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raro32

(User)

Hallo,

von Klingenform und Damaststruktur würde ich von einer deutschen, mind. aber europäischen Klinge ausgehen. Damit wäre das Stück dann auf ca. 1800-1850 einzuordnen.

Auf jeden Fall sehr schön!


Das wäre das erste europäische Stück mit Yelman welches ich sehe und weiterhin haben die Europäer immer Marken auf der Klinge, erst recht bei solch edlen Arbeiten.

Ob Damast oder Raffinierstahl kann nur ein Fachmann erkennen, ich habe bei einem kürzlich erworbenen Shamshir-Tulwar (mit "u"!) eine gefaltete Klinge entdeckt. Ein guter Test ist es, ein Stück der Klinge ganz vorsichtig zu polieren (ab 800er Schleifpapier aufwärts bis 5000) und dann etwas sehr starken Kaffe auf die Stelle zu geben, das hebt ohne etwas zu verderben eine eventuelle Damaststruktur klar hervor, wohingegen man bei einem japansichen Schwert gar nichts sieht, weil aus Raffinierstahl. Die Tage werde ich meinen Säbel ähnlicher Machart präsentieren, der vom Anfangs sehr netten Achim Wirth begutachtet worden ist, der mich jetzt leider für einen Stahlmystiker hält, weil er gern Aussagen inter- und extrapoliert, zwei Drittel zu meinem Text dazureimt ohne zu nachzufragen.

Allerdings muss ich dazu erwähnen, dass mich bei den Blankwaffen in erster Linie die Blätter interessieren, deren Qualität, Machart, Führbarkeit der Klinge und die Details. Wenn das Gefäß dazu passt, dann ist die Waffe perfekt. Ich denke, damit bin ich in Deutschland recht allein auf weiter Flur. Aber ein Damast oder Raffinierstahl auf 12000er Körnung poliert und dann mit Kaffe so angeätzt, dass die Spiegelqualität erhalten bleibt (nur weiße Schatten), haut mich jedenfalls fast um, ich kann das indische Messerchen kaum aus der Hand legen.

Auch wenn das Thema Stahl den einen oder anderen nerven mag, ist das kein Grund es zu ignorieren, gerade jetzt wächst das Wissen enorm an. Habe einige gute Buch-Tipps und einige pdf.-Datein bei Interesse.

Die Klinge muss immer gut geölt sein und sollte auch so gelagert werden, am besten in der Vitrine oder abgedeckt, denn wenn ich es richtig einschätze, dann handelt es sich um ein Museumsstück, ein bei damaligen Offizieren sowie heutigen Sammlern in den Staaten äußerst beliebtes Exemplar.

Es schlage vor, dazu einmal die eBay(USA)-Preise zu vergleichen :), da kommen solche Säbel ab und an vor, aber bitte im Sitzen.

Gruß Roland

19.02.14, 16:22:07

infanterieoffizier

(Mitglied)

Zitat:
Das wäre das erste europäische Stück mit Yelman welches ich sehe und weiterhin haben die Europäer immer Marken auf der Klinge, erst recht bei solch edlen Arbeiten.


das sehe ich anders...siehe Foto, eindeutig Europa (Deutsch) und 1830, übrigens auch Damast.

19.02.14, 21:10:22

Murat

(Mitglied)

Zitat:
Das wäre das erste europäische Stück mit Yelman welches ich sehe und weiterhin haben die Europäer immer Marken auf der Klinge, erst recht bei solch edlen Arbeiten.


das sehe ich anders...siehe Foto, eindeutig Europa (Deutsch) und 1830, übrigens auch Damast.


Hier ein weiteres Belegstück, wahrscheinlich England, auf jeden Fall europäisch mit Jelman.

Gruß

Murat


Si unus qui molestia, vix repuit ad arborem
se putat esse aquila, tam habet est errorem.

19.02.14, 22:54:02

ulfberth

(Zeugwart)

Zitat von raro32:
Das wäre das erste europäische Stück mit Yelman welches ich sehe ...
Gruß Roland


Selbst bei preußischen Militärblankwaffen fand diese Klingenform Verwendung.

Gruß

ulfberth


www.seitengewehr.de
02.03.14, 11:39:11
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