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Flyingdutchman

(Mitglied)

Hallo Schwertfeger,
schön, Dich auch in diesem Forum zu treffen.

Du hast natürlich völlig recht. In der Tat entspricht der hier vorgestellte Dolch nur im Umkehrschluß der Vorschrift und nicht wortwörtlich, da die geschlossene und vernietete Krone für Seekadetten vorgeschrieben war. Wir hatten das ja bereits einmal in einem anderen Forum besprochen, Du warst so nett, mir die exakte Vorschrift zur Verfügung zu stellen. Ich muß mir tatsächlich angewöhnen, etwas pedantischer auf meine Wortwahl zu achten.

Die Damaststruktur ist m.E. für ein kundiges Auge eindeutig auf den Fotos der Fehlschärfe zu erkennen, daher meine etwas wagemutige Einlassung. freuen

Da ich aber gerade dabei bin mich auf meine Reise nach Japan vorzubereiten, wir schreiben an einem Bildband über Nihontos, habe ich momentan nur noch japanische Kanji Zeichen und Schwertklingen vor Augen... hei

Den hier abgebildeten Dolch fand ich interessant, daher entschied ich mich hierzu kurz etwas zu sagen und ein paar Anregungen bezüglich weiterer Nachforschungen zur Geschichte dieses Stückes zu geben.

Ansonsten wünsche ich noch viel Freude hier in diesem Forum !
Beste Grüße
Flyingdutchman


12.07.09, 16:45:53

Jaguar-12

(Mitglied)

Hallo Schwertfeger, Flyingdutchman!
Ich freue mich, so ausführliche und weit reichende Information über den Dolch zu bekommen und werde die Anregung zur Nachforschung gern aufnehmen.
Zum Dolch:
Die Krone ist mit einem Messingstift in einer Sackbohrung vernietet und somit nur durch herrausbohren des Stifts zu lösen, was ich nicht so gerne tun möchte. Somit kann ich mit Fotos von der Angel vorerst nicht dienen. Vielleicht tragen diese Fotos zur Klärung der Stahlfrage bei. Wenn nicht müsste ich über das Bohren noch mal nachdenken
Gruß Peter

12.07.09, 17:52:24

Flyingdutchman

(Mitglied)

Hallo Jaguar,

keine Sorge. Du brauchst da nichts aufzubohren. Auf der Angel wird eine Zahl und evtl. eine Schmiedmarke stehen, mehr nicht. Interessant zu sehen, aber nichts, dass eine Veränderung der Krone und ihrer Befestigung in irgendeiner Weise rechtfertigt. Wenn man es wirklich genau wissen möchte, dann kann ein Zahnarzt mit Röntgenausstattung da weiterhelfen.
Ich würde Dir gern raten, die Damastklinge mit einem Waffenöl leicht einzuölen, mehr nicht. Das ist die klassische Prozedur. Persönlich jedoch würde ich diese Klinge mit Öl vorreinigen, danach mit einer Glasbürste nachreinigen und mit Nev'r Dull ein wenig hauptreinigen. Abschließend mit Papier kräftig trocknen und mit Waffenöl leicht konservieren. Vorsicht: Das mache nur ich so, viele sehen das völlig anders.
Das Elfenbein läßt sich mit Vaseline hervorragend konservieren, es vermeidet weitere Spannungsrisse. Einfach von außen auftragen, einziehen lassen und mit weichem Lappen wegpolieren.
So, jetzt wieder japanische Schwertschulen, was für ein abgefahrenes Thema...
Gruß
Flyingdutchman

12.07.09, 18:16:30

Zietenhusar

(Supporter)

Zitat von Flyingdutchman:
...ein Zahnarzt mit Röntgenausstattung...
Womit eine, mir auf der Zunge gelegene, aber noch nicht gestellte Frage beantwortet wurde. Auf einen Dentisten wäre ich nicht gekommen. Danke für den Tipp.

Zitat von Flyingdutchman:
So, jetzt wieder japanische Schwertschulen, was für ein abgefahrenes Thema...
OT: Die gewonnen Erkenntnisse erwarte ich, als Freund japanischer Schmiedekunst, mit Spannung freuen .

Willkommen im Forum.

Gruß,
Thomas

12.07.09, 18:50:34

Schwertfeger

(Mitglied)

Zitat von Flyingdutchman:

Da ich aber gerade dabei bin mich auf meine Reise nach Japan vorzubereiten, ...


Hallo "Flyingdutchman",

dann gute Reise und natürlich gute Heimkehr sowie einen reichen Zuwachs an neuen Erkenntnissen.

Zitat von Jaguar-12:

Die Krone ist mit einem Messingstift in einer Sackbohrung vernietet und somit nur durch herrausbohren des Stifts zu lösen, was ich nicht so gerne tun möchte.


Hallo "Jaguar-12",

das ist vollkommen nachvollziehbar. Blieben als Lösungsmöglichkeiten:
  • der Gang zum Radiologen/Zahnarzt,
  • eine Inaugenscheinnahme z. B. bei einem Forentreffen anläßlich der Kasseler Börse bei "blankhans" oder
  • ein Blick in das Buch von Manfred Sachse "Damaszener Stahl" S. 17 und Bild 257. Die Buchvorstellung von Thomas dazu siehe hier.


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Wie die Klinge eines Marinedolches mit "Echt Damast" auf der Angel gezeichnet ist, kann man angehängtem Foto (Bild 1) entnehmen. Übrigens handelt es sich hier um das Muster "Kleine Rosen".

