadettencorps mit Gewehren, S.310/311.
Diese ZN-Gewehre wurden ab 1869 an die Kadettenkompanien ausgegeben und ab 1877 durch die Büchse M/71 ersetzt.

Zum ZN-Kadettengewehr gehörte nach meiner Kenntnis ein dem österreichischen Lorenz-Gewehr entsprechendes Tüllenbajonett.
Gruß
corrado26

20.07.09, 16:17:57

ulfberth

(Zeugwart)

Hallo corrado26,

vielleicht interessiert es den einen oder anderen Leser auch, was sich hinter der ZN-Defensionsbüchse Na/M verbirgt.

Gruß

ulfberth


www.seitengewehr.de
20.07.09, 16:57:19

corrado26

(Super-Moderator)

Die preußischen Defensionswaffen Na/M (nassauischen Modells)
Das aus rund 4.000 Mann bestehende Kontingent des Herzogtums Nassau – es stellte die 3. Division des IX. Armeekorps des Deutschen Bundesheeres – hatte 1862 neue Perkussionsgewehre und –büchsen M 1861 erhalten. Die bei Hänel in Suhl produzierten Waffen im süddeutschen Kaliber von 13,9mm zeichneten sich durch ein vorliegendes Perkussionsschloss, das nur von einer Schraube im Schaft gehalten wurde, und eine besondere, nach dem System Podewils konstruierte Schwanzschraube aus. Die nassauischen Schützengewehre M 1861 sind an die 1855 errichteten Schützenkompanien ausgegeben worden; sie unterschieden sich von den Infanteriegewehren durch eine geringere Länge, einen anders geformten Abzugsbügel und durch ein anderes Visier, welches für eine größere Schussweite ausgerichtet war.
Von diesen nassauischen Perkussionswaffen lagerten in den preußischen Depots insgesamt 4.547 Stück, die in den Jahren 1868/1869 auf das Zündnadelsystem umgebaut wurden. Wie alle diese „Defensionswaffen“ waren auch die nassauischen Modelle zur Ausrüstung des 2. Aufgebots, insbesondere aber auch für die Festungsbesatzungen und rückwärtigen Dienste vorgesehen. Da somit das Argument „Reichweite“ sicherlich nur von untergeordneter Bedeutung war, hat man bei allen Gewehren und Büchsen beim Umbau auf das Zündnadelsystem die alten Visiere beibehalten.


Leider besitze ich von der Defensionsbüchse Na/M kein verwertbares Foto. So stelle ich als Anhalt ein Foto des Gewehres ein. Der Unterschied zum Kadettengewehr liegt zum einen im anders geformten Abzugsbügel und in der Art des Vorderschaftabschlusses. Auch ist das Gewehr etwas länger. Das am Gewehr vorhandene Quadrantenvisier stammt von der Büchse und ist mit Ausnahme der Einteilung identisch mit dem des Kadettengewehrs, ist aber an diesem Gewehr nicht korrekt. Gruß
corrado26

20.07.09, 17:37:09
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