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corrado26

(Super-Moderator)

Preußen, Kavalleriepistole M 1823, Fertigung Anschütz in SUHL originale Steinschlossversion!

Geschwärzter Buchenholz-Vollschaft mit Ladestocknut (nicht nachträglich angebracht!). Messingbeschläge 1823, diese bestehend aus von unten verschraubtem Mündungsring, der jedoch auch die ganze Mündung an der Stirnseite abdeckt und an der Unterseite abgeflacht ist, Abzugsbügel mit Verlängerung vorne und hinten, Kolbenkappe ohne Kolbenring und L-förmigem Schlossgegenblech. Alle Beschläge mit Seriennummer „11“. Preußisches Steinschloss M 1812 mit flachem, an den Kanten abgeschrägten Schlossblech und ebensolchem Herzhahn. Gegossene Messingpfanne. Schlagfläche der Batterie im oberen Drittel nach vorne abgewinkelt. Sehr gute Schlossfunktion. Keine Herstellersignatur , jedoch Meistermarke „A“ von Anschütz/Suhl an der Schlossblech-Innenseite. Runder, am Pulversack kantiger Lauf mit preußischem Adlerstempel an der Laufunterseite. Truppenstempel „5.H.R““ (Husaren-Regiment N°5) auf dem Lauf oben und „4.E.53.“(4. Eskadron, Pistole N°53) auf dem Abzugsbügel. Langes Messingkorn auf dem Lauf, 32mm hinter der Mündung, keine Kimme.
Gesamtlänge 397mm, Lauflänge 231mm, Kaliber des glatten Laufs 16,5mm, Schlosslänge 131mm, Schlossbreite 27mm, Gegenblechlänge 81mm, Kornlänge 20mm

Laut Übersicht des AKD sollten ab 1823 und später jährlich 5.500 Steinschlosspistolen M 1823 und bis einschließlich 1828 insgesamt 44.745 Paare hergestellt werden. Aufgrund einer Änderung und dem weitestgehenden Verzicht der paarweisen Ausrüstung mit Pistolen bei den Reitern der verschiedenen Waffengattungen wurde dieses Ziel deutlich zurückgenommen. Die Produktion der Pistole M 1823 lief dann in den preußischen Gewehrfabriken Potsdam, Neiße, Saarn, Danzig und in Suhl ab 1823 sehr zögerlich an. Laut Aufstellung des Kriegsministeriums und der Werder’schen Chronik wurden in Suhl im Zeitraum 1829-1832 lediglich 200 Paar Pistolen M 1823 produziert. 1839-1852 hingegen fertigte Spangenberg, Sauer & Sturm (S&C) 6000 neue Pistolen, Hähnel 3000 und Schilling 2000 neue Pistolen. In diesen Zahlen sind natürlich nicht nur Pistolen M 1823 sondern mit Sicherheit auch Pistolen M 1850 enthalten.

Die vorliegende Pistole ist in der Literatur nicht nachweisbar und dürfte auf Grund der zahlreichen Detailunterschiede zum regulären Muster 1823 Vorseriencharakter haben. Das Schloss M 1812, der spezielle Mündungsring, der im übrigen an der Unterseite wegen des leider fehlenden Ladestocks abgeflacht ist und zudem die Stirnseite des Vorderschafts komplett abdeckt, das Fehlen jeglicher Kontroll- und Revisionsstempel, aber das Vorhandensein eines großen preußischen Adlers an der Laufunterseite und vor allem der Truppenstempel belegen eindeutig den preußischen Staatsbesitz.

Gruß
corrado26

26.02.09, 16:15:01

corrado26

(Super-Moderator)

........und noch ein paar Bilder

26.02.09, 16:16:45
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