Interessant ist auch mal zu sehen, wie teuer solch eine "Echt Damast"-Klinge gegenüber einer Ätzdamst-Klinge ist. Die angehängten Preisbeispiele (2. Bild) stammen aus dem Preisverzeichnis von Carl Kaiser und sind grob um 1900 zu datieren. Die Preise für Rosendamast (wie auf dem Foto) sind noch etwa 25 % höher als die hier gezeigten Preise. Günstig dagegen eine Ätzdamast-Klinge mit "nur" etwa 1 Reichsmark (siehe Bild 3).

Übrigens ein Marinedolch kostete bei Carl Kaiser je nach Qualität um die 15 Reichsmark. Der Preis für eine Damast-Klinge kam noch hinzu. Ein Fähnrich zur See verdiente im Jahr rund 790 Reichsmark, also im Monat rund 65 Reichsmark. Da waren für den Kauf eines entsprechend ausgestatteten Dolches rund ein Drittel des monatlichen Gehaltes weg.

Gruß

Schwertfeger



"Suum cuique" (Cicero: Jedem das Seine; Devise des Schwarzen Adler Ordens)
13.07.09, 10:13:27

Jaguar-12

(Mitglied)

Hallo Schwertfeger
Ich habe in zwei Wochen einen Termin beim Zahnarzt und werde bei der Gelegenheit den Dolch röntgen lassen. Wollte Ihm schon immer mal einen Dolch an die Weichteile halten mit der Bemerkung” Wir wollen uns doch nicht gegenseitig weh tun”! lachen
Gruß Peter

13.07.09, 17:34:54

fritz1888

(Moderator)

Hallo Peter,
Den Zahnarzt hast Du am Wickel lachen
Als Nicht-Marinesammler kann ich Dir nur zu einem solchen Prachtstueck gratulieren. Roetgen koennte noch ein paar weitere Erkenntnisse liefern, aber auch so ist der Dolch bestimmt ein Kernstueck Deiner Sammlung. Wie der Zahnarzt sagen wuerde, "gut putzen, sauber halten und wie die Dritten im/hinter Glas aufbewahren"...
Viele Gruesse,
Peter

13.07.09, 22:35:25

Flyingdutchman

(Mitglied)

Hallo "Schwertfeger",

besten Dank für die guten Wünsche !

Eine Kennzeichnung wie von Dir gezeigt habe ich an einer Damastklinge aus der Kaiserzeit noch niemals gesehen, aber auch ich bin nur ein Lernender...

Anbei einmal eine der bekannten Angelmarkierungen der Fa. Eickhorn als Beispiel.

Herzlichen Dank für die Einstellung der Originalunterlagen, in dem Gebiet bist Du ja einfach unschlagbar. Gut so !

すべてのベスト

Sayonara an alle Mitglieder, gern melde ich mich einmal wieder zu Wort wenn ein Marinedolch zur Debatte steht. Ich hoffe, ich konnte mit ein paar Anregungen dienen und wünsche allen das Beste, wie schon (hoffentlich richtig ??) auf japanisch geschehen.

Bis demnächst vielleicht einmal !
"Flyingdutchman"



14.07.09, 23:38:45

Jaguar-12

(Mitglied)

Hallo Männer und Frauen !
Das “Unternehmen Röntgen” hat sich ein wenig schwieriger gestaltet als angenommen. Den Zahnarzt hatte ich dank meiner Argumente ( Dolch ) voll im Griff, aber er konnte nur ganz kleine Bilder machen. Das haben wir dann gelassen. In meinem Bekanntenkreis gibt es ein paar Mediziner die sich aber bereit erklärten mir zu helfen. Und so wurde in der Nachtschicht eines Krankenhauses der Röntgenraum missbraucht. Leider brachte die Untersuchung nicht das gewünschte Ergebnis aber es ist trotzdem interessant zu sehen wie mit steigender Intensität der Strahlung sich der Dolch abzeichnet. Die Damastfrage klären wir bei Gelegenheit auch noch. Bis dahin noch einen schönen Sonntag.
Gruß Peter

02.08.09, 12:31:42

Jaguar-12

(Mitglied)

Hallo Männer und Frauen!
Nach intensiver Reinigung der Klinge und der Neuanschaffung einer Canon- Kamera nun hier ein paar neue
Bilder der Dolchklinge. Ich denke, das ich meine Aussage im ersten Bericht über die Klinge ( Ätzdamast )revidieren muss. Bei genauer Betrachtung der Materialschichtung auf den Schmalseiten der Klinge ( Fehlschärfe )komme ich nunmehr zu der Ansicht das es sich um “echt Damast” handelt. Somit ist die Aussage von Flyingdutchman zutreffend.
Ich habe hier die Betrachtungsweise von Thomas zu dem ”Kaiserlichen Marine- Offizier- Säbel” übernommen. Ebenfalls nach der Steilvorlage von “Flyingdutchman” habe ich über den ursprünglichen Besitzer des Dolchs ein paar Nachforschungen angestellt:
Wilhelm Plange ist am 18.11.1933 gestorben und wurde in der Familiengrabstelle auf dem Ostenhofen Friedhof in
59494 Soest bestattet. Eine Friedhofsangestellte hat mir freundlicherweise einige Auskünfte gegeben und einen alten Belegeplan überlassen. Ich habe mit einem Mitglied der Familie Kontakt aufgenommen in der Hoffnung, ein Foto des Korvetten- Kapitäns Wilhelm Plange in Uniform mit “Dolch” zu bekommen. Mal sehn, vielleicht klappts?
Schönen Sonntag noch, Gruß Peter

09.08.09, 11:24:24
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