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gneisenau

(Mitglied)

Habe vor geraumer Zeit diesen Kavalleriesäbel erworben und es ist mir bis heute nicht gelungen ihn zu klassifizieren.
Vielleicht kann mir jemand einen Tip geben ?
Gesamtlänge 97 cm,Klingenlänge 84 cm,Klingenbreite 3 cm
Husarisches Gefäss, Vermute evt.Franzose oder Rheinbund um 1800.Im unteren Viertel gebläut und goldtauschierte Trophäen.Auf Klingenrücken ein mir unbekanntes Zeichen.
Wer kann helfen?

16.11.07, 19:09:09

mario

(Gründungsmitglied)

Klingenrücken ist die Solinger Rose, Klinge aus Solingen.Mehr kann ich Dir dazu nicht sagen.
Gruß Mario


123
16.11.07, 19:30:37

Zietenhusar

(Gründungsmitglied)

Hallo Gneisenau,

einen sehr schönen Säbel hast Du da vorliegen. Leider ist die genaue Zuordnung dieser Waffen für mich schwierig, wurden sie um diese Zeit (etwa 1800 +/- 10 Jahre) nach den individuellen Vorstellungen des Schwertfegers, bzw. des Kunden gefertigt. Nicht zuletzt waren modische Vorlieben ausschlaggebend.

Fakt ist, daß diese Waffe, wie von Mario schon beschrieben wurde, in Solingen hergestellt wurde. Die Wirren in den damaligen Zeiten haben eine gewisse Anarchie in den Waffen-Vorschriften eingleiten lassen, obwohl die Beschaffung eines Offizierssäbel in der Hand des Offiziers lag.

Ich würde annehmen, daß es sich um einen Husaren- oder Jägeroffiziersäbel handelt. Ich würde ihn auch nach Deutschland einordnen wollen, obwohl eine Verwendung in Frankreich sicher nicht auszuschließen ist.

Eine Frage habe ich noch: Befindet sich auf der Fehlschärfe, im Bereich unter den Mitteleisen, eine Buchstabenreihe?

Gruß,
Thomas

17.11.07, 13:01:43

ulfberth

(Moderator)

Hallo Gneisenau,

es dürfte schwierig sein, den Säbel einem bestimmten Land zweifelsfrei zuzuordnen. Hier hilft bestenfalls der Zufall. Bei einer Verwendung in Deutschland dürfte m. E. eher die Zeit um 1820/1830 in Frage kommen.

Falls Waffe und Scheide zusammengehörig sind - Bilder sind hier nicht so aussagekräftig wie ein Realstück - würde ich eher zu einer Waffe für Fußtruppenoffiziere tendieren. Bei den berittenen Truppenteilen wurde meist wegen der höheren Festigkeit eine Metallscheide bevorzugt. Eine Tendenz, die spätestens ab den Napoleonischen Kriegen * auch bei vielen Waffen unberittener Offiziere auszumachen ist.

Den von Dir angesprochenen Hinweis auf Rheinbund habe ich bei solchen und ähnlichen Stücken schon häufiger gehört. Leider jedesmal ohne daß der betreffende in der Lage war, ins Detail zu gehen. Immerhin beinhaltet der 1806 errichtete Bund die meisten west- und süddeutschen Staaten mit anfänglich 16 Reichsstände! Seine Mitglieder erhielten durch Austritt aus dem Heiligen Römischen Reich die Souveränität und durch die Mediatisierung kleinerer Fürstentümer häufig Gebietszuwachs.

Gruß

ulfberth



* Rheinbund und Königreich Westfalen häufig mit Messingscheiden.



www.seitengewehr.de
17.11.07, 15:01:22

gneisenau

(Mitglied)

Vielen Dank für die ersten Hinweise.
Zur Frage von Ziethenhusar - Unter Mitteleisen sind keine Buchstaben sondern die ersten Trophäen ,beginnend mit einer
stilisierten Blumenblüte oder Rosette ?
Scheide ist zugehörig, allerdings ist Schleppblech nicht
original

17.11.07, 22:47:36

Besançon

(User)

Dieser Säbeltyp war in der Helvetik ab etwa 1803/1804 bei Offizieren der Infanterie sehr beliebt. Er scheint in vielen Kantonen getragen worden sein.

08.01.16, 15:08:07
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