B L A N K W A F F E N
DAS FORUM FÜR SAMMLER,
HEERESKUNDLER & INTERESSIERTE
 
 
Autor Nachricht

corrado26

(Super-Moderator)

Damit hier in diesem Forum auch das 18. Jahrhundert zu seinem Recht kommt, anbei ein paar Fotos einer Waffe, die man nicht allzu oft zu Gesicht bekommt.

Wie die Beschläge an der Kolbenunterseite klar erkennen lassen, handelt es sich um ein Gewehr, welches vermutlich die Schlosswachen in Ansbach führten. Da beim Präsentieren des Gewehrs dem Betrachter die Unterseite des Gewehrs zugekehrt war, musste diese natürlich besonders eindrucksvoll gestaltet sein - deswegen der ansonsten unsinnige, jedoch höchst dekorative Beschlag an der Kolbenunterseite. Gleiches ist auch von russischen Gewehren der selben Epoche bekannt.

Das Gewehr wurde in der preußischen Gewehrfabrik Potsdam-Spandau nach dem Vorbild des Infanteriegewehrs M 1740 gefertigt, was durch die Schlosssignatur und die Prüfstempel am Lauf dokumentiert ist. Das Daumenblech hingegen zeigt das Monogramm von Markgraf Christian Friedrich Carl Alexander (1763-1769), dessen Mutter Friederike Luise die Schwester von Friedrich dem Großen war.
Gruß
corrado26

15.05.09, 17:55:15

Zietenhusar

(Supporter)

Ein wunderschönes Stück!

Beim Daumenblech fällt mir auf, daß keine Nägel zu sehen sind. Wie wurde dieses denn am Kolben befestigt?

Wie lang ist das Gewehr? Ist es mit dem Infanteriegewehr M1740, abgesehen von den Verzierungen an der Kolbenunterseite, soweit identisch?

Gruß,
Thomas

15.05.09, 22:34:49

thüringer

(Mitglied)

Hallo Thomas,

soweit ich weiß, ist an der Unterseite des Daumenbleches ein Gewinde (angegossen vielleicht). Die dazu gehörige Schraube kam von der Unterseite des Schaftes und ging durch die engste Stelle vom Schaft (von unten nach oben). Dabei wurde diese Stelle gefährlich geschwächt und es kam mitunter zu Brüchen im späteren Gebrauch.
Irgendwo hatte einen schönen Artikel in einer deutschen Fachzeitschrift gelesen, aber mein Gedächtnis taugt nichts mehr, man wird langsam alt. mit Augen rollen

Tschüß
Roland


Hüte Dich, alles zu begehren, was Du siehst,
alles zu glauben, was Du hörst,
alles zu sagen, was Du weißt
und alles zu tun, was Du kannst.
16.05.09, 00:22:52

corrado26

(Super-Moderator)

Zitat von Zietenhusar:
Ein wunderschönes Stück!


Wie lang ist das Gewehr? Ist es mit dem Infanteriegewehr M1740, abgesehen von den Verzierungen an der Kolbenunterseite, soweit identisch?



Es hat die gleichen Maße wie das M 1740 und entspricht auch in allen anderen Charakteristika diesem altpreußischen Gewehr. Mit gleicher Monogrammierung gibt es noch ein wunderschönes Kadettengewehr, diese Bilder werde ich mal zu einem späteren Zeitpunkt einstellen.

Nach meiner Meinung übertreffen Waffen des 18. Jahrhunderts- Feuerwaffen und Blankwaffen - alles, was es im 19. Jahrhundert an derartigem gegeben hat. Zwar achtete man mit fortschreitendem Jahrhundert auch auf maximale Effizienz, doch auch fast eifersüchtig auf eigenständigen Stil, der natürlich sehr stark dem Zeitgeschmack unterworfen war. Dies aber blieb im 19. Jahrhundert nahezu völlig auf der Strecke und es kam zu einem operettenhaften Einheitsbrei, dessen Höhepunkt für mich der IOD 89 darstellt.
Gruß
corrado26

16.05.09, 12:02:59

ulfberth

(Zeugwart)

Ansbach


www.seitengewehr.de
14.05.10, 13:58:06
Gehe zu:
Benutzer in diesem Thema
Es lesen 0 Gäste und folgende Benutzer dieses Thema:
Archiv
Powered by: phpMyForum 4.2.1 © Christoph Roeder